Winnetou I
64.2/100

Winnetou I

FILM • 1963 • 1 Std. 41 Min.


Regie: Harald Reinl

Darsteller/-innen: Lex Barker, Mario Adorf, Pierre Brice, Ralf Wolter, Chris Howland, Walter Barnes, Marie Versini, Dunja Rajter, Milivoje Popovic-Mavid, Niksa Stefanini, Branko Spoljar, Husein Cokic, Demeter Bitenc, Tomoslav Erak, Hrvoje Svob

Genre: Abenteuer, Western



Die Freundschaft zwischen Winnetou, dem Häuptling der Apachen und Old Shatterhand beginnt mit blutigen Kämpfen. Entgegen der ursprünglichen Abmachung wird die Bahnlinie der Great Western Railroad auf Betreiben des Banditen Santer mitten durch das Gebiet der Apachen gelegt. Als Abgesandter der Eisenbahngesellschaft versucht Old Shatterhand, Santer von seinem Plan abzubringen und die Indianer zu versöhnen. Da die Apachen von Old Shatterhands guten Absichten nichts wissen, sehen sie auch in ihm einen Feind. Old Shatterhand muß einen Zweikampf gegen Winnetou gewinnen, bevor die beiden Blutsbrüder werden.


Filmkommentare (3)


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Kein Userbild
21.09.10 - 09:32
Hab ihn mir als Kind immer angeschaut

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GASTBEITRAG
17.12.09 - 16:53
kann kurenschaub da nur zustimmen. der film ist wirklich der beste der reihe (wie sooft bei mehrteiligen filmen). teil 2 und 3 sind aber immerhin noch sehenswert, was man von teil 4, der ja erst jahre später gedreht wurde, absolut nicht mehr behaupten kann.

winnetou 1 ist ein sehr schöner western mit den tollen darstellern pierre brice und lex barker.

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kurenschaub
11.12.09 - 22:17
Großartig und Kult! Toller Western, blendende Regiearbeit, mitreißende Kamera und der beste gemimte Winnetou/Shatterhand ever. Dieser enorm gelungene Winnetou Western war der Höhepunkt der ganzen Karl May Welle!
Rund sechzig Jahre nach dem Tod des sächsischen Fabulierers breitete sich die Karl May Begeisterung erneut aus von Deutschland bis in die USA und noch weiter rund um den Globus.
Diese Renaissance wurde ausgelöst durch die grandiosen Verfilmungen von vor allem Der Schatz im Silbersee und der Winnetou Triologie in den Sixties, welche die jungen und auch
älteren Zuschauer zu wahren Begeisterungsstürmen hinrissen.
Mit einem noch nie dagewesenen Aufwand wurde Winnetou 1 in Szene
gesetzt. 500 Pferde, 5000 Mitwirkende und 100 kg Sprengstoff ware notwendig um die Abenteuer des Apatschenhäuptling Winnetou
atemberaubend auf die Cinemascope Leinwand zu zaubern.Und nur dort wirkte der Film auch derart beeindruckend, buntes Popkornkino im Hollywoodformat.
Und was war das alles gegen die 50 000 Platzpatronen aller Kaliber und Mündungsfeuer, die der Cheffeuerwerker, Erwin Lange
(Langes Brände sind die besten) mitbrachte und von denen am Schluss der Dreharbeiten nur noch ein schäbiger Rest übrig blieb.
Die größte Kaltblütigkeit legten jene hundert jugoslawisches Spitzenkaskadeure (Stuntman)an den Tag, die die harten Action
Passagen ritten und sich dabei je nach Drehbuchsituation
effektvoll aus dem Sattel schießen lassen mußten.
Und der Angriff der Kiowas auf den Treck nach Roswell mußte in Natura auf der Buckelpiste bei Rijeka heruntergekurbelt werden, ein wahrhaft abenteuerliches Unterfangen.
Die Kaskadeurecrew ließ sich wilde Bärte wachsen, wurden wie gerade gewünscht, in zerfledderte Banditen und farbenprächtige Indianer Kostüme gesteckt, und sahen mit ihren sonnengegerbten Gesichtern wahrlich wie die verwegensten Galgenvögel aus den dark and bloody grounds des amerikanischen Western aus.
Von dieser unendlichen Mühe und Sorge um die Genauigkeit im Detail und um die möglichst lebensechte Gestaltung des Films merkt der Besucher im bequemen Kinopolstersessel nichts.
Echte Waffen, echter Kopfschmuck, echte Bekleidungsstücke der damaligen Zeit und dieses Bemühen um Authentizität macht Winnetou
1. Teil so einzigartig.
Er geht weit darüber hinaus was amerikanische Westernspezialisten, sich an Sorgfalt aufzuerlegen pflegten.
Solch ungeheure Liebe der deutschen Winnetou Filmemacher in Zusammenarbeit mit der jugoslawischen Jadran Film bildet diesen wunderbaren Hintergrund zur Romantik, zum Abenteuer und zu der Spannung, welche insbesondere Der Schatz im Silbersee und Winnetou 1 so auszeichnet.
Dazu kommt noch eine unschlagbare herrliche Filmmusik von Martin Böttcher, die den Film noch beseelter und noch schöner macht.
Und nun zum Streifen, der vor allem deutsche Filmgeschichte geschrieben hat, selbst.
Mario Adorf als (und neben Herbert Lom im Silbersee) Bösewicht einfach gnadenlos gut. Hier hat noch alles gepasst, Marie Versini ist eine wunderschöne Nscho Tschi und ebenfalls die Idealbesetzung. Sam Hawkins alias Ralph Wolter extrem überzeugend dem Karl May Buch entsprungen.
Die kroatischen Westernlocations sind umwerfend und es gibt kaum einen Fleck Dreharbeitserde, an der ich mir Jahrzehnte danach nicht selbst schon die Füße vertreten habe.
Leider verflachte die Serie später immer mehr!
Aber Winnetou 1 zählt seit Jahrzehnten zu meinen Lieblings Film Favoriten.
Da gehts um rein gar nicht, aber es war prägend! Unauslöschlich!
Für jeden, der meine euphorische Rezension vielleicht etwas müde belächelt, hier noch die Besprechung dieses Filmes von einem der renommiertesten All Time Filmkritiker Mr. Allan Eyles in Film & Filming:
Wir mußten auf die Deutschen warten, um endlich wieder einen gradlinigen Western zu bekommen, mit der Betonung entschieden auf Action und nicht auf psychologischen Untertönen.IN DIESER PRODUKTION GIBT ES KEINE HALBEN SACHEN,UND MEIN ENTHUSIASMUS FÜR DEN FILM IST NICHT HALBHERZIG! MAN BADET IN EINEM WAHREN JUNGBRUNNEN.
In einer wenigen selbstgefälligen Weise hat der Film
eine DeMille-Grandeur.
Während verschiedene Handlungsfäden abgespult werden,folgt Höhepunkt auf Höhepunkt.
In der Hauptsache haben wir es zu tun mit einem Eisenbahnbau Epos, verschiedenen Indianerstämmen, die sich in die Haare geraten und einer geheimen Goldmine in den fernen Bergen.
Der Ganove (dessen Schurkereien durch das komödiantische Spiel Mario Adorfs eine hübsche Note gewinnen) läßt die Pläne ändern, um die Strecke durch das Indianer Territorium zu führen.Lex Barker ist der Inspektor der Gesellschaft Great Western Railroad, er kommt, um nach dem Rechten zu sehen. Die Differenzen werden ausgetragen in einer handfesten Saloon Schlägerei,mit herrlich inzenierten Einstellungen, wo ein Mann über die ganze Theke hinwegsaust und einer Revolverschlacht die auf unvergessliche Weise entschieden wird.
Die Streckenleger waren Nachts heimlich unterwegs, so daß eine Lokomotive direkt in das Refugium der Banditen dampfen kann, die dann auch aus allen Fenstern gehüpft kommen.
Atemberaubend wird man danach sofort in eine wilde Indianerattacke geschleudert. Dieser Film hält einem immer fest in seinem Griff und die Szene in dem der Bösewicht wirklich und tatsächlich mit einer Hand an der Felsklippe am Abgrund hängt, während unten die Apachen ihre Lanzen aufrichten, damit er drauf fallen kann, bildet ein denkwürdiges Finale.
Winnetou 1 ist ganz offensichtlich von Leuten gemacht, die den Western lieben und hinter den mühelosen Eindruck, den das ganze vortäuscht, verbergen sich mit Sicherheit unendlich viele Strapazen und Sorgfalt.
Die Inszenierung ist darauf bedacht immer alles übersichtlich darzustellen und Schwenks verbinden oft verschiedene Gruppen von Leuten, wodurch man ersehen kann, das alles so in Szene gesetzt ist, wie man es sieht und nicht aus Aufnahmen zusammengestückelt, die an verschiedenen Plätzen und zu verschiedenen Zeiten gedreht wurden.
DIESER FILM IST NICHT NUR WIRKLICH AUFREGEND,
SONDERN ERWECKT AUCH DEN LEGENDÄREN WESTEN IN SEINER NATÜRLICHEN GROßARTIGEN UMWELT (Jugoslawien)UND IN DEKORATIONEN, DIE GENAU RICHTIG WIRKEN (obwohl sie von der Hollywood Norm erfrischend abweichen) ZU NEUEM LEBEN.
Es waltet auch der Respekt vor traditionellen Werten:
Der Leichnam des weißen Vaters wird zeremoniell auf die Trauer Plattform (Baum) gehoben, die Gefallenen einer Schlacht werden im Dunkeln geborgen und am Schluß der Ritt des Brüderpaars in die untergehende Sonne.
DIE DARSTELLER WIRKEN AUSGESPROCHEN ECHT, BESONDERS PIERRE BRICE, DER AN ROCK HUDSON IN SEINEN TAZA-SON OF COCHISE TAGEN ERINNERT UND DER ALTE,ZERZAUSTE WITZBOLD SAM HAWKINS.
Ohne Scherz, dieser Film ist von Anfang bis zum Ende eine reine Freude.
Jeder der jemals an einem Western Spaß hatte, sollte sich umgehend aufmachen um sich den Film anzusehen!
Bambi und Prädikat wertvoll!
Winnetou erster Teil hatte lt. internationaler Verleihstatistik allein in Germany rund 18 Millionen Besucher, fließt aber in die Liste der erfolgreichsten Filme nicht mit ein, da erst ab 1973 offiziell gezählt wurde.
Glück für Otto, oder der Schuh des Manitu oder?

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