HIDE
Der Schrei der Seide
70.0/100

1 Bewertung

Der Schrei der Seide

FILM • 1996


Regie: Yvon Marciano

Darsteller/-innen: Gilles Arbona, Beppe Chierici, Sergio Castellitto, Marie Trintignant, Camille Japy, Marc Barbe, Jean-Claude Bolle-Reddat, Philippe Morier-Genoud, Rodolfo De Souza, Adriana Asti, Marc Betton, Anne Alvaro, Anémone, Jean Boissery, Pierre Baillot, Alexandra London, Didier Sauvegrain, Monique Couturier, Anne Jacquemin, Sylvie Milhaud, Vincent Boussard, Marie-Paule Sirvent, Myriam Roustan, Gary Ledoux, Paula Chevallet

Genre: Drama, Romanze




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8martin

8martin


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22.09.18 - 12:07
Der Marokkaner Yvon Marciano hat einen Film für Gefühlskino (Feely) gemacht. Er schwelgt geradezu in Farben und Stoffen, wobei er versucht einen sexuellen Bezug zwischen weiblicher Haptik und der Stoffoberfläche herauszukitzeln.
Der Psychiater Gabriel de Villemer (Sergio Castellitto) findet in der Kleptomanin Marie († Marie Trintignant) ein interessantes Studienobjekt. Sie ist eine Seidenfetischistin. Um ihre Lust zu befriedigen, stielt sie Stoff und fällt dabei in Ohnmacht, während sie den Stoff zwischen ihren Schenkeln hindurchgleiten lässt. Aber auch der Professor merkt, dass er ähnlich tickt wie Marie – nur klaut er nicht. Er verarbeitet Maries Obsession in einen Buch “Die erotische Stoffsucht einer Frau“. Mit viel Gefühl und wahnsinniger Lust umschwirren sich die beiden Sonderlinge, die zwar Bildungsschranken trennen (erst in Knast lernt Marie Lesen), die aber die gleiche seltsame Lust verbindet. Marie braucht keine Männer. Die Seide ist Ersatz genug. Gabriel dient nur zum Vorglühen.
Anders als bei Gabriels Studienobjekt ist es bei seiner Sekretärin Cécile (Anémone). Sie schwebt zwischen den Stoffen und dem Professor, bemuttert ihn, nimmt sein Diktat auf und hofft….
Am Ende ziehen beide Frauen an gegenteiligen Enden eines blauen Seidenstoffes…nachdem Gabriels Mutter das Sagen hat. Ihr Sohn war unfähig, die Situation zu ertragen…
Optisch sehr schön herausgeputzt pendelt dieses psychologische Gefühlskonstrukt zwischen echtem Sex und seinem stofflichen Substrat. Eine eventuelle wie auch immer geartete Erfüllung erfahren hier wohl nur die Frauen und überleben.

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