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DNA - Experiment des Wahnsinns
60.0/100

2 Bewertungen

DNA - Experiment des Wahnsinns

FILM • 1996 • 1 Std. 40 Min.


Regie: John Frankenheimer

Darsteller/-innen: Marlon Brando, Val Kilmer, Ron Perlman, David Thewlis, Fairuza Balk, Temuera Morrison, Mark Dacascos, William Hootkins, Peter Elliott

Genre: Horror, Sci-Fi, Thriller



"...die Insel des Dr. Moreau". Nach einem Flugzeugabsturz wird der einzige Überlebende, Edward Douglas, vom Wissenschaftler Montgomery gerettet und auf eine einsame Insel gebracht. Die Idylle birgt jedoch ein fürchterliches Geheimnis. Schon bald merkt Douglas, daß er Teil eines entsetzlichen Experimentes des irren Dr. Moreau ist. Aus menschlichen und tierischen Genen bastelt Moreau eine Super-Rasse. Dabei unterläuft ihm ein schwerwiegender Fehler mit fatalen Folgen, denn die Monster machen sich selbständig und sorgen für blutiges Grauen.


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Filmosoph

Filmosoph


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02.07.09 - 12:11
Ich dachte, der Film ist aus zwei Gründen sehenswert: (1) Es handelt sich um eine H. G. Welles Verfilmung, die Vorlage stimmt also. (2) Marlon Brando ist in einem seiner letzten Filme zu sehen. Daneben ist noch Val Kilmer zu bewundern, Samuel L. Jackson hat auch eine Minirolle.
Der deutsche Titel verrät da ja schon einiges, der englische weniger. Nur durch das »Dr.« könnte man vermuten, dass es sich (wieder mal) um einen »Ich-bin-Gott«-Film handelt, was ja grundsätzlich interessant ist. Der Film beginnt recht mysteriös, mit einigen Hinweisen. Die Hauptfigur gelangt ja schließlich durch einen Unfall auf die Insel und ist – wie kann es anders sein – dort gefangen. Anfangs ist der Spannungsaufbau ganz in Ordnung. Dann: Der erste Auftritt des Altmeisters Marlon Brando, fast unkenntlich, wegen »der Sonne«. Zu diesem Zeitpunkt hat der Zuseher bereits Bekanntschaft gemacht mit den »Schöpfungen« der Insel, die allsamt nicht sonderlich gut gemacht sind. Immerhin sollten ja gerade diese eine gewisse Gänsehautatmosphäre auslösen, was über die ganze Strecke des Films nicht gelingt. Somit bleibt noch der Zweck dieser Wesen, um den Wahnsinn des Dr. Moreau zu verdeutlichen, auch hier sind sie nur bedingt geeignet, da einfach keine Gänsehaut-Atmosphäre aufkommen mag. Das kann in diesem Fall nicht am Alter des Films (1996) liegen, sondern wohl am Budget (Das Original stammt übrigens aus dem Jahr 1976).
Hier ein Stimmungsbericht der zweiten Hälfte des Filmes: Während die erste Hälfte anfangs noch mysteriös daher kommt (deutlich in der Szene zu erkennen, wo der Hauptdarsteller in das Zimmer eingesperrt wird), verkommt die zweite Hälfte gar zu Klamauk. Als Brando nicht mehr im Bild ist, und seine Rolle Kilmer übernehmen soll, gelingt es Frankenheimer leider nicht, die Spannung zu erzeugen, die er eigentlich beabsichtigt hatte. So haben wird also ein ziemliches Chaos vor uns, mit dem der Zuseher wohl wenig anfangen kann, da es nicht fesselt.
Auf der anderen Seite bringt der Film interessante Aspekte zur Disposition, die eben alle aus der Feder von Welles stammen. Ich denke, die fehlende Spannung ist nicht auf das Buch zurück zuführen, sondern auf die mangelhafte Umsetzung. Welles stellt eben grundsätzlich die Frage, ob herumexperimentieren mit Mensch-Tier in seiner extremsten Variante (».. und Menschen sind wir!«) erlaubt sein sollen. Denn von der Möglichkeit geht er in diesem Film aus. Die Antwort muss wohl negativ sein: »Experimente des Wahnsinns«, wie der deutsche Titel schon sagt. Dennoch wird den Kreaturen gegen Ende die Autonomie gegeben, die sie benötigen (interessante Parallele zum Ende von The 6th Day). Doch leider bleiben selbst diese Fragen an der Oberfläche, sie dringen nicht wirklich in das Bewusstsein des Sehers vor, da der einfache Klamauk im Vordergrund steht. Dass solche Fragen anders vermittelt werden können, sieht man wohl am besten an Kubricks Uhrwerk Orange.
Alles in allem also grundsätzlich ein gutes Thema, das miserabel umgesetzt wurde. Während die Anfangsphase noch einigermaßen zu überzeugen weiß, die Auftritte von Brando interessant sind, rutscht der Film in ein belangloses Klamaukgeplänkel ab. Schlecht finde ich das leider.

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