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Ein Prophet
81.3/100

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Ein Prophet

FILM • 2009 • 2 Std. 35 Min.


Regie: Jacques Audiard

Darsteller/-innen: Niels Arestrup, Tahar Rahim, Adel Bencherif, Antoine Basler, Gilles Cohen, Jean-Emmanuel Pagni, Pierre Leccia

Genre: Drama, Krimi



Malik El Djebena, gerade 19 Jahre alt, wird zu einer sechsjährigen Haftstrafe verurteilt. Der Franzose maghrebinischer Abstammung landet in einem Gefängnis, das von einer korsischen Mafiagruppe unter der Führung von Cesar Luciano kontrolliert wird. Luciano bietet dem Analphabeten Malik seinen Schutz an, allerdings nur unter einer Voraussetzung: Malik muss einem Mitgefangenen die Kehle durchschneiden. Aus Angst begeht Malik die Tat widerwillig und steigt dadurch in der Hierarchie innerhalb der Gefängnismauern schnell auf. Als Vertrauter von Luciano genießt er immer mehr Privilegien, wird aber von den Korsen dennoch nie als einer der ihren akzeptiert. Während er Botengänge und Aufträge für die Korsen ausführt, erfährt er von dem Mafiaboss Cesar Respekt und Demütigung zugleich. Malik lernt schnell, sich mit der Situation zu arrangieren, und gewinnt innerhalb der Gefängnismauern auch bei seinen nicht-korsischen Mitgefangenen immer mehr Ansehen. Doch er verbirgt vor Allen, dass er im Geheimen ganz eigene Pläne schmiedet.


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Kiddow

Kiddow


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31.10.10 - 21:54
Ein anspruchsvolles Kunstwerk, mit einer überzeugenden Story und einem makellosen Hauptdarsteller, das bietet dieses Meisterwerk den Betrachter.
Malik (Tahar Rahim) landet mit 19 Jahren im Knast, nun warten auf ihn sechs lange Jahre im Gefängnis, allein. Er ist ein Niemand und Analphabet, einsam schleicht er täglich über den Gefängnishof. Da fällt er den Gangboss César Luciano (Niels Arestrup) auf, dieser ist ein hohes Tier bei der korsischen Mafia, welche den Knast dominiert. Nun wird Malik beauftragt einen Muslimen zu töten und er hat keine Wahl, er muss! Sonst würde man ihn durch die Korsen zur Strecke bringen lassen. Mit dem ausgeführten Auftragsmord gewinnt Malik bei der Mafia langsam an Gefallen und er erhält ein paar Privilegien, die den Alltag im Gefängnis erleichtern und angenehmer gestalten. Er erlernt nebenbei das Lesen und Schreiben, sowie den korsischen Dialekt und so steigt er in der Hierarchie der Mafia auf. Nur er wird als Muslime und nicht Korse nie ganz dazu gehören. Natürlich ist das Malik bewusst und so versucht er das Beste aus seiner Situation zu machen.....er baut sich einen kleinen Drogenring auf und stellt sich auch auf der Seite der Muslime als nützlich da....
César ist ein wahrer Pate, die Ausstrahlung und die Erscheinung von ihm ist beeindruckend, man kann sofort nachvollziehen das er niemals einen Widerspruch dulden würde und das man besser immer das tut, was er sagt. Malik hatte nicht die Möglichkeit sich dem Paten zu verweigern und sein erster Mord hinterließ seine Spuren. Oft erscheint ihm sein Opfer als Geist und er muss immer wieder an seine Tat denken. Dumm ist Malik nicht und die Geschäfte die er zum Laufen bringt sind stets gut durchdacht, nur manchmal unterschätzt er den Einfluss und die Macht der Korsen. Das spürt Malik dann schnell am eigenen Leib und er lernt aus seinen Fehlern. Erst im Knast wird Malik zum Verbrecher und Mörder, was sich auch an seinem Äußeren bemerkbar macht.
Der Film wirkt oft dokumentarisch und erscheint durchweg realistisch. Die erste Mordszene ist sehr unkonventionell und wahnsinnig hart. Mit einer im Mund versteckten Rasierklinge wird der Auftrag der Korsen durch den Araber Malik ausgeführt. Schockiert beobachtet man hier als Betrachter, wie er mit viel Überwindung zu dieser sehr brutalen Tat im Stande ist und was das alles in ihm auslöst. Intensiv, kalt und erbarmungslos ist die Inszenierung während der gesamten Laufzeit von 155 Minuten. Sofort ist man von der Geschichte gefesselt, so das die Spannung nie verloren geht.
Ein französisches Meisterwerk, das sich mit "Der Pate" messen darf und den besonderen Filmgeschmack bedient.

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