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Rendez-vous
75.0/100

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Rendez-vous

FILM • 1985 • 1 Std. 22 Min.


Regie: André Téchiné

Darsteller/-innen: Juliette Binoche, Lambert Wilson, Joseph Michael Roth, Anne Wiazemsky, Michele Moretti, Wadeck Stanczak, Jean-Louis Trintignant, Jacques Nolot, Dominique Lavanant, Olimpia Carlisi, Arlette Gordon, Jean-Louis Vitrac, Caroline Faro, Katsumi Furukata, Philippe Landoulsi, Madeleine Marie, Serge Martina, Annie Noël, Patrick Pérez

Genre: Drama, Romanze




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8martin

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07.08.19 - 16:13
André Téchiné hat ein Spinnennetz von Liebesbeziehungen gesponnen, in dessen Mittelpunkt Nina (Juliette Binoche) steht, eine junge Nachwuchsschauspielerin die nach oben will und alles vernascht, was nicht bis drei zählen kann. Nie wieder hat die großartige Darstellerin so viel nackte Haut gezeigt wie hier. Nie wieder hat sie sich so freizügig präsentiert, dass Filmpartner (Lambert Wilson als Quentin) ihr in den Schritt fasst, als sie schlafend auf dem Bett lag, wie Gott sie geschaffen hat. Da verstummt sogar der ‘Husar auf dem Dach‘.
Dieser Quentin ist einer von drei ‘Motten‘, die sie quasi als Licht umkreisen. Er steht für die stürmische, besitzergreifende ja sogar gewalttätige Liebe und hinterlässt einen so tiefen Eindruck, dass er Nina auch noch nach seinem Tod erscheint und sie sogar haptisch einnimmt. Hier geht die Macht der Imagination über die Realität hinaus. Und in diesem Bereich kann Quentin sogar zärtlich sein. Das Drehbuch lässt es offen, wie er ums Leben gekommen ist.
Dann ist da noch Paulot (Wadeck Stanczak), der fast selbstlose Verehrer, der bei Zurückweisung schmollende Makler. Erst als Nina in ihrer verzweifelten Einsamkeit ihn bestürmt ‘Nimm mich!!!‘ Erlangt dieses Verhältnis eine kurze Erfüllung. Im Halbdunkel fallen beide über einander her zwischen Blow-Job und griechisch-römischem Ringkampf. Das ist gleichzeitig auch das Ende ihrer Beziehung.
Und schließlich trifft Nina noch den reifen Regisseur Scrutzler (Jean-Louis Trintignant). Er führt sie mit der Rolle der Julia an ihre schauspielerische Grenze, sieht in ihr seine tote Tochter. Ob sie bei der Premiere Erfolg hatte, sehen wir nicht. Paulot zerreißt die Freikarten, Scrutzler reist ab, Nina bleibt allein…mit ihren Tränen. Alle drei Männer hatten ein ganz unterschiedliches Rendezvous mit Nina.
Im Abspann gibt uns André Téchiné noch eine Erklärung aus dem Johannesevangelium 12,24 „Wenn ein Korn in die Erde fällt und stirbt, dann bleibt es allein, aber es bringt trotzdem viele Früchte, wenn es stirbt.“ Food For Thought. Hier ist Arthouse mal sexy.

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