Der fremde Sohn
77.2/100

Der fremde Sohn

FILM • 2008 • 2 Std. 21 Min.


Regie: Clint Eastwood

Darsteller/-innen: Angelina Jolie, Colm Feore, Michael Kelly, John Harrington Bland, John Malkovich, Riki Lindhome, Jeffrey Donovan, Peter Gerety, J.P. Bumstead, Wendy Worthington, Frank Wood, Debra Christofferson, Ric Sarabia, Kerri Randles, Roger Hewlett, Gattlin Griffith, Michelle Gunn, Jan Devereaux, Morgan Eastwood, Devon Conti, Pamela Dunlap, Jim Cantafio, Erica Grant, Antonia Bennett, Madison Hodges, Russell Edge, Stephen W. Alvarez, Pete Rockwell, Maria J. Rockwell, Dawn Flood

Genre: Biographie, Drama, Geschichte, Krimi, Mystery, Thriller



Los Angeles, 1928. Die allein erziehende Mutter Christine Collins (Angelina Jolie) verabschiedet sich morgens von ihrem Sohn Walter und geht zur Arbeit. Am Abend ist der Neunjährige spurlos verschwunden. Fünf verzweifelte Monate später bringt ihr die Polizei einen Jungen, doch Christine ist überzeugt: das ist nicht ihr Sohn! Die Behörden tun alles, um Christine zum Schweigen zu bringen, aber die kämpft unbeirrt weiter. Ihre Suche nach der Wahrheit bringt einen Sumpf aus Korruption und Lügen ans Licht, erschüttert die Öffentlichkeit und verändert Los Angeles für immer.


Filmkommentare (8)


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8martin
08.03.14 - 10:53
Der kleine Walter verschwindet plötzlich und Mutter Collins (großartig Angelina Jolie) sucht ihn. Daraus ergeben sich zwei kritisch dargestellte Handlungsstänge: die polizeilichen Ermittlungen und die Folgen sowie ein Massenmord an mehreren Buben auf einer abgelegenen Farm. Wie beide Sequenzen zusammenhängen wird spannend erzählt.
Das rücksichtslose Vorgehen der schießwütigen Polizei (Jeffrey Donovan) zwischen vorgefassten Meinungen und politischen Abhängigkeiten ruft letztendlich die Bürger auf den Plan angeführt von Pfarrer John Malkovich. Die Mutter wird beschimpft und diffamiert und schließlich nach Code 21 ohne richterlichen Beschluss von der Polizei in die Psychiatrie eingewiesen, weil sie nicht akzeptieren will, dass man ihr einen fremden Sohn präsentiert hat. Die Zustände dort, der Zynismus der Ärzte als Erfüllungsgehilfen des Systems, Elektroschocks als Mittel der Ruhigstellung sind die zweite himmelschreiende Anklage.
Ein ganz andere Nebenhandlung wird gekonnt eingepasst und erhöht die Spannung, weil ein Kinderfänger und Massenmörder (Jason Butler Harner) auftaucht. Prozess und Hinrichtung werden detailliert geschildert. Die Faktenlage ist klar. Man kann mit dem kranken Kaputtnik fast Mitleid haben. Ein vorheriges Zusammentreffen zwischen Mutter und Mörder bleibt ergebnislos, das Schicksal des Sohnes offen. So bleibt nur die Hoffnung, dass er noch irgendwo leben könnte. Ein offenes Ende nach flammenden Anklagen gegen das System und jede Menge Spannung. Der wissende Zuschauer ist durch die Handlung gebannt eingebunden und kann eventuell lediglich den Epilog als überflüssigen Nachschlag nicht goutieren.

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kurenschaub
29.03.13 - 17:48
Nun habe ich den Film im TV endlich auch gesehen.
Kein schlechter, darstellerisch, storymäßig und Regie ziemlich gut, auch als Nichtfan von Angelina Jolie (die in dem Streifen ganz schön viel durchmachen muß) so wie ich, ist man zufrieden.
Großartiges Drama in erlesenster Bebilderung und mit viel Gefühl.
Wieder stimmt das Sprichwort: Unverhofft kommt oft!!

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29.01.12 - 18:16
Es ist wohl mit einer meiner Lieblingsfilm.
Ich fand ihn trotz der Länge nicht langweilig, stets spannend und besonders gut hat mir Angelina Jolies Darstellung gefallen. Sie war voller Emotionen und Tiefe, wie ich finde. Ein Drama das berührt.

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Kiddow
13.12.10 - 16:59
Eigentlich wollte ich diesen Film nicht unbedingt sehen und meine Erwartungen waren demzufolge auch sehr gering. Aber schon nach wenigen Minuten war ich gefesselt von den Bildern und der Geschichte.
Christine Collins ist eine alleinerziehende Mutter. Als sie eines Tages von ihrer Arbeit nach Hause kommt, kann sie ihren Sohn nicht finden. Sofort schaltet sie die Polizei ein, die zu jener Zeit (Ende der 20er Jahre in den USA) einen nicht sonderlich guten Ruf genießt in LA. Nach fünfmonatiger Suche wird der Junge von den Polizisten gefunden und seiner Mutter wieder übergeben. Nur es ist ist nicht ihr Sohn, sondern ein anderer Junge. Die Polizei will davon nichts hören, denn sie macht natürlich keine Fehler...und nun?
Das alles auf wahren Begebenheiten beruht, macht diesen Film umso dramatischer. Was Christine Collins alles durchmachen musste ist unglaublich und man leidet mit ihr. Angelina Jolie hat mir sehr gut in der Rolle der verzweifelten Mutter gefallen und das Regie Genie Clint Eatswood präsentiert mit diesem Film mal wieder sein können, der Mann hat es einfach drauf und liefert stets fantastische Filme, die den Betrachter berühren und an den Geschichten teilhaben lassen. „Der fremde Sohn“ ist bedingungslos empfehlenswert und verdient von jedem eine Sichtung.

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14.03.10 - 10:43
ich kann mich jürgen und lilly nur anschließen! alleskönner eastwood zeigt auch hier wieder in gewohnter musikalischer verführung und schönsten bildern eine einzigartige und bedrückende story (die zum ganzen übel auch noch wahrhaftig so passiert sein muss, unvorstellbar.).
großartige leistung von jolie und malkovich, dennoch hat mich teilweise das sich ständig widerholende "ich will meinen sohn!" von jolie's figur christine collins leicht angenervt an manchen stellen. umso besser die szenen, in denen jolie das blanke entsetzen und die pure verzweiflung ins gesicht geschrieben stehen.
fazit:
ein zweistündiges drama, das mich wirklich berührt hat und an manchen stellen die verzweiflung der protagonistin richtig überschwappen hat lassen. sollte man auf jedenfall gesehen haben, ich für meinen teil kann ihn uneingeschränkt weiterempfehlen.

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02.11.09 - 22:26
. . . oh je . . . fange hier mit negativer Meinung gleich an , ich möchte darauf verweisen , das Filme , die auf die letzten moralischen Bastionen in den kapitalistischen Gesellschaften basieren , nämlich Schauer durch zerhackte Kinder, Schauer durch quälende Doctores und maßlose Polizeischönlinge mich irgendwie verängstigen. Angelina Jolie glaubt man nur , dass sie im wirklichen Leben für den armen Mister Pitt eine echte herausforderung ist. Zickig und steif auf den Rollern. Ach so , diese Filme machen uns aggressiv, subtil, wir gewöhnen uns an das Abschlachten von Kindern , ach und Kinder gucken zu. Eine Hinrichtung ist wohl auch der Traum jeden aggressiven Mitbürgers, bis die letzte Socke nicht mehr zuckt wird in HD aufgezeigt.
. . ich möchte mich von dieser Clintschen Ausbeutung letzter moralischer Bastionen distanzieren...

...tut mir leid. . .
...Blokker

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lilly
06.09.09 - 22:40
kann mich jürgen nur anschließen: der film ist spitzenklasse! selbst meine hohen erwartungen wurden übertroffen... absolut sehenswert...

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eichi
05.09.09 - 12:27
wenn altmeister clint eastwood regie führt, kommt meist ein grandioser film dabei raus.

das gilt auch hier bei 'der fremde sohn'.

ich war anfangs etwas abgeneigt von diesem film und wollte ihn mir gar nicht wirklich ansehen, doch zum glück konnte mich meine freundin umstimmen.

'der fremde sohn' ist in meinen augen wieder einmal ganz großes kino geworden. beginnt der film noch recht langsam, so versteht es eastwood, die spannung nach und nach zu erhöhen. die geschichte weiß wirklich zu fesseln und man ist gespannt, was die story für ein ende finden wird.

nicht ganz so begeistert war ich von angelina jolie, wenn man sie in diesem film sieht, denkt man unweigerlich an bulimie, auch wenn das gar nicht zum film/thema passt.

bereits nach der ersten sichtung zähle ich 'der fremde sohn' zu meinen filmfavoriten. spannung, story, drama, ... einfach ein gelungener film.

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