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Wie ein Licht in dunkler Nacht




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Filmosoph


Kritiken
294
28.05.09 - 16:04
Ein wahrlich spannender Film. Mitverantwortlich ist sicherlich der erstklassige Soundtrack, einer nämlich, der sofort das Ohr erobert. Das Thema wird durchgehend variiert und fügt sich zu einem großen Ganzen zusammen. Wie ein Licht in dunkler Nacht ist also wieder mal ein Film, der im »Dritten Reich« spielt, offensichtlich ein bevorzugter Nährboden für amerikanische Thriller. Michael Douglas meinte, ihn interessierte die Mischung aus »Suspense, Thriller und Romantik« - womit er den Film gut beschrieben hat.
Da ich den Film auf deutsch und auf englisch angesehen habe, möchte ich auf ein Problem der deutschen Version hinweisen – da alle im Film (synchronisiert) deutsch sprechen, wirkt es einfach unfreiwillig komisch, wenn Michael Douglas im Film nicht deutsch versteht. Douglas redet deutsch, die Nazis reden manchmal deutsch, und er versteht sie nicht. Ein quasi »unlösbares Problem« der Synchronisation. Hier hilft der Ton in Originalsprache. Aus »sie haben nicht erwähnt, dass sie berlinerisch sprechen« wird so »you haven’t mentioned that you speak another language« - das berlinerisch einer »Metzgerstochter«. Und siehe da, Griffith spricht deutsch im Film. Sieht man den Film also in Originalsprache, kommt man ebenso in einen unfreiwilligen Genuss: Amerikaner sprechen deutsch, mit so einem Akzent, dass man dies nie im Leben als »berlinerisch« bezeichnen kann! Wie dem auch sei, beide Versionen haben ihre Nachteile, ich möchte keine Version hervorheben.
Was jedoch mehr als bemerkenswert ist, ist der Film; auch wenn wir hier keine »historische Wahrheit« vorgesetzt bekommen (sondern eine Romanverfilmung von Susan Isaacs), überzeugt mich der Film durchgehend. Nicht vergessen sollte man hingegen die doch durchgängigen Filmfehler – was hat die Wehrmacht im Auftrag der Gestapo in Berlin zu suchen? Dies möchte ich mal unter der »Affektpolitik des Historienfilms« subsummieren; nein, das Anliegen war keine »realistische Deutung«, sondern ein Thriller, welcher wahrlich gelungen ist. Auf der anderen Seite sollte man den Film auch nicht unbedingt mit einem europäischen Film über den Nationalsozialismus vergleichen, denn Wie ein Licht in dunkler Nacht ist einfach Hollywood mit all seinen Übertreibungen – aber der Unterhaltungswert stimmt (abgesehen vom überkitschigen Ende finde ich die Szenen im »Rahmen«).
Dass der Film nicht allgemein gelobt wird, beweist seine Nominierung für die Razzie Awards, die Goldene Himbeere und sogar sein »Sieg« 1993. Für mich unverständlich, da die Macher wohl den Zweck des Filmes missinterpretierten: Ein Unterhaltungsfilm auf historischem Boden, nicht mehr und nicht weniger.
Natürlich gibt es einige Ungereimtheiten, die ich aber nicht als störend empfunden habe. Für mich ist Wie ein Licht in dunkler Nacht also ein Topfilm, der auf alle Fälle mindestens sehenswert ist!

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