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3 Kommentare

Der schmale Grat

DEINE MEINUNG?


1998

Genre: Krieg, Drama, Action

Spieldauer: ~ 164 Minuten

Regie: Terrence Malick

Cast: George Clooney, Woody Harrelson, John Travolta, Sean Penn, John Cusack, Jared Leto, Adrien Brody, John C. Reilly, Elias Koteas, Nick Nolte, Nick Stahl, Thomas Jane, Tim Blake Nelson, Ben Chaplin, Miranda Otto, Jim Caviezel, John Savage, Dash Mihok, Will Wallace

Kurzbeschreibung: Als die US-Schützenkompanie ´C-FOR-CHARLY´ 1942 widerstandslos auf der von Japanern besetzten Südsee-Insel Guadalcanal landet, ahnt niemand, welche Kriegshölle in diesem Paradies auf sie wartet. Unter dem Kommando des skrupellosen Colonel Tall bekommen die Männer schnell zu spüren, daß das Leben des Einzelnen wertlos ist und nur der Sieg zählt. Blutige Gefechte und gefährliche Patrouillen durch den unwegsamen Regenwald fordern gnadenlos ihre Opfer. Die Grausamkeiten sind unbeschreiblich, so daß jeder seine Ängste vor dem Feind anders bewältigt. Ein schmaler Grat zwischen Patriotismus und Kriegswahnsinn ...


Filmkommentare (3)


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8martin
28.07.15 - 10:04
Terrence Malicks Antikriegs-Drama braucht sich vor den neun großen Vietnamfilmen keineswegs zu verstecken. (auch wenn es streng genommen im 2. Weltkrieg spielt und in einem anderen Teil der Welt). Das Ambiente und die Thematik sind gleich. Dieser hier unterscheidet sich von den anderen dieses Genres vor allem durch drei Dinge: ein Riesenangebot der Superstars, das vom Cameo bis zur tragenden Rolle reicht. Dann eine Begleitung der Handlung durch einen Off Kommentar, der kritische Fragen stellt, die richtig wehtun. So weh, dass ihm die zuständigen Gremien alle Oscars, für die er nominiert war, verwehrt haben.
Rein formal hat der Film einen Rahmen von der Anlandung der amerikanischen Truppen bis zu ihrem Abzug von der kleinen Insel Guadalcanal.
Zudem fasst er das Geschehen weiter als die anderen. Er schiebt immer wieder Tier- und Naturaufnahmen ein oder auch Liebesszenen als Retro mit der wunderbaren, hier wortlosen Miranda Otto, lässt die Eingeborenen zu Wort kommen, schildert die Stimmung in der Truppe und bringt durch einen gut getimten Tempowechsel von wilden Mann-gegen-Mann Kämpfen auch immer wieder philosophische Betrachtungen mit ein. (‘Diese Böse, woher kommt es? Wie stielt es sich in die Welt?‘ oder ‘Durch den Krieg macht man Menschen nicht edler. Man macht sie zu Hunden‘)
Sinnlose Befehle werden schon mal verweigert. Das hat sonderbare Konsequenzen. Hier muss die herausragende Leistung und Nick Nolte erwähnt werden, der einen fanatischen Militaristen spielt, der einen vernünftigen Soldaten seines Kommandos enthebt und ihn gleichzeitig mit Orden überhäuft. All das gefällt Amerikas Zuschauern ebenso wenig wie ‘Die wollen, dass man tot ist oder ihre Lügen glaubt.‘
Allein schon der Titel, egal ob Original oder Deutsch ist Anlass zum Grübeln. Neben der kriegsmäßigen Ballerei, die ja wohl dazu gehört wie der Eifelturm zu Paris, gibt es auch noch emotionale Szenen, die unter die Haut gehen. Auch Ironie ist dabei ‘Fühlen sie sich auch manchmal einsam?‘ – ‘Nur wenn ich unter Menschen bin.‘
Der schmale Grat ist ein ganz großer seiner Art.

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Kiddow
17.11.10 - 21:25
Ein sehr empfehlenswerter Kriegsfilm, der auf seine Art außerordentlich besonders ist.
Filmfreak hat eigentlich schon fast alles gesagt und ich kann seiner Meinung nur beipflichten. Dieser Film verdient das Prädikat:Besonders Wertvoll. Er zeigt auf wie Krieg ist und er zeigt ganz deutlich die Angst der Menschen, egal welcher Menschen. Diese Ängste waren bisher in keinen anderen Kriegsfilm so sehr spürbar und ausgeprägt. Die Musik ist passend und mitreißend, alle Darsteller überzeugen durch die Bank weg und die Dialoge, sowie Monologe sind sehr gut durchdacht. Diesen Film sollte man sich anschauen, überaus sehenswert.
„Durch den Krieg werden die Menschen nicht edler.“

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Filmfreak
09.03.09 - 00:49
Hierbei handelt es sich um ein Kriegsepos mit dramaturgischen Erzählungen zur Zeit des zweiten Weltkrieges,basierend auf dem Roman "Insel der Verdammten". Bei diesem Film geht es um die Schlacht an dem Guadalcanal.Der Film beginnt ganz ruhig,eigentlich schon zu ruhig,zu Beginn dieses Filmes denkt der Zuschauer nicht darüber nach welche 160 Minuten noch vor ihm liegen und was dieser noch alles zu Gesicht bekommen soll.Anfangs dachte ich der Film plätschert so vor sich hin,nach ca.30 Minuten kommt dann aber auch für den Zuseher eine Dynamik in die Geschichte und der Zuschauer wird zunehmend immer mehr von diesem,ja man könnte es schon als Horror-Szenario beschreiben in den Bann gezogen.
1942 landet die C-Kompanie einer US-Divison auf jener Salomonen-Insel Guadalcanal und kämpft eben dort gegen die Japaner um diese Insel zurück zu erobern und noch ahnen beide Seiten nicht mit welchem Szenario diese konfrontiert werden.Auf der Seite der Amerikaner wird dem Zuschauer der Konflikt zwischen einem Kompanieführer und dessem Vorgesetzten Lieutnant während des ganzen Filmes gezeigt,während die einzelnen Soldaten auf die eigene Art und Weise versuchen die Hölle welche sie dort umgeben hat,zu überstehen.In meinen Augen wird durch Nick Nolte einen Lieutnant dargestellt der schon besessen ist von seinem Vorhaben und dieses Ziel auch mit aller Macht im Film erreichen zu wollen,egal was es kostet und wieviel Verluste er hinnehmen muss und dies nahezu perfekt dem Zuschauer vorspielt,so das du ihn als Zuschauer nur noch hassen kannst.Ich habe mich somit mehr mit den einzelnen Soldaten und ihren Rollen in diesem Film angefreundet,mit denen sich jeder selbst auseinandersetzen muss und dies auch perfekt in Szene setzt,obwohl in diesem Film die vermeintlichen großen Rollen von eher unbekannten Schauspielern dargestellt werden,wie von Hollywoodgrößen - dazu aber später mehr was den Cast angeht.
Dieser Film zeigt eben die Soldaten,als diese gezeichnet von den Kriegswirren sind,die Insel wieder verlassen,scheint dieser Krieg erneut zu beginnenabei scheint es für den Zuschauer so das sie zur nächsten Insel,zur nächsten Schlacht,zum nächsten Kriegsschauplatz ziehen.Jetzt erst so hat man als Zuschauer das Gefühl das einem am Ende des Filmes vermittelt wird,kann sich diese Natur auf der Insel von jenen Eingriffen der Menschen erholen.
Dieser Film hier kontrastiert den Krieg mit der Schönheit der unberührten Natur,die in ihren unterschiedlichen Formen quasi präsentiert wird und sozusagen eine Hauptrolle in diesem Film zu spielen scheint,diese Bilder wurden eins um andere mal wunderbar eingefangen und dem Zuschauer nähergebracht.
Die Bilder von Krieg,Tod und Zerstörung werden immer wieder unterbrochen durch lange Kamerafahrten ruhigen Schnitten durch lange Baumkronen,sehr intensive Zooms auf Flora und Fauna und auch immer wieder das Gras zeigen,das im Wind sich wiegt.Der Regisseur benutzt die Natur,um die von den Menschen ausgeübte Gewalt transparent für den Zuschauer zu machen.Aus dem Off hörst du als Zuschauer dann folgende Sätze:"Dieses Böse,woher kommt es? Wie stiehlt es sich in diese Welt?" und "Wie kam es,dass wir das Gute verloren,das uns gegeben war?" Der Regisseur möchte dem Zuschauer folgendes mitteilen:Was Menschen einander und der Natur antun,ist nichts,was von Beginn an in diese Welt gehört,sondern sie ist wider-natürlich,diese Message wird in diesem Film sehr eindrucksvoll und mit unglaublichen Bildern dem Zuschauer näher gebracht.
Daneben erscheint in diesem Film die Natur als transzendente Wirklichkeit,die nur der,der um sie weiß vor den Schrecken zu beschützen vermag,es wird im Film an der Person Private Witt eindrucksvoll gezeigt.
Beim Kampf um die Hügellandschaft und dessen eigentliche Geschichte des Filmes,verliert sich die Logik des Krieges deutlich,es fällt auf das es kaum Orientierungspunkte von der Kamera gibt,zwar ist diese direkt im Geschehen dabei,aber eben jene Punkte verlieren sich,die Getöteten verschwinden so im hohen Gras und spielen keine Rolle mehr! Wer tot ist,auf den hat der Krieg keine Wirkung mehr! Ich habe bisher wenige Kriegsfilme gesehen,die sich Zeit nahmen und die Gefangenen/Besiegten zeigten - dieser hier tut dies und das schonungslos,auf nähere Details möchte ich nun dabei nicht weiter eingehen,darüber sollte sich jeder ein eigenes Bild davon machen mit diesem Film.
Nun zu ein Wort zu dem Cast:Es füllten in meinen Augen alle Schauspieler egal ob bekannt oder nicht,egal ob sie eine kleine oder große Rolle inne hatten mehr als überzeugend diese aus,ich kann bei diesem Film beim besten Willen keinen Schauspieler besonders hervorheben,dazu war die Thematik in meinen Augen zu schonungslos. Viele der Hollywoodstars erklärten sich für diesen Film bereit selbst nur kleinere Rollen zu übernehmen.Die Hauptrollen (wenn man es als solche in diesem Film bezeichnen konnte) übernahmen Sean Penn,Nick Nolte,John Cusack ich wiederhole mich gerne noch einmal,diese wurden brilliant und erschreckend verkörpert.In weiteren kleineren Rollen treten auf:George Clooney,Woody Harrelson,John Travolta,andere umfangreichere Rollen hatten dann:James Caviezel,Elias Koteas,Ben Chaplin,Adrien Brody,Thomas Jane,John C.Reilly sowie Dash Mihok also eine ganze Riege an bekannten und unbekannten Größen.

"Jeder Krieg fordert Opfer auf beiden Seiten,jeder Krieg handelt von Menschen,die existentiell bedroht sind,jeder Krieg kennt Täter und Opfer;wer zu welcher Gruppe gehört,entscheidet allein die Perspektive!"

Dieser Film bietet einen Gegenpunkt zu jenem Kriegsfilmparadigma der Gegenwart:Neben dem Blick auf die (besiegten) Gegner verdeutlicht besonders die Darstellung des Krieges,dass er nicht einfach über die Menschen hereinbricht,sondern von den Menschen in die Welt gebracht wird!

Für mich trotz der schweren und harten Thematik ganz klar ein Meisterwerk in meinen Augen und somit auch ein kleiner Geheimtip,ich wurde von diesem Film mehr als überrascht,nicht umsonst bekam dieser Film 7 Oscarnominierungen!
Dieser Film wird beim Zuschauer seine Spuren und Gedanken hinterlassen,da bin ich mir ganz sicher.

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