2 Kommentare

Appaloosa

DEINE MEINUNG?


2008

Genre: Western, Drama, Action, Krimi

Spieldauer: ~ 110 Minuten

Regie: Ed Harris

Cast: Viggo Mortensen, Timothy Spall, Jeremy Irons, Ed Harris, Renée Zellweger, Tom Bower, James Gammon, Cerris Morgan-Moyer

Kurzbeschreibung: In Sheriff Virgil Coles und Everett Hitchs Geschäft schießt man schnell, sauber, fehlerfrei und lädt sofort nach. Ohne Gefühle. Denn Gefühle können einen ins Grab bringen.


Filmkommentare (2)


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8martin
04.03.13 - 09:29
Ed Harris, den wir aus vielen tollen Rollen kennen, steht hier mal vor und hinter der Kamera. Er hat nach der Romanvorlage alles zusammengetragen, was die Atmo eines Neowesterns ausmacht: Saloon, Schießerei, Verfolgungsritte etc. Und doch ist dieser Film anders. Er spielt mit den genreüblichen Elementen und variiert sie.
Auffallend das westernuntyprische Frauenbild. Ally (Renée Zellweger) gerät zwischen zwei Vertreter echter Männerfreundschaft. Offiziell gehört sie zwar zu Cole (Ed Harris), aber eigentlich fühlt sie sich mehr zu Hitch (Viggo Mortensen) hingezogen. Der gibt in diesem Dreieck den treuen Hagen. Das Problem wird – man traut seinen Ohren kaum – unter den dreien ausdiskutiert. Das wird dann noch von Ally getoppt, als sie sich mit dem Bösewicht (Jeremy Irons) einlässt. Bei ihrer Entführung packt sie wohl das ‘Stockholm-Syndrom‘. Alles äußerst ungewöhnlich. Cole wahrt die Kontenance, Ally sitzt weiterhin an seinem Tisch. Sie liebt halt immer den ‘Leithengst‘, sagt sie. Dabei hat er es doch eigentlich eher mit ‘Huren und Squaws‘. Coles Antwort ‘Sie ist weder noch!‘ Für einen Western sind die Dialoge recht treffsicher und bisweilen philosophisch angehoben. Auch wenn Cole häufiger Formulierungsschwierigkeiten hat. Das Ende ist der obligatorische Ritt in den Sonnenuntergang, und Cole bleibt da, wo er schon die Vorhänge ausgesucht hat. Manche Erwartungen werden enttäuscht, dafür vielleicht ungeahnte erfüllt.

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20.12.09 - 00:24
Wirklich erstaunlich, wie ich immer mehr zum Westernfan werde. Konnte mich lange Zeit mit dem Genre nicht sonderlich anfreunden, die derbste Überzeugung kam für mich wohl durch Erbarmungslos. Aber okay, ich wollte eigentlich über Appaloosa schreiben!

Zunächst zu den Charakteren, mir gefallen alle gespielten Rollen sehr gut. Mimik spielt eine große Rolle in dem Film... und die zeigen Viggo und Ed, aber auch Bösewicht Bragg (von Jeremy Irons gespielt) wirklich vom Feinsten. Was mich an dem Film am meisten gestört hat, war der für mich absolut unrealistisch erscheinende Bart von Viggo Mortensen.
Das Reneé Zellweger nichtmehr die Jüngste ist, lässt sie deutlich besser in die Rolle der - ein wenig dümmlichen, aber eiskalten - Allison French passen, hier wäre es absolut untreffend gewesen, eine junge, optische Granate vor die Kamera zu schmeißen (wie das leider häufig in den neuen Hollywood-Streifen öfter der Fall ist).

Anfangs werden ein Marshall und seine zwei Deputies erschossen und zwar von dem fiesen Randall Bragg - Anführer der Bösewichte. Danach sollen sich das Dreamteam Virgil Cole (Ed Harris) und Everett Hitch (Viggo Mortensen), der den Deputy von Virgil abgibt, um die jetzt Marshalllose Stadt Appaloosa kümmern. Sie bringen Ihre eigenen Gesetze mit, so zum Beispiel dürfen keine Waffen mit in die Stadt gebracht werden, was natürlich prompt von drei Leuten Braggs gebrochen wird.
Ab hier werden verrennt sich die Story in verschiedene Richtungen und Dummheiten der Charaktere. Sehr nett anzusehen!

Fazit:
Neuartiger Western, der mich sehr gut überzeugt hat.
+ Wer dem Western-Genre nicht ganz abgeneigt ist und sich für zwei Stunden nett unterhalten lassen will, kann hier getrost zuschlagen.

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