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3 Kommentare

Zeiten des Aufruhrs

DEINE MEINUNG?


2008

Genre: Drama, Romanze

Spieldauer: ~ 114 Minuten

Regie: Sam Mendes

Cast: Leonardo DiCaprio, Kate Winslet, Kathy Bates, Michael Shannon, Ty Simpkins, Dylan Baker, Ryan Simpkins, Gena Oppenheim, Joe Komara, Maria Rusolo, Sam Rosen

Kurzbeschreibung: Es ist die Suche nach einem Leben ohne Kompromisse: April und Frank Wheeler sind ein junges Paar mit großen Plänen und Ambitionen. Sie sehen sich als Individualisten, die die prüden Gesellschaftskonventionen der 50er Jahre in Frage stellen. Als April schwanger wird, beschließt das Ehepaar, sich in der ´ländlichen Umgebung von Connecticut niederzulassen. Doch schon bald erkennen die beiden, dass sie genau das Leben führen, das sie eigentlich zutiefst verachten. Frank arbeitet in einem zwar gut bezahlten, aber langweiligen Bürojob und April fristet ein Dasein als Hausfrau mit der Hoffnung auf eine Schauspielkarriere. Von einem Umzug nach Europa erhoffen sich die Wheelers, diesem Konstrukt aus Alltag und Selbsttäuschung zu entkommen, sie bemerken nicht, dass die "Zeiten des Aufruhrs" unaufhaltsam sind...


Filmkommentare (3)


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8martin
11.09.18 - 17:59
Sam Mendes hat den Roman von Richard Yates, der mich von der ersten bis zu letzten Seite gefesselt hatte, überzeugend umgesetzt. Viele Passagen sind wörtlich übernommen. Er konnte sich dabei auf herausragende Schauspieler verlassen. Neben dem Ehepaar Wheeler sind noch Kathy Bates zu nennen und vor allem Michael Shannon als John, der als Katalysator fungiert und, obwohl angeblich psychisch gestört, den Wheelers die unangenehmen aber glasklaren Fragen stellt und die meisten auch gleich beantwortet.
Schnell wird klar, dass es nicht nur um den Versuch einer Flucht der Familie aus dem muffigen Spießermief der Vorstadt in den 50er Jahren geht, sondern um zwei unterschiedliche Lebensentwürfe von April (Kate Winslet) und Frank Wheeler (Leonardo DiCaprio). Sie will der ’hoffnungslosen Leere entfliehen’, raus aus dem Alltagstrott mit Kinder, Küche und Haushalt und rein ins donnernde Leben. Dabei sollen die Rollen der Partner vertauscht werden: sie wird den Lebensunterhalt dann in Paris verdienen. Frank stimmt halbherzig zu. Sein beruflicher Aufstieg ist nur ein Vorwand, April nicht zu folgen.
Ein drittes Kind legt den Zünder an die Bombe, die dieser Ehe ein schmerzhaftes Ende bereiten wird. Nach heftigen Diskussionen, die Frank und April an den Rand der physischen und psychischen Erschöpfung bringen, folgt die logische Konsequenz aus Aprils Sicht, die wir wortlos präsentiert bekommen, nur begleitet von sich wiederholenden Akkorden. Das ist dramatisches Kino, das an die Nieren geht. Grandios und zu tiefst aufwühlend.

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kurenschaub
31.12.11 - 19:21
Raus aus dem Vorstadtdreck und ab nach Paris. Genau dies wollen Frank und April Wheler (Leo DiCaprio und Kate Winslet) um ihre nach sieben Jahren bereits angeschlagene Ehe wieder zu kitten...aber Träume hatten sie viel und als es richtig losgehen soll,l stemmt sich das liebe Umfeld mit Entsetzen dagegen...die Zeit des Aufruhrs steht bevor....
Packend und einwandfrei, herrliche Bildgestaltung und auch sonst
ein first class Drama, darstellerisch sowieso!

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Filmosoph
08.03.09 - 12:18
Ich bin mit quasi keinem Wissen in diesen Film gegangen, und das war gut so. Bekanntlich gewann ja Kate Winslet den Golden Globe mit diesem Film - und das zurecht. Aber auch Leonardo DiCaprio hat sich wirklich gemausert (seltsamerweise war sei bei den Oscars für diesen Film nicht einmal nominiert).
Harmlos sind in diesem Film nur die ersten zwei Minuten. Wenn dann endlich der Schriftzug "Zeiten des Aufruhrs" erscheint, weiß man bereits, warum dieser Film so heißt wie er heißt.
Der Film lebt von seinen intensiven Charakterstudien, welche ich an Intensität nur selten so gesehen habe. Und Mendes ist ja ein Spezialist dafür, das zeigte er ja auch mit "American Beauty".
Der Film ist ein Drama - wenn man diesem Genre etwas abgewinnen kann, so ist der Film sehr empfehlenswert, denn bessere "dramatischere" Dramen findet man selten.
Aber der Film liegt wirklich schwer im Magen - Winslet taucht bereits nach "Little Children" erneut in einer sehr kontroversen Rolle auf.
Der Film greift so ziemlich jede menschliche Schwäche auf, die der Mensch im Leben hat - Ehebruch, Betrug, falsche oder unrealistische Erwartungshaltungen, Alltagsgeschichte, Geld, Träume, Karriere, Nachbarschaftsfreundschaften..
und während etwa Woody Allen ebenfalls diese brisanten Themen aufgreift und daraus meist eine Komödie macht, entschied sich Mendes für eine Aufbereitung dieses Themas in einer sehr negativen Form. Oft wird das scheinheilige Getue der angeblichen Freunde als pure Schauspielerei entlarvt - und dies ist wirklich sehenswert.
Der Film ist für mich sehr sehenswert, der vor allem von seinen hervorragenden Schauspielern und der vielen kleinen Details lebt. Bemerkenswert sind auch einige Dialoge, wo man sich vielleicht selbst wiederfindet, mit denselben Problemen oder Ansichten.
Für Seher anspruchsvoller Filme eine klare Empfehlung also - aber niemand sollte erwarten, nach dem Film mit einem guten Gefühl das Kino zu verlassen - der Film drückt nämlich enorm die Emotionen und wird sicherlich seine Spuren hinterlassen.
Alles in allem gibt es von mir ein Sehenswert.

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