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Teorema
66.0/100

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Teorema

FILM • 1968 • 1 Std. 38 Min.


Regie: Pier Paolo Pasolini

Darsteller/-innen: Terence Stamp, Ninetto Davoli, Anne Wiazemsky, Silvana Mangano, Massimo Girotti, Giovanni Ivan Scratuglia, Laura Betti, Carlo De Mejo, Andrés José Cruz Soublette, Adele Cambria, Luigi Barbini, Alfonso Gatto, Cesare Garboli, Susanna Pasolini

Genre: Drama, Mystery




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8martin

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10.07.19 - 12:12
Ein intellektuelles Konstrukt, das hier Paolo Pasolini geschaffen hat. Weiter kann Arthouse kaum von der Realität entfernt sein. Die unvermittelt auf den Zuschauer treffenden Bilder zwingen ihn dazu, sich selbst einen Reim auf das Gezeigte zu machen. Da der Ton und die Dialoge äußerst selten sind, gibt es genügend Raum für eigene sinngebende Monologe.
Pasolini setzt sich hier auf seine Weise mit dem Kapitalismus und der katholischen Kirche auseinander. Er tut das in extrem langen Einstellungen.
Ein unbekannter, fremder, junger Mann (Terence Stamp) besucht die Familie eines Industriellen. Woher her kommt und wohin er geht, werden wir nie erfahren. Vater Paolo (Massimo Girotti), Mutter Lucia (Silvana Mangano), Sohn Pietro (Andrès J. C. Soublette) und Tochter Odetta (Anne Wiazemsky), sogar die Haushälterin Emilia (Laura Betti) erliegen seinem Charme: Er verführt sie alle. Es ist nichts für Voyeure, denn alle sexuellen Handlungen werden nur angedeutet.
Dann verschwindet er wieder und für die betroffenen Familienmitglieder ist nichts mehr so, wie es war. Sie werden sich der inneren Leere bewusst und reagieren in ihrer Ratlosigkeit auf die absonderlichste Art und Weise:
Paolo verschenkt seine Fabrik an die Arbeiter, Lucia gabelt sich Stricher auf, Pietro erfindet eine neue Maltechnik (er pinkelt auf sein Bild), Odetta verkrampft und verliert den Verstand, Emilia verfällt in einen religiösen Wahn, steigt zum Himmel auf und wird lebendig begraben und Ennio Morricone schreib Choräle dazu, die sehr nahe an eine akustische Folter heranreichen.
Am Ende knüpft der Kreis an den Anfang an: Paolo rennt nackt durch eine Wüste…
Ein einfacher Gedanke wurde hier äußerst exzentrisch umgesetzt. Ebenso wie der Auslöser: der Besuch des Fremden liegen auch die Reaktionen außerhalb der Normen der spießbürgerlichen Gesellschaft.

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