2 Kommentare

Invictus - Unbezwungen

DEINE MEINUNG?


2009

Genre: Sport, Biographie, Drama, Geschichte

Spieldauer: ~ 134 Minuten

Regie: Clint Eastwood

Cast: Morgan J. Freeman, Matt Damon, Patrick Lyster, Tony Kgoroge, Julian Lewis Jones, Marguerite Wheatley, Patrick Mofokeng, Adjoa Andoh, Matt Stern

Kurzbeschreibung: Der gerade gewählte Präsident Nelson Mandela (Morgan Freeman) weiß genau, dass sein Land auch nach dem Ende der Apartheid von Rassenvorurteilen und wirtschaftlichen Benachteiligungen zerrissen ist. Er glaubt allerdings fest daran, sein Volk durch einen Sport vereinen zu können, der alle Schranken überwindet: Mit großem Enthusiasmus unterstützt er das südafrikanische Rugby-Team, obwohl es als Außenseiter bei der Weltmeisterschaft 1995 kaum eine Chance hat.


Filmkommentare (2)


Beitrag schreiben


Chev
100
Chev
28.06.11 - 23:54
Filmfreak hat bereits erfolgreich den Film beschrieben. Ich kann auch nur wiederholen:
Wer den Film noch nicht gesehen hat, sollte ihn sich anschauen.

Ich kann nicht zählen wie oft mich dieser Streifen von Clint Eastwood berüht hat und sogar zu Tränen gerührt. Das dieser als Regisseur es versteht die Emotionen zu wecken ist eigentlich jedem Filmfan bekannt. "Invictus" hat nicht nur eine ergreifende Story/Handlung und unglaubliche Schauspieler, vielmehr schafft er es in seinen Bann zu ziehen und den Zuschauer mitzunehmen.
Auch die Sportszenen sind sehr gut umgesetzt und geht für mich daher auch als Sportfilm durch.
Ganz klar einer meiner liebsten Filme, für den man sich Zeit nehmen sollte und auf den man sich einlassen muß, denn nur dann erkennt man das Meisterwerk.

Antwort abgeben

Filmfreak
15.10.10 - 00:08
Hier erwartet den Cineasten das bis dato letzte Regiewerk von Clint Eastwood aus dem Jahre 2009 und auch bei diesem hat der markante und sympathische Clint wieder einmal alles richtig gemacht.
Der Titel dieses Films bezieht sich auf jenes Gedicht Invictus von William Ernest Henley, das dem Widerstandskämpfer und späteren Präsidenten Südafrikas, Nelson Mandela, während der Haft Halt und Trost gegeben hatte. Ganz am Ende meines Kommentars könnt Ihr Euch dieses Gedicht selbst durchlesen. Im Film und mit der richtigen Ambiente sowie den dazugehörigen Szenen kommen diese Zeilen natürlich ganz anders zur Geltung! Es war für mich eine Augenweide dieses Gedicht während des Films zu hören! Absolut ergreifend!

Kaum ging dieses Jahr die Fußballweltmeisterschaft in Südafrika zu Ende, da nimmt uns Regisseur Clint Eastwood mit diesem Film auf eine erneute Reise dorthin, die Geschichte hat auch etwas mit dem Sport zu tun, nämlich mit dem des Rugbys. Der Plot der dahinter steckt, war dann am Ende für mich doch wesentlich mehr ergreifender als der dritte Platz der bei der WM für unsere deutsche Nationalmannschaft rausgesprungen ist.

Nach jahrzehntelanger Haft auf Robben Island wird 1990 Nelson Mandela freigelassen. 1994 gewinnt dieser nach dem Ende der Apartheid als erster Schwarzer die Präsidentschaftswahlen. Sein größter Wunsch:
Eine sehr tiefe Kluft zwischen der weißen Minderheit und der schwarzen Mehrheit zu überwinden. Für dieses Vorhaben setzt er sich nicht nur sehr stark ein, nein er benutzt dafür auch noch eine entscheidende Komponente:
Den Sport, in diesem Fall ist es Rugby.
In dieser Sportart sieht Nelson Mandela die beste Möglichkeit, die verschiedenen Bevölkerungsgruppen einander ganz nahe zu bringen.
Wie schaut dieses Vorhaben aus?
Mandela bittet bei einem Gespräch den Kapitän des südafrikanischen Rugbyteams Francois Pienaar (Matt Damon) das Unmögliche möglich zu machen um es auf gut Deutsch zu nennen:
Die Jungs sollen den Pott nach Hause holen und die Weltmeisterschaft im Rugby gewinnen!
Nun ist Francois Pienaar und sein Team mehr als gefordert, denn Nelson Mandela glaubte schon immer, egal wie schlecht es ihm geht an sich und so setzt er all sein Vertrauen in diese Mannen des südafrikanischen Nationalteams...

Zu Beginn wenn man den erblondeten Matt Damon das erste Mal zu Gesicht bekommt, muss sich vielleicht der eine oder andere Filmfan an seine blonden Haare erst einmal gewöhnen. Mir ging es jedenfalls so. Allein diese Tatsache schmälert aber in keinster Weise die schauspielerische Leistung von ihm hierbei. Er konnte auch in dieser Rolle glänzen und Akzente setzen. Damon gefiel mir in seiner Rolle als Kapitän sehr gut.
Dieser schauspielerischen Leistung konnte nur noch ein Actor übertrumpfen:
Morgan Freeman als Nelson Mandela und ich war von seiner schauspielerischen Glanzleistung mehr als begeistert. Er verkörperte seine Rolle so gut und fabelhaft, dass man doch tatsächlich meinen konnte, Nelson Mandela himself steht auf der Bühne. All die Mimiken und Gestiken selbst die Sätze von Freeman wirkten so authentisch und kamen so gut rüber, dass es ein wahrer Filmgenuss gewesen ist, ihn in seiner Rolle zu erleben - Hut ab vor dieser Leistung!
Was dem allen sicherlich sehr geholfen hatte, war die Tatsache, dass sich Mandela mit Freeman extra für diesen Film getroffen hatte zu einem ausgiebigen Gespräch. So konnte natürlich der Schauspieler Morgan Freeman sich noch einiges von Nelson Mandela aneignen und verinnerlichen für seine Rolle.
Clint Eastwood weiß in der Tat wie man ganz großes Kino erzählt!
Ein weiterer positiver Aspekt dieser Inszenierung ist seine doch recht variable Umsetzung. Zu aller erst ist es mehr als nur ein brisantes Thema, dazu gesellen sich mehr denn je diverse politische Themen und wenn man diese Worte liest, dann geht man i.d.R. stets von einem "trockenen" recht unspektakulären Film aus, bei dem man Angst haben muss das man als Cineast nicht einschläft. Kann einem hier überhaupt nicht passieren wehrte Filmfreunde, denn Morgan Freeman weiß es ganz genau im Film wann er einen lockeren Spruch zur Aufheiterung bringen kann und wann von ihm die coolness & cleverness eines Staatsmannes erwartet wird um die politische Richtung seines Landes ganz geschickt in die richtigen Bahnen zu lenken. Außerdem füllt er diese Rolle mit einer Hingabe sondersgleichen aus und haucht der Person Nelson Mandelas eine ganz besondere Art & Note ein. An dieser Stelle sei die Szene erwähnt, in der er im Gefängnis Steine klopft und sein Gedicht Invictus wahrlich zelebriert - sehr ergreifend und traumhaft zugleich. Ich liebe diese Stelle!
Natürlich würde dies alles nicht ohne die richtige Regie funktionieren und der Altmeister Clint Eastwood unterstreicht hier wieder einmal dass er ein ganz Großer ist. Besser geht es einfach nicht und es passt vor allem alles, die Geschichte, die schauspielerische Leistung, die Wirkung auf den Zuschauer, der Sport.

Wer diesen Film noch nicht gesehen hat, unbedingt ansehen! Es lohnt sich! Der Film zählt für mich u.a. zu den Filmhighlights 2009/2010!


"Aus finsterer Nacht die mich umragt durch Dunkelheit mein Geist ich quäl, ich dank welch Gott es geben mag, das unbezwungen ist meine Seel, man sah kein zucken, sah kein toben, des Schicksals schlägt in großer Schar, mein Haupt voll Blut doch stets erhoben. Jenseits dies Orts voll Zorn und Tränen ragt auf der Alp der Schattenwelt.
Stets finden wird der wild Hyänen, die Furcht an meinem Ich zerschellt. Egal wie schmal das Tor, wie groß Bestrafung ich auch zähl, ich bin der Meister meines Los.
Ich bin der Captain meiner Seel."






Info:
Matt Damon bekam für seine Rolle als Teamkapitän ein intensives Rugbytraining von Chester Williams bei dem Gardens Rugby Club in Kapstadt.
Eines war bei diesem Werk schon vor offiziellem Kinostart klar:
Dieser Film sollte ein ganz großer Anwärter auf den Oscar 2009 sein, nach meiner Sichtung auch vollkommen zu recht. In meinen Augen hätte er auf alle Fälle einen Preis dieser begehrten Trophäe verdient gehabt!

Antwort abgeben


Dauerhaft
Amazon Prime Unbegrenzter Seriengenuss
FE-Punkte:

eichi

eichi
154.936 FE-Punkte

  • kurenschaub kurenschaub129.907
  • Filmfreak Filmfreak121.464
  • Chev Chev54.839
  • Filmosoph Filmosoph52.008
  • brittlover brittlover28.580
  • 8martin 8martin24.026
  • Anti78 Anti7820.226
  • Seth0487 Seth048719.918
  • Kiddow Kiddow15.989