Burn After Reading - Wer verbrennt sich hier die Finger?
67.1/100

Burn After Reading - Wer verbrennt sich hier die Finger?

FILM • 2008 • 1 Std. 32 Min.


Regie: Ethan Coen

Darsteller/-innen: Brad Pitt, Frances McDormand, George Clooney, David Rasche, Kevin Sussman, John Malkovich, Richard Jenkins, Olek Krupa, Tilda Swinton, Dermot Mulroney, Elizabeth Marvel, Hamilton Clancy, J.K. Simmons

Genre: Drama, Komödie, Krimi



Skurril, bissig und abgedreht. Nach dem mehrfach Oscarprämierten "No Country for Old Men" kommt nun der neue Film der Coen-Brüder. Irgendwo zwischen Satire, Screwballkomödie und Agententhriller trifft sich dieser wilde Mix und zeigt das Traumduo Pitt & Clooney in ihren urkomischsten Rollen. "Burn after reading! - Nach dem Lesen vernichten!" so eigentlich müsste die Anweisung für die Lektüre der Memoiren des suspendierten CIA-Agenten Osbourne Cox (John Malkovich) lauten. Doch daran denken die Fitnesstrainerin Linda Litzke (Frances McDormand) und ihr gutaussehender, aber etwas dümmlicher Kollege Chad Feldheimer (Brad Pitt) natürlich nicht im Traum, als sie zufällig eine CD mit dem offensichtlich brisanten Manuskript in der Umkleidekabine ihres Clubs finden. Die beiden wittern das ganz große Geschäft mit den geheimen Staatsaffären. Dass aber ausgerechnet die Liebesaffären des sexuell umtriebigen Regierungsbeamten Harry Pfarrer (George Clooney) die Erpressungsversuche behindern würden, konnte natürlich niemand ahnen. Schon bald ist den Amateur-Erpressern eine ganze Horde diverser Geheimdienste auf den Fersen. Und dann kommen auch noch die Russen ins Spiel...


Filmkommentare (5)


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Anti78
01.10.12 - 14:11
Durch Zufall habe ich ihn vor 3 Tagen auf rbb geschaut. Ich musste nach 1 Stunde abschalten. Eigentlich mag ich die Art der Filme. Auch George Clooney, Brad Pitt usw. schaue ich sehr gerne an. Aber irgendwie hat der Film mir gar nicht zugesagt. Schade drum.

Bin froh, dass ich keinen Blindkauf gewagt habe.

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kurenschaub
10.09.12 - 22:52
gerade im ARD gesehen und diese völlig überdrehte Komödie ist keine schlechte.
Am meisten hat mir Frances Mac Dormand imponiert, die als Film Linda ein wenig in die Jahre gekommen ist und sich nun die Impfnarbe, die Fettpolster an dem Wämplein, ein gediegenes Facelift + Krähenfüße um die Augen entfernen lassen will. das kostet Marie, aber mit Partner Brad Pitt als Fitnesstrainer Chad, der nicht alle Tassen im Schrank hat, ist man schnell der dicken Kohle auf der Spur...
Clooney, Marlkovich blödeln auch anständig als Selbstvertrotteler oder Hormonexzessler mit und das ganze ist schräg, was bedeutet, man soll es kurzerhand nicht im Geringsten ernst nehmen. Wer an dieser teilweise köstlichen Farce von Ethan Coen seinen Spaß findet, dem sei er von Herzen vergönnt, auch ich habe mich nicht schlecht unterhalten, denn wie Brad Pitt hier seine Erpressershow angeht, ist schon eine eigene Liga der so dümmlichen Darstellkunst, die ja dann doch richtig gut ist!
Und die verschiedensten Typen welche hier (auch bei Lindas Partner (Sex Date) Suche verbraten werden, sind ebenfalls fein zu genießen, die kennen wir doch alle von irgendwo her!
Das die Szenarien mit Fortdauer der ulkigen Story völlig aus dem Ruder laufen ist absolut vorhersehbar!

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Kein Userbild
29.01.12 - 19:27
Für mich typisch Coen-Brüder: Skurril, verdreht, einfach herrlich!
Die Charaktere sind seltsam, dadurch allerdings sehr lustig. Gerade Brad Pitt in der Rolle dieses verdreht-kindischen Trainers hat mir sehr gut gefallen.
Ein Film der gute Laune macht, bei dem man lachen kann und den man sich immer wieder anschauen kann, wird nie langweilig!

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Chev
11.10.11 - 04:20
Absolut sinnfreier Film. Einmal habe ich richtig gelacht.. und das war beim Schlußdialog. Am besten ist: "Und was lernen wir daraus, Palmer?" - "Ich weiss es nicht, Sir." - "Scheisse ich weiss es auch nicht. Schätze wir sollten es nicht wiederholen."

Ansonsten jedoch hat sich mir der Humor nur selten gänzlich erschlossen und über ein kleines Schmunzeln kam es nicht hinaus. Die abstruse Skurillität ist dennoch bemerkenswert. Ebend typisch Coen.
Ausserdem sind die Dialoge einfach herrlich inszeniert. Der Film ist sehr gesellschaftskritisch, USAkritisch (merkt man vor Allem am Song der am Ende gespielt wird) und selbstironisch. Die Darsteller sind allesamt spitze. Vom Anfang bis zum Schluß. Sie passen in diese Rollen gut rein.
Das Kuriose am Film ist... je öfter man ihn sich anschaut, um so besser versteht man ihn und er wird immer lustiger.
Als ich ihn mir heute das zweite Mal angeschaut hatte, fand ich ihn schon besser als beim letzten Mal.
In einem Jahr muss ich meine Bewertung hier wahrscheinlich noch etwas nach oben korrigieren

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Filmosoph
02.04.09 - 20:22
Die Cohens legen nach No Country For Old Men nach. Aber diesmal mit einem ganz anderen Genre, es wurde um einiges lockerer.
Und das Staraufgebot war diesmal enorm: Neben Frances McDormand (auch schon bei Fargo zu sehen), George Clooney (für die Cohen ebenfalls kein unbekannter) fanden sich noch John Malkovich, Tilda Swinton und – Brad Pitt.
Somit hatte man die optimalen Voraussetzungen für einen guten Film. Und man wird nicht enttäuscht, im Gegenteil: Oft ist es der Fall, dass ein Film allein an solch einer Erwartungshaltung (aufgebaut, wenn man die Cast kennt) eben an ihr zerbricht. Diese Zweifel werden von der starken Eingangssequenz, der »Kreuzigung« beiseite geschoben. Sofort hat man den Humor, quasi die »Essenz« des Filmes in dieser Szene entdeckt – der Humor ist wie bei dieser Einstellung auch im restlichen Film v. a. tiefschwarz. Jemand, der bereits anfangs diesen Szenen nichts abgewinnen kann, der kann getrost ausschalten, denn in weiterer Folge wird dieser Stil bis zur Perfektion getrieben.
Malkovich alias Osborne Cox (diesen Namen wird man nicht mehr vergessen) bleibt seinem Stil bis zum Schluss des Filmes treu: Kompromisslos, ein wenig Mitleidserregend und v. a. betrunken.
So hat man recht lineare Charaktere, oder besser: Einen gewissen Typus von Charakteren, denn was für Malcovich gilt, gilt auch für die anderen. Besonders stark finde ich Brad Pitt; das Telefonat (»Osborne Cox … Osborne Cox… spreche ich mit Osborne Cox?«) wird wohl in die Filmgeschichte eingehen. Wirklich zum Wegschmeißen komisch.
Aber hier sollte man nicht dem Missverständnis erliegen, dass es sich um »flachen« Humor handeln würde – nein – der Film ist schwarz und sehr intelligent.
Was auch immer man für eine Message für diesen Film angeben will, es kann eigentlich nur einen gemeinsamen Nenner geben: Es gibt keine. Oder genauer, man deutet vieles hinein, in welches Geschehen auch immer, tun dies noch dazu mehrere Personen, so kann es sein, dass eine Reihe von Missverständnissen entsteht, das ist jetzt bei Weitem untertrieben. Es ist die »falsche Interpretation«, welche diese urwitzigen Situationen entstehen lässt. Und hier sind wir sehr »lebensnah«, wenn ich das mal so sagen darf. Denn die meisten Komödien suchen den »künstlichen Witz«, manchmal, nicht oft, funktioniert das sogar, aber hier kann man von Sarkasmus sprechen, der einfach an die Spitze getrieben wurde, und deshalb finde ich den Film so komisch.
So ist die Ironie dieses Filmes eben die nicht vorhandene Message, und wenn man den Weg dorthin kennt, dann versteht man diesen Film aus meiner Sicht »richtig«, auch wenn das ein eigenartiger Weg ist, aber ein neuer.
Somit haben wir eine originelle Krimikomödie vor uns, die trotz der linearen Charaktere oder eben gerade dadurch zu überzeugen weiß, da es immer wieder – bis zum Schluss – überraschende Wendungen gibt.
Für mich ein Meisterwerk, keine Frage, steht durchaus auf Augenhöhe mit Fargo und wird wohl ebenso wie dieser ein Kultfilm werden.

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