9 Kommentare

Gran Torino

DEINE MEINUNG?


2008

Genre: Drama

Spieldauer: ~ 112 Minuten

Regie: Clint Eastwood

Cast: Clint Eastwood, John Carroll Lynch, Scott Eastwood, Brian Howe, William Hill, Brian Haley, Dreama Walker, Christopher Carley, Ahney Her, Geraldine Hughes

Kurzbeschreibung: Walt Kowalski (Clint Eastwood) hat sein Leben lang in der Autofabrik gearbeitet. Als Rentner fällt ihm nicht viel mehr ein, als ein paar Reparaturen am Haus auszuführen, Bier zu trinken und einmal im Monat zum Frisör zu gehen. Obwohl seine inzwischen verstorbene Frau sich wünschte, dass er zur Beichte geht, hat Walt nichts zu beichten - einst ist er verbittert aus dem Koreakrieg zurückgekehrt, nach wie vor säubert er regelmäßig sein M-1-Gewehr und hält es schussbereit. Er traut niemandem - wenn er etwas zu beichten hätte, würde er es nur seinem Hund Daisy gestehen. Seine früheren Nachbarn sind entweder weggezogen oder gestorben. Jetzt wohnen in seiner Umgebung Migranten des Hmong-Volks aus Südostasien, die er nicht ausstehen kann. Alles, was er um sich herum wahrnimmt, macht ihn wütend: die schiefen Regenrinnen, die verfilzten Rasenflächen und die Ausländergesichter in der Nachbarschaft; das perspektivlose Leben der jugendlichen Hmongs, Latinos und Schwarzen, die das Viertel wie selbstverständlich für sich beanspruchen; seine erwachsenen Kinder, die er als unreif erlebt und die ihm fremd geworden sind. Walt bleibt nichts übrig, als den Rest seines Lebens einfach auszusitzen. Bis jemand eines Nachts seinen 1972er Gran Torino zu klauen versucht. Der Gran Torino glänzt noch genauso wie an dem Tag, als Walt ihn vor über drei Jahrzehnten persönlich mit zusammengeschraubt hat. Durch diesen Wagen tritt jetzt der schüchterne Nachbarsjunge Thao (Bee Vang) in Walts Leben, denn seine Hmong-Gang hat den Teenager so lange unter Druck gesetzt, bis er versuchte, den Gran Torino zu stehlen. Doch Walt verhindert nicht nur den Diebstahl, sondern auch die Übergriffe der Gang - wider Willen ist er plötzlich der Held des Viertels. Besonders dankbar sind natürlich Thaos Mutter und seine ältere Schwester Sue (Ahney Her), die darauf bestehen, dass Thao seine Schuld bei Walt abarbeitet. Walt will zunächst nichts mit diesen Leuten zu tun haben, doch schließlich gibt er nach und leitet den Jungen an, im Viertel Reparaturen auszuführen. So entsteht eine seltsame Freundschaft, die beider Leben verändert. Weil Thao und seine Familie nachdrücklich auf ihre Zuwendung bestehen, lernt Walt seine Nachbarn mit anderen Augen zu sehen. Aber auch über sich selbst denkt er nach. Die Asiaten sind vor einer grausigen Vergangenheit geflohen und schließlich in der amerikanischen Provinz gelandet - sie haben mehr mit Walt gemeinsam als seine eigenen Verwandten. Erstmals seit dem Krieg leistet er Erinnerungsarbeit, gegen die er sich rigoros abgeschottet hatte, ähnlich wie er den Gran Torino im Dunkel seiner Garage konserviert hat.


Filmkommentare (9)


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8martin
10.06.18 - 10:42
Es ist wohl Clint Eastwoods reifster und vielleicht bisher sogar lustigster Film. Die Reife zeigt sich in der völlig unerwarteten Lösung des Bandenkrieges. Hier ist die ’Auge-um-Auge-Mentalität out. Das überrascht bei diesem Regisseur schon, wenn man an seine Rollen in den Western denkt. Ja er geht sogar noch einen Schritt weiter, übernimmt die Märtyrerrolle und ebnet so den Weg für eine gesetzmäßige Bestrafung der Übeltäter.
Aber es ist auch ein lustiger Film mit Niveau. Selten wurden so blumige Beschimpfungen für den Gesprächspartner gefunden (’Bambusratte’ oder ’Frühlingsrolle’) wie hier und man wird aufgeklärt, dass Fluch nicht gleich Fluch ist, sondern sogar eine freundschaftliche Begrüßung, über die man durchaus schmunzeln kann.
Außerdem wird das titelgebende Auto genial eingesetzt. Man kennt die Bedeutung dieses Gefährts von Anfang an und versteht seinen belohnenden Einsatz am Ende. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld, in dem der Film zu Dreivierteln als integrativer Nachbarschaftsversuch zwischen verschiedenen Ethnien daherkommt, um im letzten Drittel dann aber ziemlich heftig zu werden. Die zuvor so treffend gezeichneten Figuren (vor allem auch die Enkel) bewirken, dass man das ungewöhnliche Ende akzeptiert. Eastwood wandelt sich vom traumatisierten, knorrigen Macho zum Märtyrer. Er wird immer besser, nur der eiskalt-mürrische Blick bleibt immer gleich. Unbedingt sehenswert!

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bardid
18.09.17 - 15:31
Gute Geschichte, tolle Schauspieler, ich mag den Film

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Kiddow
28.09.10 - 18:29
Dieser Film hat mich absolut begeistert! Ich hätte auch gut und gern noch einen Stern mehr vergeben können um aufzuzeigen wie außergewöhnlich und fantastisch Gran Torino ist. Defentiv mit einer der Besten Filme, die es gibt.
Die Geschichte ist sehr tiefgreifend und sehr ehrlich. Rassimus, Vorurteile, Gruppenzwang und Gewalt werden hier sehr real und unverhüllt dargeboten.
Es bedarf keiner großen Effekte oder vollgeladenen brutalen Actionszenen um die heftigkeit der Gewalt darzustellen, denn die herausragenden Schauspieler und das sehr gut angepasste Szenenbild reichen vollkommen aus.
Für etwas Witz ist auch gesorgt und auch wenn Walt sehr grießkrämig wirkt ist er dem Zuschauer doch recht schnell sympatisch.
Clint Eastwood ist ein einzigartiges Talent das unersetzlich für die Filmwelt ist!
"Schon einmal bemerkt das man ab und zu vor jemanden steht, dem man besser nicht blöd kommt?
So einer bin ICH!"

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Filmfreak
23.09.10 - 16:16
Das nächste Regiewerk von und mit Hollywood-Legende Clint Eastwood aus dem Jahre 2008, welches den Cineasten hier erwartet und auch dieses Werk hat es von Anfang bis Ende absolut in sich!

Clint Eastwood zauberte hier eine (stille), wehmütige aber nicht minder komplexe Ballade, die er selbst mit seiner archetypischen Figur adelt, dabei fast schon beläufig melancholisch Bezug auf seine erbarmungslosen Dirty Harry-Filme nimmt. Der Film handelt von jener Thematik liebe Cineasten, die uns alle jeden Tag treffen könnte, oder wenn man selbst nicht aufpasst andere damit tief in der Magengrube trifft. Clint Eastwood spricht mit seinem Werk knallhart, direkt und schonungslos andere politische Filme an, deren gute Absichten sich in einer vorsichtigen Ambiguität erschöpfen, hier nicht! Und das ist gut so!!!

Die Saat von den Auswirkungen blinder Gewalt und Rassismus geht hier schon im Vorgarten auf!
Nein wehrte Filmfreunde vor solch einem Film darf und soll man seine Augen nicht verschließen, dafür kann man dieses Werk gar nicht hoch genug loben!

Bei der Sichtung dieses Werkes könnte es einem als Zuschauer so vorkommen, als ziehe Clint Eastwood die Summe aller seiner Filme, als wolle er uns damit vermitteln, es müsse einmal Schluss sein mit der Gewalt auf der Welt!

Natürlich zeigt dieses Werk Pathos, keine Frage, es ist aber auch faszinierend mit anzusehen wie dieser Schauspieler, Regisseur, Produzent, Komponist und Politiker seine Figuren mit eigentlich minimalen Mitteln zu einer herrlichen Trinität zusammenfügt.
Ja, das ist ein Meister!

Dieses Werk ist eine Parabel über Rassimus und Toleranz, dabei verliert es trotzdem nie seine Aufrichtigkeit!


"Ein einfühlsames und ergreifendes Alterswerk von einem der wohl größten Menschen auf der Welt aus dem Filmgeschäft!"

"Ein Film der als begehrtes Symbol für verloren gegangene amerikanische Werte da steht, aufgrund einer der zentralen Rollen eines Gran Torinos sowie eines Walt Kowalskis!"

Ein wahrhaftes Meisterwerk!

In der Tat ganz ganz großes Kino, das mich noch lange nach der Sichtung beschäftigte!



Info:
Dieser Titel spielte weltweit ca. 269 Millionen Dollar und und zählt bis dato zu Eastwoods größter kommerzieller Erfolg! (absolut gerechtfertigt!).
Die Wahl des Wagens auf einen Ford Torino fiel deshalb so aus, da der Drehbuchautor Nick Schenk in der Nähe eines Ford-Werkes lebte.
Dieser Film wurde von dem American Film Institute als einer der zehn besten Filme 2008 ausgezeichnet.
Ebenfalls ausgezeichnet wurde dieser Film mit dem David di Donatello, der bedeutendste italienische Filmpreis.
Mit dem César wurde dieses Werk auch ausgezeichnet, als bester ausländischer Film.

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Chev
100
Chev
04.08.10 - 23:06
Gran Torino... ein eigentlich nichtssagender Titel für ein tolles Meisterwerk. Clint Eastwood beweist einmal mehr das er zu den ganz großen im Showbusiness gehört. Nicht nur vor der Kamera, sondern auch dahinter. Ein schlichtgedrehter Film, der nicht von Effekten oder spektakulärer Action lebt, sondern von schauspielerischer Überzeugungskraft und einer guten - nachvollziehbaren Story.
Clint Eastwood passt absolut in die Rolle der Hauptfigur. Ein miesepetriger, knüppelharter, direkter Amerikaner - der sagt was er denkt, aber ein gutes Herz hat.
Ein Film der in keiner DVD-Sammlung fehlen sollte !

Gerne mehr solcher Filme

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Seth0487
16.12.09 - 08:51
Ich stimme meinen Vorrednern in ganzer Linie zu.
Gran Torino ist ein absolutes Meisterwerk und bei weitem ja nicht Eastwoods einziges.
Ich hoffe, dass es noch viel und vorallem gutes von ihm in dieser Form zu sehen gibt, denn er ist ja nicht mehr der Jüngste!

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eichi
07.09.09 - 00:13
ot: mein 200. filmkommentar hier auf fe!

gran torino - GROSSES KINO

einen altmeister wie clint eastwood als hauptdarsteller und regisseur in einem film zu haben, ... filmherz was willst du mehr.

filmosoph hat in seinem wunderbaren kommentar ja bereits das wichtigste zu eastwood und dem film gran torino gesagt, von daher gibt es da nicht mehr viel anzufügen.

ich möchte nur noch gesagt wissen, dass es wirklich ein film ist, der einen berührt. ein drama, dass mit allen facetten gewaschen ist. sollte es wirklich der letzte film mit clint eastwood in einer darstellerrolle sein, so möchte ich ihm hiermit zu einem absolut würdigen und gelungenen abschluss einer großartigen schauspielkarriere gratulieren (mit der hoffnung, dass er uns zumindest als regisseur noch für viele weitere filme erhalten bleibt).

mit gran torino wandert erneut ein film in meine favoritenliste.

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Kein Userbild
GASTBEITRAG
05.07.09 - 18:32
Ein wirklich super Drama dieser Film ist ein Meisterwerk von Clint Eastwood !

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Filmosoph
11.03.09 - 00:04
Gran Torino

Clint Eastwood hat angekündigt, dass dies sein letzter Auftritt vor der Kamera sein wird. Wirklich schade. Aber dann erst recht auf ins Kino! Viel wurde schon im Vorfeld dieses Filmes spekuliert, sogar Gerüchte, dies könnte der letzte Dirty Harry werden, gingen um den Globus. Nichts da, Eastwood entschied sich für ein Drama das sich gewaschen hat. Und das ist gut so.
Auch wenn es sich im Prinzip eben um ein Drama handelt, besticht Eastwood mit seiner bissigen Sprache und seinem unvergleichlich (coolen) Blick. Schon zu Beginn zeichnet sich eine Richtung ab – Eastwood steht griesgrämig gegen alles und jeden in der Kirche. Ein Motiv, dass in den letzten Jahren vielfach in seinen Filmen vorkam. Und hier sieht man Eastwood auch in diesem Alter in Höchstform.
Der Film hat meines Erachtens nur einen kleinen Durchhänger, als die Sache mit Tao (»Mao« von Eastwood genannt) noch im Unklaren ist. Doch dann kommt wieder Dynamik ins Spiel, der Film fesselt ungemein und ist dennoch relativ langsam inszeniert.
Bemerkenswert ist v. a. Eastwoods Humor, mit dem er an die Sache heran geht: Als ein von mit Vorurteilen gegen alles und jeden gespickter weißer Amerikaner, der letztlich – trotz seiner ironisch-abweisenden Sprache – erkennt, dass auch andere Ethnien »Menschen sind«. Und das auf die beeindruckendste Weise. Unterschwellig wird natürlich auch immer die amerikanische Religiösität mit getragen, auch wenn Eastwood hier dem Pfarrer das ein und andere Mal zuvor kommt. Dies muss man bei solchen Filmen einfach schlucken, zumal es auch einigen Unterhaltungswert mit sich bringt. Ich möchte hier auch noch eine besondere Szene heraus streichen, in welcher der Humor des Films besonders deutlich wird: Als der kleine Mao in den Friseurladen kommt, soll er zum »Mann« werden. Da Eastwood und sein Freund sich immer gegenseitig »wie Männer« beschimpfen, meint er, das wäre auch für den Jungen nicht schlecht. Als dieser die Aufforderung ernst nimmt, und auch einmal wie ein Mann mit dem Friseur reden soll, wirkt seine Darbietung nicht wie eine »Beschimpfung unter Freunden« sondern wie eine »echte«. »Hast du den Verstand verloren?« So oder so ähnlich kann das Clint nur quittieren, auch wenn der Junge so wieder einen Bonus bei seinem neuen »Herren« gewonnen zu haben scheint.
Alles in allem ein perfekt durch inszeniertes Drama mit humorvollen Einlagen (nicht nur jene beim Friseur, es gibt viele kleine Anspielungen und – wie immer bei Eastwood – Ironie vom Feinsten. Es handelt sich aber auf keinen Fall um einen »Haha«-Film) mit einem bestes aufgelegtem Eastwood; hier schmerzt dieser Abgang gleich doppelt. Ein mehr als würdiger Abschluss einer großen (Schauspieler-)Karriere, ein Abschied wie er nur sehr selten gelingt.

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