HIDE
Paula
94.0/100

Paula

FILM • 2016 • 2 Std. 3 Min.


Regie: Christian Schwochow

Darsteller/-innen: Nicki von Tempelhoff, Dominik Weber, Joel Basman, Stanley Weber, Manni Laudenbach, Roxane Duran, Michael Abendroth, Albrecht Abraham Schuch, Nadja Zwanziger, Carla Juri, Nathalie Lucia Hahnen, Enno Kalisch, Klara Deutschmann, Michael Witte, Bella Bading, Christian Skibinski, Jonas Leonhardi, Peter Brachschoss, Pia Luise Händler, Laura Bartels, Lydia Kersting, Theresa Schneider, Jonathan Holl, Guido Beilmann, Vera Lara Beilmann, Oscar Hoppe, Milan Heise, Nina Jäckh, Cordula Kötting, Tim Zenke

Genre: Drama



Worpswede, 1900. Schon bei ihrer ersten Begegnung spüren Paula Becker und Otto Modersohn eine besondere Verbindung. Aus ihrer gemeinsamen Leidenschaft für die Malerei wird die große Liebe. Als sie heiraten, führen sie eine Ehe fernab von gängigen Mustern ihrer Zeit. Eine Beziehung in satten Farben, reich an Konturen und mit Spuren von Kämpfen. So wie die Gemälde der jungen Frau, die mutig nach dem Leben greift und die als Paula Modersohn-Becker in die Kunstgeschichte eingehen wird. Gegen alle Widerstände lebt sie ihre Vision von künstlerischer Selbstverwirklichung und ihre romantische Vorstellung von Ehe und Liebe.


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8martin

8martin


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28.08.19 - 12:57
Die Absicht und die Atmosphäre stimmen. Christian Schwochow hat mit diesem Biopic gleich mehrfach gepunktet: erstens hat er die fast in Vergessenheit geratene Malerin Modersohn - Becker (1876 – 1907) ins Rampenlicht geholt, zweitens hat er das Porträt einer emanzipierten Frau um 1900 gemacht, die sich in der ausschließlich von Männern dominierten Kunstwelt nur schwerlich durchsetzen konnte und drittens hat er eine Romanze in wunderbare Farben gekleidet, die nie zur Schmonzette abzugleiten drohte, trotz Trennung, Emanzipation und Versöhnung mit Geburt.
Diese Romanze verflüchtigt sich zwar in der Folgezeit und heftige Emotionen brechen in den Auseinandersetzungen hervor, bei denen Welten aufeinandertreffen. Die Männer glaubten (manche tun es heute noch), Frauen können gar nicht kreativ sein, außer durch die Geburt und gehörten ohnehin in die Küche und an den Herd. Symptomatisch duellieren sich die stolzen Helden, wenn man sie nicht dran hindert. Und das Drehbuch setzt auch gelegentlich gekonnt auf Symbolik, etwa wenn beim entscheidenden Gespräch zwischen Paula und Ehemann Otto (A.A. Schuch) in Paris Seifenblasen durchs Bild fliegen, als Paula ihn bittet, sie frei zu geben.
Die Hauptdarstellerin Carla Juri verkörpert diese Frau exzellent. Sie zeigt sie in ihrer ganzen Zerbrechlichkeit, die mit einem starken Willen zu kämpfen hat. P.M.B. hatte durchaus eine eigene Sehweise und brachte sie eigenwillig auf die Leinwand. Um ihr Ende nach der Geburt der Tochter etwas abzufedern, lässt Schwochow Paula noch einmal zwischen ihren Bildern hervortreten. So sehen wir recht viel von ihrem abwechslungsreichen, aber typisch femininen Werk.

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