2 Kommentare

Der Stadtneurotiker

DEINE MEINUNG?


1977

Genre: Komödie, Drama, Romanze

Spieldauer: ~ 89 Minuten

Regie: Woody Allen

Cast: Sigourney Weaver, Diane Keaton, Woody Allen, Jeff Goldblum, Christopher Walken, Carol Kane, Shelley Duvall, Colleen Dewhurst, Tony Roberts, Paul Simon, Mordecai Lawner, Donald Symington, Janet Margolin, Helen Ludlam

Kurzbeschreibung: Alvy Singer (Allen), ist einer der brillantesten TV-Komiker Manhattans, aber mit den Frauen verscherzt er sich´s immer wieder. Als sein bester Freund Rob (Tony Roberts) ihm die leicht konfuse aber reizende Bar-Sängerin Annie Hall (Diane Keaton) vorstellt, verliebt er sich Hals über Kopf. Doch wieder einmal sabotiert Alvy mit seiner Unsicherheit die aufkeimende Liebe. Er treibt Annie in die Flucht in ein neues Leben und zu einem neuen Lover (Paul Simon) - ausgerechnet nach Los Angeles. Aus Angst, Annie für immer zu verlieren, ist Alvy bereit, bis zum Äußersten zu gehen - und sei es nach L.A. Denn er will das einzige wiedergewinnen, das ihm je fehlte: die wahre Liebe.


Filmkommentare (2)


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8martin
01.12.15 - 18:51
Das ist ein ziemlich früher Woody Allen und man sollte ihn als Vorübung für spätere, bessere Filme sehen. Aber schon hier geht es in der exzentrischen Egozentrik des Regisseurs und Hauptdarstellers um sein Lieblingsthema ‘Sex‘. Davon die Variante zwischen Impotenz und Orgasmus. Die Girlys laufen Woody förmlich nach. Ärgerlich nur, die er hat, will er nicht und die er will, hat er im Moment gerade nicht. Hier ist es Annie Hall (Diane Keaton), die auch mal mit zarten Stimmchen in einer Bar singen darf. Auch der hausgemachte Pessimismus des Autors kommt hier schon zum Vorschein: ‘Das Leben zerfällt in zwei Kategorien: Das Schreckliche und das Unglückliche.‘
Viele der Jokes kommen heute als Kalauer an oder sind überhaupt nicht lustig und die Ironie ist so versteckbuchselt, dass man sie nicht bemerkt. (‘Masturbation ist Sex mit jemanden, den ich sehr liebe‘) Die endlosen Dialoge scheinen heute irgendwie aus der Zeit gefallen. Da kommt Langeweile auf, wenn man nicht hin und wieder durch einen Joke hochschrecken würde (Nach dem Einparken ‘Bis zum Bürgersteig gehen wir zu Fuß‘.) Und seine Neurosen haben nur bedingt etwas mit der Stadt zu tun. Es geht doch nur um Annie Hall.
Bemerkenswert bleiben aber folgende Dinge: die vielen Cameos von Promis (Simon, Goldblum, Walken u.v.a.) dramaturgisch die Hinwendung zum Publikum; auch Split Screen kommt vor. Da fällt der Held förmlich aus der Rolle. Und es ist auch schon mal ein Cartoon dabei.
Woody hat zwar als Gag-Schreiber angefangen. Hier übt er halt noch. Na ja, was lange währt… Und wenn er nur diesen Film gemacht hätte, würde niemand auch nur ein Wort über ihn verlieren.

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kurenschaub
05.12.12 - 18:15
Höchst anspruchsvolle Komödie mit Woody Allen als brillanter Komiker, der über sein insgesamt nicht so geschicktes Leben und seine Ex Frauen nachdenkt. Dies mit größtmöglichen intellektuellen Charme, verspielt werden verschiedenste Stilrichtungen brillant kunstgerecht und auch witzig komponiert und von Allen als Regieass top umgesetzt.
Ein Service mit Oscarauszeichnungen und in wirklich eigenwilliger, jedoch absolut moderner Filmkomik an das angestrengt aufmerksame Publikum gebracht.

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