Dem Himmel so fern
87.0/100

Dem Himmel so fern

FILM • 2002 • 1 Std. 47 Min.


Regie: Todd Haynes

Darsteller/-innen: Michael Douglas, Dennis Quaid, Jared Leto, Dennis Haysbert, Julianne Moore, Patricia Clarkson, Diane Kruger, Aaron Taylor-Johnson, Viola Davis

Genre: Drama, Romanze



"In einer Kleinstadt 1957 in Connecticut: Frank Whitaker ist Chef der lokalen Vertretung eines Fernsehgeräteherstellers, seine Gattin Cathy Mittelpunkt der Gesellschaft. Doch die Idylle trügt: Die sexuell vernachlässigte Ehefrau verfällt dem Charme ihres farbigen Gärtners, während Frank seine Homosexualität in einschlägigen Clubs auslebt."


Filmkommentare (2)


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8martin
23.05.14 - 10:50
Es ist eine Verbeugung vor den Herz-Schmerz-Schmonzetten der 50er Jahre - nur besser. Die Machart und die Sehweise sind der heutigen Zeit angepasst. Homosexualität und Rassismus werden hier verquickt. Letzterem muss immer noch entschieden entgegengetreten werden. Die zuckersüße Liebesgeschichte ist nichts für Happy End Fetischisten, aber eingebettet in einen wunderschönen Indian Summer und dementsprechend durchgestylt.
Dennis Quaid als schwuler Ehemann zeigt, wie man sich zögerlich tastend outet. Und der Neue, Dennis Haysbert, ist ein Farbiger, unheimlich sympathisch, ruhig, kann zuhören. Zwischen diesen beiden zerreißt es die Noch-Ehefrau Julianne Moore. Sie spielt die klassische Mutterrolle: die Frisur sitzt, der Petticoat steht. Die Nachbarinnen und der Kleinstadt Tratsch werden hervorragend karikiert. Das unterscheidet den Film, von damals als der Himmel noch etwas erlaubte und man ihm noch nicht so fern war oder man in den Wind geschrieben hatte. Ein gemeinsamer Titel für damals und heute ist ‘Die wunderbare Macht‘, denn die Liebe bleibt ein Thema. Hier überzeugt vor allem die logische Verquickung der Ereignisse, in die auch die Kinder und eine echt gute Freundin, Patricia Clarkson, mit einbezogen werden So wird der Zuschauer vom Charme der Zeit, vielleicht mit einem Schuss Nostalgie und der Schauspielkunst der Darsteller eingefangen. Voll der Kino der Fifties nur upgedatet und somit angenehm konsumierbar.

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kurenschaub
17.06.13 - 20:12
Die große Stärke dieses Films ist seine göttliche Bebilderung, sowas hat die Welt noch nie gesehen. Für`s Auge die reinste Wohltat.
Julianne Moore ist darstellerisch über den Wolken und das Gesellschaftsdrama fließt ruhig dahin, ist aber total stimmig und zeigt Rassismus und Doppelmoral in Reinkultur.
Wirklich rundum gelungen und etwas vom Besten was ich in den letzten Monaten schauen durfte.

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