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Die letzten Tage in Kenya

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8martin
22.09.18 - 12:25
Es hätte vielleicht ein Abgesang auf die Kolonialherrschaft der Briten werden können, aber es ist nur ein leidenschaftlicher Seitensprung mit tödlichen Konsequenzen, der die gesellschaftlichen Konventionen zur Zeit des ersten Weltkrieges sprengt. Dennoch wird die Situation mit leichter Ironie und akribisch eingerichtetem Ambiente vorgestellt. Man schwelgt im Überfluss, genießt den Luxus, man spielt Polo, trinkt Champagner und ist grenzenlos frivol. Der Krieg in Europa ist weit weg. Doch das reicht, damit der Skandal von ihm in den Hintergrund gedrängt wird. Schließlich ist es ja nur wie der Titel betont ‘ein kleines Missgeschick unter den Weißen‘. Natürlich endet eine Anklage eines Adeligen in jenen Tagen, so eindeutig sie auch sein mag, mit einem Freispruch. Am Verhalten der Gesellschaft ändert das nichts. Sie lebt ihren Hedonismus in cooler Arroganz unbeirrt weiter. Im Gegensatz zu dem betroffenen Ehepaar. Sie, Lady Diana, (ganz toll Greta Scacchi) will vergessen und sucht erneut Schutz. Ihr Mann, Baron Broughton, (Joss Ackland) gibt sich verzweifelt die Kugel. Die Dialognähe zur Romanvorlage trifft genau, kommt aber leider viel zu selten zur Anwendung: z.B. ‘Je besser ich die Männer kenne, desto mehr liebe ich Hunde‘ oder als der Baron für seine Frau das Landgut des erschossenen Liebhabers (Charles Dance) kauft, wird das kommentiert ‘Jetzt, wo er die Hündin wieder hat, kauft er auch noch den Zwinger.‘ Nichts Spektakuläres, aber ein eindringliches, genaues Gesellschaftsbild der letzten Tage in Kenia.

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