4 Kommentare

Erbarmungslos

DEINE MEINUNG?


1992

Genre: Western, Drama

Spieldauer: ~ 125 Minuten

Regie: Clint Eastwood

Cast: Morgan J. Freeman, Clint Eastwood, Gene Hackman, Richard Harris, Frances Fisher, Saul Rubinek, Anna Levine, Josie Smith, Jaimz Woolvett, Anthony James, Rob Campbell, Liisa Repo-Martell, David Mucci, Beverley Elliott, Tara Frederick

Kurzbeschreibung: William Munnys Beruf ist der Tod. Der wortkarge Mann tötet auf Bestellung. Sein neuer Auftrag wird der gnadenloseste seines Lebens. Einige Prostituierte beauftragen ihn, die Männer zu töten, die einer Hure das Gesicht zerschnitten haben. Doch Munny ist nicht der einzige in der Stadt, der den Tod bringt...


Filmkommentare (4)


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Chev
17.07.16 - 20:07
An und für sich finde ich den Film ganz gut. Schauspielerisch gibt es da auch gar nix zu meckern. Alles in allem kommt mir der Streifen aber zu langsam in Gang. Erst nach der ersten, schleichenden Stunde ist dann etwas Tempo drin, so dass man nicht mehr das Gefühl hat man könnte mal kurz in den Keller gehen, um beispielsweise ne Flasche Wasser zu holen, ohne auch nur das Geringste verpasst zu haben. Ich muss diesen Western jetzt nicht unbedingt noch einmal sehen, obwohl er darstellerisch und auch von der Handlung her eine klare Empfehlung wäre.

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8martin
31.10.14 - 16:52
Es will mir trotz mehrfachem Anschauen und ewig langem Nachdenken nicht in den Kopf, wieso es für diesen Film von und mit Clint Eastwood 4 Oscars gegeben hat. Inhaltlich bietet er nichts Neues, die üblichen Westernzutaten sind drin. Verwitweter Farmer, Clint Eastwood, braucht Geld und verlässt Hof und Kinder um eine Hurenschändung zu rächen. War er da Stammgast oder was? Die Promis bringen den Plot professionell rüber. Der eine oder andere agiert etwas wunderlich: Richard Harris spielt das zwar ganz toll. Ich versteh nur nicht was er will. Ebenso ergeht es mir mit dem Sherriff, den Gene Hackman verkörpert. Einfach unberechenbar. Ist das etwa preiswürdig? Der gute alte Morgan Freeman spielt seine beste Seite als treuer Freund aus. Das kann er am überzeugendsten. Dann ist Clint Eastwood auch noch angeschlagen. Anna Thomson pflegt ihn ganz selbstlos gesund. Die bringt wenigstens etwas darstellerische Klasse in ihrer kleinen Rolle.
Das Argument ‘Spätwestern‘ und ‘Abgesang auf einen Mythos‘ scheint mir etwas ausgetrocknet. Klar kann man 1992 keinen Western mehr wie Altvater Henry Ford drehen. Aber warum denn überhaupt? Etwa weil Eastwood mit diesem Genre groß und erfolgreich geworden ist? Auf diesem ausgetrampelten Pfad trabt er weiter. Hat er doch gar nicht nötig. Bleibt nur noch die Musik. Die ist auch von ihm, hört sich in ihrer Schlichtheit an wie von jemandem, der zum ersten Mal eine Gitarre im Arm hält und passt mit ihrer süßlichen Melodei zum Western wie Matjes zu Speiseeis. Und der Promibonus? Hätte es auch Preise gegeben, wenn den Film ein unbekanntes Greenhorn gemacht hätte? Vielleicht lieben die Amis ja so etwas? Ein Großer kann nur Großes vollbringen. Und der Western ist ja ihre ureigenste Erfindung. Der Titel besagt so etwas wie ‘ Gott verzeiht, Django nicht‘ oder so…
Ich für meinen Teil kann nur sagen: inhaltlich abgedroschen, teilweise kryptisch und unheimlich laaaangweilig. Sorry Clint!

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kurenschaub
29.09.10 - 07:52
Gnadenlos gut und Clint Eastwood "erbarmungslos" überzeugend.
Hilfe für eine mißhandelte Lady und Duell gegen einen sehr starken Gegner, den Sheriff (Hackman). Die ganze Darstellerriege in Spiellaune und zusammen mit einer intellegenten Story und der beachtlichen Regie von Clint reichte es für vier Oscars.
Zeitlos toller, aber auch gewaltreicher Spätwestern.

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Filmfreak
10.06.09 - 23:03
Hirbei handelt es sich um einen sog.Spät-Western aus dem Jahre 1992 von und mit Clint Eastwood (er übernahm darin die Hauptrolle).In weiteren Rollen sind Gene Hackman als erbarmungsloser Sheriff und Morgan Freeman als ehemaliger Partner von Eastwood im Film zu sehen,die sich für die Geschichte wieder zusammentun.
Betrachtet man diesen Western,so stellt man als Zuschauer fest,dass den Protagonisten eine gewisse Idealisierung zugrunde liegt,die dennoch sehr stark ausgeprägt war.Sie machten ihre eigenen Gesetze,und sorgten eben auf ihre Weise für Gerechtigkeit,wenn man hierbei an die Filmrolle von Eastwood und Freeman denkt.Korrupte Regierungsbeamte,pseudo-moralische Glaubens- und Gesellschaftshüter,indianermordende Militaristen und jene dekadente Führungsschichten wurden in diesem neu geschaffenen Genre in den 60er Jahren (Italo-Western) durch die zwar grausamen,aber in ihrem Handeln authentischen und glaubwürdigen Outlaws bloßgestellt.Vor allem eines waren die Darsteller in diesen Filmen:
Im mehrdeutigen Sinne selbstgerecht und so auch in diesem sog.Spätwestern.
Ich möchte nun einen kleinen Spagat machen in der Filmgeschichte und in die 60er Jahre zurückreisen,denn schon damals war diese Idealisierung ebenso ausgeprägt wie in diesem Werk:
Damals war z.B. auch ein Clint Eastwood der Darsteller in Sergio Leones sog. Dollar-Trilogie,die eben einen tiefen Bruch im Western-Genre darstellte.Dabei ging es um die idealisierende Darstellung der Besiedlung des amerikanischen Westens und jenes abgenutzte Image des makellosen,tugendhaften Cowboy-Helden wich der zynischen Darstellung von Revolver- und Anti-Helden,die jenseits der klassischen Gut-Böse-Kategorisierung ihre Kleinkriege austrugen und sich durch den noch so jungen,und doch schon im Niedergang begriffenen Wilden Westen schlängelten.
Lässt man diesen Film einmal Revue passieren,so würde dem geneigten Western-Fan eines auffallen:
Das Regisseur und Hauptdarsteller Clint Eastwood im wahrsten Sinne des deutschen Filmtitels Erbarmungslos mit der schon oben beschriebenen Idealisierung von diesen Westernhelden und damit auch mit seinen eigenen früheren Western-Rollen abrechnet.
Denn William Munny ist alles andere als ein tugendhafter Mann,dabei allerdings nicht selbstgerecht.Er empfindet so erweckte es auf mich den Eindruck seine Gewalttätigkeit als persönliche Niederlage.Sein früheres Selbstzerstörerisches Leben,dass er verachtet und dem er versuchte abzuschwören,holt ihn ganz schnell wieder ein.Dabei sollte der Zuschauer eines noch wissen:
Munny schießt und tötet eben nicht,weil es ihm gefällt oder weil er sich berufen fühlt - nein vielmehr aus Geldnot und Rache,was er dann beides wiederum als Schwäche von sich empfindet.So empfindet er eben die Rache,welche er ausübt,auch nicht als Genugtuung.Damit wird dann der Eigendynamik von der Gewalt sowie der Wahllosigkeit des Todes jeder tiefere Sinn und jede Romantik genommen.
Clint Eastwood achtete beim inszenieren sehr darauf,dass er es dem Zuschauer bewusst schwer machen wollte,sich mit einer Rolle von den Darstellern zu identifzieren,egal welchen man sich da vornahm ob es Munny selbst ist,oder sein Partner Logan,oder der erbarmungslose Sheriff Little Bill Daggett und warum ist das so?
Weil deren Handlungen und Antriebe zweifelhaft sind oder Schuld erzeugen.Als Zuschauer gewinnt man den Eindruck bei diesem Film,dass die Grundierung der gesamten Geschichte einer Hilflosigkeit aller ist,sich dem Strudel der aktuellen Ereignisse zu entziehen.
Verfolgt man den Film aufmerksam,dann ist der einzige Lichtblick hierbei der junge kurzsichtige Möchtegern-Revolverheld Schofield Kid,der sich eben dazu in einem Dialog mit Munny bekennt,nie wieder töten zu wollen.
Nachvollziehbar wird dies dann gerade dadurch,dass er die Skrupellosigkeit Munnys,die er zu Beginn des Filmes bewundert,im Schlaglicht jener Ereignisse als widerlich enttarnt.
Natürlich konnte der gesamte Cast bei diesem Film überzeugen und ich persönlich hätte auch noch Clint Eastwood einen Oscar gegönnt für seine schauspielerische Leistung in diesem Genre mit seinem Alter.Die Szene als er auf das Pferd aufsteigen will und das Pferd da nicht so recht mitmacht bzw. Eastwood Probleme damit hat,da hatte ich das Gefühl er nimmt sich und seine früheren Rollen selbst auf den Arm als Westernheld,der es noch einmal wissen und auch dem Publikum nochmals zeigen möchte.

Dieser Western räumte den Oscar gleich in vier Kategorien (bester Film,beste Regie,beste Nebenrolle (Gene Hackman) und bester Schnitt) ab,nominiert war er für neun Oscars.
Das American Film Institute sieht diesen Western als einer der 100 besten amerikanischen Filme (Platz 68) an.

Ein Abschlusswort zu diesem Film:
Clint Eastwood gelang mit diesem Film eine differenzierte Analyse der Entstehung und Ausbreitung von Gewalt,wobei er gekonnt die Westernklischees mit bitterer Ironie aufbricht.Nicht nur die gelungene Darstellung eines Themas,sondern auch die entmythologisierende Reflexion eines Filmgenres.
Ich ziehe hierbei meinen Westernhut vor Eastwood,der es auch im Alter immer noch drauf hat.Als Western-Fan sollte man diesen zumindest gesehen haben i.d.Regel aber sein eigen nennen!
Ein klares Meisterwerk dieses Genres in meinen Augen.

Nette Geste von Eastwood am Ende:
Im Abspann des Filmes sieht man eine Widmung an Sergio und Don - Sergio Leone sowie Don Siegel,Eastwoods sozusagen verstorbene Mentoren am Beginn seiner Karriere als Regisseur.

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