1 Kommentar

Die Poesie des Unendlichen

DEINE MEINUNG?


2015

Genre: Biographie, Drama

Spieldauer: ~ 108 Minuten

Regie: Matt Brown

Cast: Kevin R. McNally, Stephen Fry, Jeremy Irons, Toby Jones, Dev Patel, Jeremy Northam, Malcolm Sinclair, Enzo Cilenti, Richard Johnson, Anthony Calf, Padraic Delaney, Dhritiman Chatterjee, David Shaw Parker, Shazad Latif, Richard Cunningham, Elaine Caulfield, Nicholas Agnew, Roger Narayan, Raghuvir Joshi, San Shella, Alan Booty, Dominic Cazenove, Christopher Ravenscroft, Arundathi Nag, Alexander Forsyth, Shenagh Govan, Thomas Bewley, Devika Bhise, Alex Bartram, Pip Barclay


Trailer:

Kurzbeschreibung: Im kolonialen Indien des Jahres 1913 arbeitet der 25-jährige Srinavasa Ramanujan (Dev Patel) als einfacher Büroangestellter. Seine Berufung ist jedoch eine andere: Er hat ein einzigartiges Gespür für Mathematik. Wild entschlossen, seine Hingabe an die Zahlen trotz Ablehnung von Vorgesetzten und Familie zu verwirklichen, schreibt Ramanujan an G. H. Hardy (Jeremy Irons), einen bedeutenden britischen Mathematikprofessor am Trinity College in Cambridge. Dieser erkennt Ramanujans Originalität und Brillanz und setzt sich seinerseits gegen Widerstände aus den eigenen akademischen Reihen durch, den „Rohdiamanten“ samt seiner unkonventionellen Ideen nach Cambridge zu bringen. Für eine Reise ins Ungewisse verlässt Ramanujan sein Land, seine Familie und Ehefrau Janaki (Devika Bhisé). Angekommen in England, kann er auf das Verständnis und Vertrauen seines Mentors Hardy bauen. Unter seiner Protektion entwickeln sich Ramanujans Theorien zu Formeln, die die Welt der Mathematik und die Haltung vieler Wissenschaftler bis heute für immer verändern sollten. Unermüdlich plädiert Hardy für die Anerkennung Ramanujans durch die elitären Universitätszirkel. Doch sein indischer Kollege ist im kalten, abweisenden England kurz vor dem Ersten Weltkrieg ebenso ein Außenseiter wie in seinem Heimatland. Mit letzter Kraft kämpft der mittlerweile schwer erkrankte Ramanujan darum, seine Arbeiten zu veröffentlichen und ein Establishment zu überzeugen, dass für seine Geniestreiche noch nicht bereit ist.


Filmkommentare (1)


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8martin
07.12.18 - 11:10
Es ist kein großartiger Film, aber ein schöner und er hat einem lyrischen Titel. Matthew Brown hat eine wahre Geschichte über ein indisches Mathematikgenie am Vorabend des 1. Weltkrieges inszeniert. (Dev Patel, bestens bekannt aus ‘Slum Dog Millionär‘ und dem ‘Marigold Hotel‘) spielt den Wunderknaben glaubwürdig. Der Inder muss in Großbritannien nicht nur mit den Fachkollegen des Trinity Colleges in Cambridge ringen, er wird auch zeitgemäß mit Rassismus und der Arroganz der Imperialisten kämpfen.
Sein Verbündeter vor Ort ist Professor Hardy (Jeremy Irons), ein Spezialist für Zahlentheorien. So weißer z.B. dass ‘jede gerade Zahl sich als Summe zweier Primzahlen darstellen lässt.‘
Die menschliche und fachliche Auseinandersetzung der beiden Zahlengiganten ist das Kernstück des Films. Die Fachsimpelei beschränkt sich auf das Wesentliche: so geht es z.B. um ‘Partition‘, eine Grundlagenforschung heutiger Datenträger, was wir heute u.a. von der Mengenlehre her kennen.
Außerdem gibt es für Ramanujan noch ein ganz persönlich privates Problem: zu Hause in Indien wartet seine junge Frau Janaki auf ihn (Devika Bhise). Dies alles macht ihn krank und die englische Ernährung trägt auch nicht viel zu seiner Genesung bei. Es entsteht eine Freundschaft zwischen Ramanujan und Hardy, dem es gegen den erbitterten Widerstand des Kollegiums von Trinity gelingt, ihn zum Fellow der Royal Society zu machen. Man vergleicht ihn mit Newton, als es gelingt Ramanujans Visionen nachzuvollziehen. Hardy, ein Freund von Bertrand Russell ist Kriegsgegner, was ihn 1914 nicht besonders populär macht.
Ramanujans Heimkehr und Tod werden nur schriftlich kurz mitgeteilt, emotionale Szenen mit Ehefrau Janaki unaufdringlich eingepasst. Ein angenehmer Kontrast zur intellektuellen Materie. So ist es ein schöner, entspannender Film geworden mit beachtlichem Niveau.

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