5 Kommentare

Rain Man

DEINE MEINUNG?


1988

Genre: Drama

Spieldauer: ~ 128 Minuten

Regie: Barry Levinson

Cast: Tom Cruise, Dustin Hoffman, Beth Grant, Bonnie Hunt, Valeria Golino, Ray Baker, Jake Hoffman, Michael D. Roberts, Kim Robillard, Gerald R. Molen, Jack Murdock

Kurzbeschreibung: Der egozentrische Autohändler Charlie Babbit ist vom Tod seines ungeliebten Vaters nur mäßig erschüttert. Um so mehr jedoch von dessen Testament, das seinen autistischen Bruder Raymond, von dessen Existenz er bis dahin nichts wusste, als Alleinerben einsetzt. Kurzentschlossen entführt Charlie Raymond aus seinem Pflegeheim, um anschließend das Testament anfechten zu können. Doch während ihrer gemeinsamen Reise durch die USA lernt Charlie bald, dass Raymond alles andere als ein Schwachkopf ist.


Filmkommentare (5)


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8martin
10.06.18 - 10:49
Die vier Oscars hat der Film von Barry Levinson wirklich verdient. Er lebt vom offensichtlichen Gegensatz der beiden Brüder sowohl innerlich als auch äußerlich.
Raymond (Dustin Hoffman) ist der Autist in einem Heim, Charlie (Tom Cruise) der geldgierige Autoverkäufer, der bis vor kurzem nicht wusste, dass er einen Bruder hatte. Dustin Hoffman spielt den Autisten so überzeugend, als wäre er wirklich einer: ein Mensch, der nicht ins normale Verhaltensschema passt. Er hat Berührungsängste und Kontaktschwierigkeiten, holpert verkrampft durchs Leben, den Kopf leicht zur Seite geneigt. Und mit Geld kann er schon gar nichts anfangen. Der Film erklärt Rays Phänomen ohne zu belehren, streift kurz Erlebnisse in dessen Kindheit. So wird er vom Sonderling zum Sympathieträger, ein Genie für Zahlen und Daten. Und auch Bruder Charlie macht eine Wandlung durch. Vom geldgierigen Autoverkäufer zum verständnisvollen Bruder. Anfangs ist er hinter den Millionen her, die sein Bruder geerbt hat, empört über das Verhalten des verstorbenen Vaters. Am Ende ist ihm das Geld egal. Herrlich wie die zwei über einen Scherz gemeinsam lachen und die Köpfe an einander lehnen. Diese Szene beschließt Charlie mit einem Kuss auf seines Bruders Stirn.
Klar, dass Charlie anfangs mal versucht aus dem Talent des Bruders Kapital zu schlagen. Zumal wenn sie in Las Vegas sind. Eine zeitlang vermittelt noch Susanna (Valeria Golino), Charlies Freundin zwischen den Brüdern, wenn Ray seinen Bruder wieder mal zum Wahnsinn treibt.
Für die Qualität des Drehbuchs spricht auch das Gespräch am runden Tisch mit allen Beteiligten und einem psychologischen Gutachter Dr. Marston (Regisseur Levinson). Eine klärende Zusammenfassung führt zu einer für alle akzeptablen Lösung.
Der Film weckt Verständnis für einen Außenseiter der Gesellschaft und verändert auf sehr sensible Art das Verhalten von Menschen in seiner Umgebung. Toll!

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wrachris
19.01.17 - 07:26
Zum Film ist hier ja schon einiges gesagt...

Zur Schauspielerei ist Hoffmanns Leistung natürlich sehr hervorzuheben, auch Tom Cruise dürfte hier die Rolle seines Lebens gefunden haben... Hier konnte man erkennen dass auch Cruise durchaus sehr gute Qualitäten hat, leider dürfte er selber diese nicht so ganz erkannt haben, und steckt nun lieber in Actionfilmen fest, wo es für ihn doch sehr schwer sein wird einen Oscar zu erreichen- spätestens mit 75 Jahren dann für sein Lebenswerk.

Dieser Film ist echt sehr berührend und für Filmliebhaber ein Pflichtfilm... Könnte durchaus sein dass die Frau nebenan das ein oder andere Mal etwas nasse Augen bekommt (für Männer natürlich ein NoGo- *scherz*)

Habe zwar leider nicht die DVD- aber sehe mir diesen Film fast jedes Mal im TV an!

Kult für mich- am Meisterwerk knappestens vorbeigeschrammt!

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Chev
10.03.14 - 09:43
Rain Man sollte zumindest jeder kennen.
Ich habe mir schon so oft vorgenommen ihn endlich zu kaufen, aber irgendwie vergesse ich es immer wieder. Er gehört in meine Sammlung und irgendwann schafft er es auch endlich in mein Regal. Kult.

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kurenschaub
19.05.10 - 13:00
Ungeheuer sensibel, lehrreich und berührend, das Autismusthema wieder auf dem Tisch, grandios ist hier Dustin Hofmann(Raimond) als selbiger
und Tom Cruise(Charlie) mimt seinen in sich selbst verliebten Bruder, welcher auf das Alleinerbe des introvertierten Autisten scharf ist und ihn kurzerhand aus dem Pflegeheim entführt. Auf ihrer Reise muß Charlie erkennen wie klug und gedanklich unschlagbar sein "so behinderter" Bruder eigentlich ist. Irgendwann ist Charlie nicht mehr auf das Geld heiß, sondern will sich um den ihn faszinierenden Raymond mehr kümmern....
Großartige Autistenstudio, welche 4 Oscar, 1 Golden Globe und einen golden Bären einheimste. Monsterstark!

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Filmosoph
11.02.09 - 15:13
Nach dem einige Regisseure das Handtuch schon vor dem Drehbeginn geworfen hatten, nahm sich letztlich Barry Levinson den Film an. Und er sollte es nicht bereuen. (Es sollten auch noch weitere Zusammenarbeiten von Hoffman und Levinson folgen: „Sleepers“, „Wag the Dog“ und „Sphere“).
Der Film räumte letztlich bei den Oscars ab, u. a. Bester Hauptdarsteller und Bester Film, was ja schon mal ein Qualitätskriterium darstellt.
Tom Cruise war damals – trotz seines geringen Alters – ein erfahrener Schauspieler, denn er hatte bereits u. a. einen Film mit Scorsese und Newman gedreht. Cruise gegenüber stand die große Hollywood Legende Dustin Hoffman: In einer seiner besten Rollen.
Im Film handelt es sich um eine Charakterstudie, im Gewand Hollywoods. Auf der einen Seite Tom Cruise, der junge, erfolgreiche aber auch arrogante Kapitalist; auf der anderen Seite sein autistischer, ihm bislang unbekannter Bruder Raymond (als Fantasiefigur seiner Kindheit „Rain Man“ in Erinnerung, daher der Titel des Films). So sieht man im Film die oftmalige Wandlung eines Darstellers hin „zum Guten“, nämlich jene von Tom Cruise. Während er anfangs immer den Kopf durchsetzen will, lernt er im Laufe des Films, auch (zuerst zwangsweise) Rücksicht auf seinen Bruder zu nehmen.
Und genau diese Wandlung macht den Reiz des Films aus, da sie plausibel gestaltet wurde und nicht wie sonst oft in amerikanischen Filmen, total überhöht wurde. Dass Cruise ein toller Schauspieler ist, hat er bereits mit diesem und auch schon vor diesem Film gezeigt. Was man eher anfangs nicht für möglich hielte, aber auch die Figur Hoffmans macht eine Entwicklung durch, auch wenn sie sicher (zwangsweise) beschränkter bleiben muss; so ist der Reiz dieser Figur zweifelsohne die Krankheit an sich, denn sonst hätte man wohl kaum die Gelegenheit, viel über den Autismus zu lernen, auch wenn der Film sicher nicht zu hundert Prozent authentisch ist. Als kleine Korrektur (v. a. zu Anfangs) gilt hier Cruise‘ Freundin, die das Unsympathische an Cruise Figur noch zusätzlich verstärkt. Doch die Wandlung muss ohne sie von statten gehen. Eingehüllt ist er Film wie auch schon „Cocktail“ vor ihm, in ein 80er Jahre-Kleid – man bemerkt dies an den Kulissen bzw. v. a. an der Kameratechnik, was ich weder als Vor- noch Nachteil klassifizieren möchte, aber eben erwähnen.
Ein wenig komisch ist der Film auch noch, wenn etwa Cruise am Telefon erstmals „Ich weiß nicht sagt“, so wie Raymond den ganzen Film sonst. Die Figur färbt also zwangsweise ab. Oder als Cruise erst vor dem Arzt erfährt (übrigens Levinson) dass seine Freundin Raymond geküsst hat; dennoch bleibt der Film ein erstklassiges Drama, mit erstklassigen Schauspielern.
Diesen Film könnte man mit ruhigem Gewissen als „Moralfilm“ bezeichnen und noch dazu einen von 1. Klasse. Bei „Rain Man“ kann man sich aufgrund der zwar recht linearen, aber dennoch ungemein interessanten Story einfach fallen lassen und versuchen, die Motive der Handelnden zu verstehen. So bemerkt man oft doch, wie wichtig Menschlichkeit ist und damit oft mehr gewonnen ist als mit Geld oder Egoismus.

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