2 Kommentare

M - Eine Stadt sucht einen Mörder

DEINE MEINUNG?


1931

Genre: Thriller, Krimi

Spieldauer: ~ 107 Minuten

Regie: Fritz Lang

Cast: Theo Lingen, Peter Lorre, Theodor Loos, Ellen Widmann, Otto Wernicke, Inge Landgut

Kurzbeschreibung: Berlin 1931: Ein Kindermörder versetzt die ganze Stadt in Angst und Schrecken. Immer wieder schlägt der Sexualverbrecher zu, und die Polizei ist machtlos. Schließlich wird sogar eine Belohnung von 10.000 Mark auf die Ergreifung des Verbrechers ausgesetzt. Nicht nur deshalb mischt sich auch die Unterwelt in die Arbeit der Kripo ein. Hauptgrund ist allerdings, dass das große Polizeiaufgebot in der Stadt die illegalen Geschäfte der Gangster behindert. So mobilisiert der Unterweltboss, den sie nur der "Schränker" nennen, all seine Kumpanen und positioniert sie als Spitzel überall in der Stadt. Damit beginnt eine beispiellose Menschenhatz. Schon bald verdächtigt jeder jeden, während der wahre Täter erneut zuschlägt...


Filmkommentare (2)


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kurenschaub
26.02.19 - 16:16
Für die damalige Zeit ein beachtliches Stück Film, mit zum Teil glänzenden Darstellern wie Peter Lorre als M. Einer der ersten deutschen Krimis mit Ton, wir schreiben das Jahr 1931. Hervorragend inszeniert und gut fotografiert.
In die heutige Zeit versetzt wirkt so manches ein wenig beschaulich, atemberaubend (wie die TV Werbung es einredet) ist dies im Jahre 2019 auf keinen Fall mehr, aber es ist wunderbar wie ein Passant der damaligen Zeit durch die Straßen zu schlendern und mitzulesen, was an den zahlreichen Schildern so alles geschrieben stand im Moloch Berlin anno dazu mal, oder auch die "antiken" Schaufenster zu betrachten. Alles im allen war es ein einst ein tolles Filmwerk und "M - eine Stadt sucht einen Mörder" in der Jetztzeit zu bestaunen, dies lohnt sich für den Interessierten noch immer.

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Filmosoph
18.04.09 - 10:57
Einer der ersten deutschen Tonfilme überhaupt, der erste Tonfilm von Fritz Lang auf jedem Fall. Betrachtet man es aus dieser Warte, könnte man meinen, es wurde eher experimentiert als perfekt inszeniert; aber genau das Gegenteil ist der Fall – Lang beherrschte schon bei seinem ersten Tonfilm 1931 das Medium perfekt. So kann man es ruhig nennen, auch heute noch können sich viele Filme etwas abschauen. Aber man merkt dennoch, dass er in der gerade zu Ende gegangenen Stummfilmzeit gedreht wurde, denn viele Szenen sind äußerst rudimentär mit Ton ausgestattet, die Stille ist aber nicht abweisend sondern fordernd. So zwingt er uns, der Handlung zu folgen, die Bildkomposition, die genial ist, zieht einem in den Bann.
Für mich ist die Inszenierung des Filmes das eigentlich erwähnenswerte Detail an diesem Film. Der Film ist rein sachlich auf Fakten aufgebaut, es wird viel geredet und auch geschrienen im Film, dabei bleibt der Film immer spannend. Von einem Film dieses Zeitalter hätte man diese Fesselung an den Bildschirm in dieser Intensität wohl kaum erwarten können. Aber genau das ist es, was große Klassiker ausmacht.
Bemerkenswert ist auch noch der ethische Diskurs über diesen Triebtäter: Die Argumentationslinien sind scharfsinnig am Ende des Films. Man lässt beide Seiten zu Wort kommen und diese Abhandlung könnte von einem wirklichen Ethiker geschrieben worden sein; dennoch wirken die Argumente immer »natürlich« aus dem Wort des Sprechers. Eine Simplifizierung dieses schwierigen Themas wurde vermieden, was ich sehr gut finde. Denn selbst heute im modernen Justizsystem ist man sich noch oft unschlüssig, wie man mit derartigen Fällen umgeht, gerade hier kommt die Rechtsphilosophie zum Tragen. Aber dieser Mann, der das »tun muss«, da ihm »innere Stimmen« dazu getrieben haben, ist wie ein mündiger Mörder zu verurteilen? Genau das ist die Schlüsselfrage des Filmes, der aber natürlich nicht an dieser Frage hängen bleibt. Aber diese Frage ist es eigentlich, die zum Nachdenken anregt und anregen soll. Das Bild der Gesellschaft das gezeichnet wurde, ist heute nicht mehr denkbar; somit haben wir auch ein wichtiges, zeitgeschichtliches Dokument vor uns. Die Sprache, die Artikulierung ist heute einfach anders; auch wenn es kurz befremdlich wirken mag, so gewöhnt man sich daran und man ist folglich sofort mitten im Geschehen.
Für mich ist M – Eine Stadt sucht einen Mörder einer der besten Filme aller Zeiten, ein zeitloser Klassiker. Schauspielerisch eine Wucht, perfekt inszeniert, eine Frage die zum Nachdenken anregt – und bei all dem immer spannend. Keine Frage, ein Meisterwerk, nicht nur des deutschen Films.

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