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2 Kommentare

Frost/Nixon

DEINE MEINUNG?


2008

Genre: Drama, Geschichte

Spieldauer: ~ 117 Minuten

Regie: Ron Howard

Cast: Michael Sheen, Matthew Macfadyen, Sam Rockwell, Kevin Bacon, Frank Langella, Rebecca Hall, Oliver Platt, Clint Howard, Kate Jennings Grant, Jim Meskimen, Gabriel Jarret, Andy Milder

Kurzbeschreibung: Nach seinem Rücktritt als Präsident der USA hüllte sich Richard M. Nixon drei Jahre in Schweigen. Im Sommer 1977 erklärte er sich schließlich bereit, dem britischen Starjournalisten David Frost ein Interview zu gewähren und Auskunft über seine Amtszeit und die Hintergründe des Watergate-Skandals zu gewähren. Nixon war sich gewiss, den als nicht zu schlagfertig bekannten Frost mühelos zu beherrschen. Doch als die Kameras laufen, überrascht ein blendend aufgelegter und bestens vorbereiteter Frost sein Gegenüber. Eine erbitterte Schlacht folgt, in der die beiden Männer mehr Einblick in ihre Seele gestatten als zu erwarten war...


Filmkommentare (2)


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Chev
20.08.11 - 03:30
Ein guter Film, fast dokumentarisch in Szene gesetzt über den Amtsmißbrauch und die Überführung des amerikanischen, republikanischen Präsidenten Richard Nixon. Der in der Watergate Affäre über den Talkmaster David Frost gestolpert ist.
Wortgewaltig kommt der Film daher, der zwar recht langatmig wirkt, aber zu keiner Zeit an Spannung verliert. Er zeigt die Geldgier von Nixon und die menschliche Seite des David Frost.

Sehr gut gecastet ist der Film wirklich eine Bereicherung für jede Filmsammlung.

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Filmosoph
24.07.09 - 18:54
Eine »wahre« Geschichte. Noch dazu halte ich diese für ziemlich identisch, eben angereichert mit filmisch-erzählerischen Mitteln wie Übertreibungen, Anspielungen, die sich aber in Grenzen halten. Nixon hatte angeblich öfters Aussetzer »Filmrisse« wenn er trank. So rief er dann Bekannte an, meist Abends; am nächsten Morgen konnte er sich dann nicht mehr daran erinnern. In Frost/Nixon führt er dieses Gespräch mit David Frost, noch dazu ein sehr interessantes Gespräch.
Kann man dem Film historische Ungenauigkeit unterstellen? Eigentlich nicht. Denn Regisseur Ron Howard hat sich nur die künstlerische Freiheit herausgenommen, Wahres mit Wahrem zu kombinieren (mal überspitzt ausgedrückt), was zusammengenommen nicht mehr »richtig« ist. Das ist Film, soviel zur historischen Komponente, der Kritik darüber; ich finde es ist also im Rahmen.
Der andere Teil, und vielleicht der viel wichtigere Teil (ist man eben einfach an einem »guten« Film interessiert, ohne Hintergrundwissen dafür vorauszusetzen), ist die filmische Umsetzung dieses Interviews. Nachdem Nixon von seinem Amt nach der Watergate-Affäre am 9. August 1974 zurücktrat erklärte er sich (wohl primär aus Geldmangel) dafür bereit, mit dem (von ihm unterschätzen) Talkmaster David Frost ein Interview zu führen. Sein Nachfolger Ford hatte ihn bereits vollständig rehabilitiert. Also war es wahrscheinlich wirklich Geldmangel.
Das ist der Hintergrund. Nicht gerade Stoff für einen Thriller. Aber der Film ist deshalb sehenswert, weil er alle anderen attraktiven Momente eines Filmes perfekt auslotet; intensive Charakterstudien. Tolle Schauspieler (Frank Langella wurde zu Recht für einen Oscar nominiert, dazu noch Michael Sheen, Kevin Bacon, Rebecca Hall (die Neuentdeckung aus Vicky Christina Barcelona), Oliver Platt, Sam Rockwell), eine gekonnte Inszenierung (eben Ron Howard) und so viel Spannung, wie es bei dieser Story eben geht. Ich meine, der Film ist sicher dann am interessantesten, wenn man die Hintergründe kennt. Wäre das Interview rein fiktiv, wäre es sicher kein verfilmenswerter Stoff. Trotzdem wäre auch dann Howard ein sehenswerter Film gelungen, aber nichts weiter. Denn gerade durch die guten Darsteller, die ihre Vorbilder mehr als adäquat abbilden gewinnt der Film an Brisanz. Frost als Strahlemann, dem mehr als einmal die Luft weg bleibt. Nixon als uncharismatischer Diplomatiker, guter Rhetoriker aber eben unsympathisch. Sein größter »Fehler«. Langella ist ein Genuss in dieser Hinsicht.
Man könnte natürlich sagen, der Film ist ein Drama, das stimmt auch. Aber er ist es nicht nur: Der Film hat genügend komische Momente, die aber nicht in einem Komödienstil geschrieben wurden. Vielmehr ist es zwischenmenschlicher »Alltagshumor«, wie er eben immer mal »passiert« – aber eben auf einem ziemlich »hohen staatsmännischen« Niveau. Somit ist Frost/Nixon ein kleiner Genremix, Bacon trägt sogar »militante Züge« in den Film.
Frost/Nixon ist die wohl bestmögliche Filmversion des legendären Interviews und seiner Hintergründe. Ich glaube nicht, dass mehr herauszuholen gewesen wäre, ohne die Historie arg zu verfälschen. Der Film ist dezent und baut auf den Dialogen und den Großaufnahmen nicht nur kameramäßig, auch charakterlich. Für mich ein Meisterwerk.

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