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2 Kritiken   2 Kommentare

Agora - Die Säulen des Himmels

DEINE MEINUNG?


2009

Genre: Abenteuer, Drama, Romanze, Geschichte

Spieldauer: ~ 127 Minuten

Regie: Alejandro Amenábar

Cast: Rachel Weisz, Oscar Isaac, Max Minghella, Michael Lonsdale, Rupert Evans, Ashraf Barhom, Amber Rose Revah, Manuel Cauchi, Sami Samir, Oshri Cohen

Kurzbeschreibung: Alexandria, im Jahr 391 nach Christus. An der neuplatonischen Schule lehrt die ebenso schöne wie kluge Philosophentocher Hypatia (Rachel Weisz) Mathematik und Astrologie. Bei ihren Schülern ist die selbstbewusste Wissenschaftlerin sehr beliebt, ihre männlichen Kollegen aber beobachten sie mit Argwohn. Nicht nur weil sie eine Frau ist, sondern auch weil sie äußerst moderne Thesen vertritt. Mit wachsender Leidenschaft widmet sich Hypatia den elementaren Fragen des Sonnensystems - und das lange vor Kopernikus und Gallieo! Mit ihren Erkenntnissen erntet sie jedoch nicht nur Respekt und Anerkennung, sondern zieht den Groll der erstarkenden Christen auf sich. Als es in der altägyptischen Weltstadt zwischen Heiden und Christentum zum Glaubenskrieg kommt, gerät Hypatia zwischen die Fronten. Statt sich in die schützenden Arme der Liebe zu retten, stürzt sie sich in ihren ganz persönlichen Glaubenskrieg und kämpft für das einzig gültige Prinzip ihrer Lehre: das Ideal der Wahrheit!


Filmkommentare (2)


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kurenschaub
24.12.13 - 18:00
Die coole 7,1 Bewertung auf IMDB (Durchschnittsmeinung von rund 40000 Menschen) sagt ja schon ziemlich deutlich aus, das der Film mit Sicherheit kein Kartoffelschäler ist.
Das vom ARD gezeigte und überaus gepflegte Historiendrama beweist Klasse, hat es mit Alejandro Amenabar (The Others - das Meer in mir) einen Meisteregisseur als Direktor, welcher die Geschichte der hübschen und gescheiten Hypatia, ihres Zeichens neuplatonische Philosphielehrerin, die kompromisslos im röm. Reich ( Alexandria - damals 391 nach Christi)ihre völlig richtigen Anschauungen verfolgt.
Hervorragend getragen von der umwerfenden Darstellerin Rachel Weisz, in einer Rolle die ihr auch besonders gut liegt.
Die Thematik mit der Bedrohung aus radikalen Religionen ist auch im Jetzt megabrisant, die Umsetzung bietet visuell faszinierende Bilder und zieht den wirklichen Cineasten durch sein künstlerisches Niveau tief in den Bann, das Gefühl und der Anspruch sind hier fürwahr kein geringer, und haben mich echt beeindruckt.
Die handwerkliche Aufbereitung von Agora sitzt von vorne bis hinten und bietet jede Menge Raum für gedanklich philosophische Einkehrschwünge auch noch lange nach dieser Sichtung.

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8martin
24.12.13 - 13:33
In der Antike war Alexandria lange Zeit die geistige Hauptstadt der Welt. Hier lebte und wirkte die Naturwissenschaftlerin Hypatia (Rachel Weisz). Ihre gedanklichen Ansätze (geozentrisches oder heliozentrisches Weltbild), die später Kopernikus und Galileo beeinflusst haben, stehen im Mittelpunkt des Films. Außerdem denkt sie noch über Gravitation nach und findet, dass die Umlaufbahn der Planeten kein Kreis sondern eine Ellipse sein muss. Auch die Frage, ob die Erde eine Scheibe oder eine Kugel ist, wird diskutiert.
Aber genauso wichtig sind die teils blutigen Auseinandersetzungen zwischen Heiden, Christen und Juden im 4. Jahrhundert in dieser Stadt. Die teils verwirrende Vielfalt der Gruppierungen (z.B. die Parabolani) wird durch die Atmo aufgefangen. Es herrscht ein Klima von Hass, Furcht, Intoleranz und Zerstörung.
Im gegenseitigen Gemetzel schlagen auch mal die Christen zurück. Sie sind nicht per se die Guten, sondern stellen den Pöbel der Straße. Da wird die mittelalterliche Inquisition vorweggenommen und Frauen, die nicht ins Weltbild passen, als Hexe, Hure oder Heidin beschimpft. Die christliche Religion war und ist wohl heute immer noch weitgehend Männersache. Das wird deutlich an Hypatias Ende. Zur Auswahl stehen Steinigung, Suizid oder der barmherzige Sklave Davus (Max Minghella). Hintergründe und Zusammenhänge bleiben leider etwas unklar, die religiösen Fronten nicht deutlich genug markiert. Dazu fehlen Figuren, an denen man das festmachen könnte. So versandet der lobenswerte Ansatz.

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