1 Kritik   3 Kommentare

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DEINE MEINUNG?


2006

Genre: Drama, Romanze

Spieldauer: ~ 110 Minuten

Regie: Sarah Polley

Cast: Julie Christie, Wendy Crewson, Olympia Dukakis, Alberta Watson, Grace Lynn Kung, Stacey LaBerge, Thomas Hauff, Gordon Pinsent, Tom Harvey, Andrew Moodie, Judy Sinclair, Deanna Dezmari, Lili Francks, Clare Coulter, Carolyn Heatherington

Kurzbeschreibung: Kann man loslassen, was man am meisten liebt? Seit 50 Jahren sind Fiona (Oscar®-Gewinnerin Julie Christie) und Grant (Gordon Pinsent) verheiratet; seine vereinzelten Seitensprünge sind Jahrzehnte her und Fiona hat ihm verziehen. Gelegentlich macht sie noch Andeutungen, die für Spannungen sorgen, dennoch verspricht der Lebensabend glücklich zu werden – bis Fiona immer stärker unter Gedächtnisverlust leidet und man Alzheimer bei ihr diagnostiziert. Schon bald darauf beschließt sie, sich selbst in ein Pflegeheim, das auf Fälle wie ihren spezialisiert ist, einzuweisen. Zum ersten Mal in ihrer Ehe werden die beiden getrennt. Und eine altmodische Aufnahmebestimmung des Pflegeheims Meadowlake sieht vor, dass in den ersten 30 Tagen des Aufenthalts kein Angehöriger die Patienten besuchen darf, damit diese sich ungestört einleben können. Als Grant seine Frau nach diesen 30, für ihn quälend langen Tagen erstmals besucht, erkennt Fiona ihn nicht wieder. Schlimmer noch, ihre ganze Zuneigung gehört jetzt vielmehr Aubrey (Michael Murphy), einem anderen Heimbewohner. Grant bleibt nichts anderes übrig, als seinen neuen Status als "Bekannter", der Fiona täglich besucht, zu akzeptieren. Als Aubrey jedoch eines Tages wieder von seiner Frau Marian (Oscar®-Gewinnerin Olympia Dukakis) nach Hause geholt wird und Fiona daraufhin in eine schwere Depression verfällt, erkennt Grant, dass ihm das größte Opfer an die gemeinsame Liebe noch bevorsteht ...


Filmkommentare (3)


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8martin
19.06.18 - 19:09
Der deutsche Titel und der des Originals verdeutlichen die ganze Bandbreite der Problematik mit Alzheimerpatienten. Je nach Blickwinkel will man ’an der Seite’ des geliebten Menschen bleiben und ist doch genau genommen ’ewig weit weg von ihm’, weil er gedanklich in einer anderen Welt lebt. Es ist ein beachtenswertes Regiedebüt von Sarah Polley, die wir bis dato nur als tolle Schauspielerin kannten. Sie hat einen sehr emotionalen aber auch informativen leisen Film abgeliefert, der auf äußerst einfühlsame Weise die Situation von beiden Seiten der Betroffenen beleuchtet und darüber hinaus auch noch ein Signal der Hoffnung setzt. Man erlebt die unerwarteten Krankheitsschübe, die Hilflosigkeit der Angehörigen, aber auch deren Unmut, wenn alles etwas zuviel wird. Ein Winterfilm, nicht nur in Bezug auf die Jahreszeit, in der er spielt, sondern er betrifft auch den Winter des Lebens. Julie Christie in einer ihrer beeindruckendsten Altersrollen. Außerdem ist Sarah Polley hier eine Anhängerin der Spiraltheorie: gleiche Bilder am Anfang wie am Ende, nur steht man nach allem einige Erkenntnisstufen höher.

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kurenschaub
17.04.11 - 11:00
Die Thematik der Alzheimererkrankung und damit die der Zerstörung einer bis dahin überaus glücklichen 44 jährigen Ehe
in einem wunderschönen, ergreifenden und extrem melancholischen Film verpackt.
In einer stillen, ganz sanft dahinfließenden Erzählform geht dieser Streifen ungemein kompromisslos an´s Eingemachte und läßt wohl niemanden kalt, berührt einem wirklich tief.
Wie sehr der von der Krankheit verschonte Partner zu leiden hat, wird eindrucksvoll übermittelt, was nicht zuletzt einer glänzenden Regie und der überragenden Darstellerleistungen des "Ehepaares" Grant Anderson (Gordon Pinsent) und seiner sich immer mehr der realen Welt entfremdenden Fiona (Julie Christie) zu verdanken ist.
Sogar beim Soundtrack (Prelude in C) traf man mit Johann Sebastian von Bach grenzgenial die richtige Wahl und die Performance von Jonathan Goldsmith ( electric guit./ electric piano) und Hugh Marsh (electric violin) ist genauso wie der Film "ultrafeelingmäßig" über allen Wolken.
Wieder einmal ein Film, der im Verborgenen blüht. Aber wie!

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lilly
06.04.08 - 15:06
ein sehr bewegender film mit ergreifender story... tolle schauspielleistung von christie julie. bei grant (gordon pinsent) weiß man aber nicht, ob man ihn lieben oder hassen soll... einerseits spielt er den liebenden mann, der seine bedürfnisse zurückstellt, um seine frau glücklich zu machen, andererseits aber hasst man ihn für das, was er ihr angetan hat. vielleicht ist das auch ein weiterer grund dafür, das der film so gut ist...

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