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Der letzte Zug
80.0/100

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8martin

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03.09.19 - 19:27
Blake Edwards (Rosarote Panther), der eigentlich ein Meister der Komödie ist, versucht sich hier mit einem s/w Thriller. Und obwohl er voll Old School ist (1962), bleibt der Streifen von Anfang bis Ende spannend. Den Erpresser sieht man lange Zeit nur von Hinten, von der Seite oder nur seine untere Gesichtshälfte. Im Abspann nennt ihn Edwards nochmals namentlich: Ross Martin als Red Lynch. Einziges Erkennungsmerkmal am Telefon ist seine asthmatische Stimme. Bereits in der langen Eingangssequenz ist die Kamera ganz nah am Opfer Kelly (Lee Remick) dran, das der Täter mit schwarzen Lederhandschuhen fest im Würgegriff hat.
Es werden mehrfach falsche Fährten gelegt, bevor der gesamte Polizeiapparat Red zur Strecke bringt. Eine hervorragend aufgebaute Dramaturgie kulminiert in einem Baseball Stadion, wo ein turbulentes Massengedrängel ins leere Spielfeld führt, wo FBI Agent Ripley (Glenn Ford) Red erledigt. Blake beweist, dass selbst solide polizeiliche Ermittlungen spannend gemacht sein können. Red schleicht sich als ältere Dame verkleidet in die Damentoilette und konfrontiert Kelly mit den neuesten Fakten der Entwicklung: er hat ihre Schwester Toby (Stephanie-HartAberHerzlich-Powers) entführt, die hier ihr Filmdebüt gibt.
Man kann bei dieser Art von Spannung herrlich entspannen, weil man sieht, Ripley versteht alle, hört allen zu und löst den Fall mit viel Fingerspitzengefühl und viel Empathie für die betroffenen Damen.
Einziger Haken sind die beiden sinnlosen Titel: der deutsche ist abnutzt wie ein Türvorleger, der des Originals passt zum Plot wie Hering zu Schokolade. Aber sonst alles Top!

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