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Wir sind keine Engel

DEINE MEINUNG?


1989

Genre: Komödie, Krimi

Spieldauer: ~ 102 Minuten

Regie: Neil Jordan

Cast: Robert De Niro, Sean Penn, Demi Moore, John C. Reilly, James Russo, Bruno Kirby, Frank C. Turner, Hoyt Axton

Kurzbeschreibung: Etwas ist komisch an diesen beiden neuen Priestern. Genauer gesagt, brüllend komisch! Denn Robert De Niro und Sean Penn sind eigentlich überhaupt keine Kirchenmänner. Sie sind Gauner auf der Flucht, die nur darum beten, als Herren im Priestergewand durchzugehen ... und zwar durch eine Polizei-Blockade an der Grenze zum sicheren Kanada. Demi Moore begleitet De Niro und Penn durch dieses spritzige Spektakel nach dem Drehbuch von David Mamet. Zwei himmlische Hochstapler sorgen für ein göttliches Vergnügen. Es wäre eine Sünde, das zu verpassen!


Filmkommentare (1)


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Filmosoph
05.04.09 - 13:09
Eine gute Cast (Robert De Niro, Sean Penn, Demi Moore und John C. Reilly) macht noch keinen guten Film, das sah man bei De Niro schon öfter (etwa: Kurzer Prozess oder Inside Hollywood).
Hierbei handelt es sich noch dazu um ein Remake des gleichnamigen Originals mit Humphrey Bogart, welches man durchaus als großen Klassiker bezeichnen könnte. Dennoch sah ich beim Remake Potential, welches aber leider nicht genutzt wurde. Dennoch ist De Niro – wie immer – sehr überzeugend in seiner Rolle, nur Sean Penn war damals noch eher Teenie-Rollen verpflichtet, er spielt auch den dümmlichen »Priester« der beiden. Einzig bei der Rede gegen Ende hin ließ er sein Talent aufblitzen – vergleicht man diese Szene mit einer Rede von Milk, so ist es dennoch kein Vergleich. Warum? Einerseits macht Penn seine Sache gut, andererseits ist die Szene typisch für den Film: Irgendwie ist sie nicht zündend. Jene, die diese Szene wirklich komisch finden, werden auch den Rest des Filmes witzig finden – bei mir war das leider nicht der Fall, zu banal waren die Worte.
Der Film ist ja vom Prinzip her als Komödie angelegt – während ich Penn in diesem Film keinen Lacher zugestehen konnte, sah es bei De Niro schon ein bisschen anders aus, aber nur ein bisschen. Lachpotential hatte auch noch Demi Moore und Reilly, wobei einzig bei Moore ein paar Schmunzler hängen bleiben. Schade eigentlich – denn der Film hat alles, was er braucht, um ein wirklich guter Film zu werden: Gute Darsteller, gute Musik, reiche Ausstattung und »Authentizität« (welche ja immer durch die Ausstattung primär definiert wird; Eastwood meinte mal, es sei seltsam, dass Dreck automatisch Authentizität darstelle in den Western. Dieses Prinzip wurde auch in Wir sind keine Engel übernommen), doch leider fehlte bei diesem Remake das gute Drehbuch. Wie es so oft bei Komödien ist, zünden manche Witze nicht, das mag auch nur an Kleinigkeiten liegen. Ich weiß nicht genau warum, aber irgendwie zünden die wenigsten Gags bei diesem Film. Vielleicht sind viele zu offensichtlich, vielleicht ist die Inszenierung schlecht. Aber amüsiert habe ich mich an dem Film selten. Was bleibt? Ein dennoch kurzweiliger Film, der insgesamt recht unterhaltsam ist, aber eben leider seinen Anspruch – nämlich eine Komödie zu sein – nicht recht erfüllen kann. Er ist auch ein Musterbeispiel für einen Film, bei dem alles zu stimmen scheint, außer das Drehbuch. Schade. Hardcore De Niro Fans können sich den Film dennoch ansehen - denn an ihm liegt es wieder einmal nicht.

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