Harry Brown
82.0/100

Harry Brown

FILM • 2009 • 1 Std. 37 Min.


Regie: Daniel Barber

Darsteller/-innen: Michael Caine, Emily Mortimer, Iain Glen, Charlie Creed-Miles, Liam Cunningham, Lee Oakes, Joseph Gilgun, Amy Steel, David Bradley, Raza Jaffrey, Sean Harris, Chris Wilson

Genre: Drama, Krimi, Thriller



Wer nichts mehr zu verlieren hat und dazu eine Riesenwut im Bauch, kann sehr, sehr gefährlich werden. Harry Brown ist Witwer und sein einziger Freund wird von einer Gang brutal erschlagen. Ihm ist nichts geblieben. Und deshalb räumt er jetzt auf. Statt resigniert sein stilles Rentnerdasein weiter zu führen, packt der ehemalige Royal Marine noch einmal die Knarre aus und lehrt den gewalttätigen Abschaum in seinem Viertel gründlich das Fürchten. Den harten Jungs bleibt das überhebliche Gelächter schnell im Hals stecken, denn Harry weiß noch genau, wie's geht. Ein Mann sieht rot - blutrot!


Filmkommentare (4)


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8martin
13.02.15 - 18:10
Hinter dem unauffälligen Titel verbirgt sich einer der bittersten Krimis von der Insel mit einem großartigen Hauptdarsteller Michael Caine. Viele Filme thematisieren das Problem Selbstjustiz oder Zusammenarbeit mit der Polizei. Hier geht beides. An der Schnittstelle steht Detective Inspector Frampton (Emily Mortimer in einer selten dramatischen, fast tödlichen Rolle). Sie spürt was im Rentner Harry vor sich geht oder gegangen sein muss und bleibt am Ball bis sie in die finale Ballerei mit hineingezogen wird. Klar, dass erst einmal die Basis gelegt werden muss, bis Harry Rot sieht. Dabei besteht nie die Gefahr, dass es ihm wie Charles Bronson ergehen könnte. Aus Frust und Hilflosigkeit wird Wut und Aggression. Man versteht Harrys Zorn. Auch der verwandtschaftliche Hintergrund der mörderischen Kids wird beleuchtet. Onkel Liam Cunningham steht diesmal auf der falschen Seite und muss bezahlen. Es ist durchaus realistisch, dass der Aufmarsch der Polizei eine Massendemonstration provozieren kann und sich das Viertel in einem Kriegszustand befindet. Und dass der Vergleich mit Nordirland nicht passt besagt einiges. Eigentlich waren am Ende ja alle tot. Aber nachdem der Polizeichef sich und seine Einsatztruppe über den grünen Klee gelobt hatte, diverse Orden verliehen wurden und er den Erfolg der Aktion betonte, die eigentlich ein Schuss in den Ofen war, konnte uns Regisseur Barber nicht entlassen, ohne Michael Caine nochmals über den Ort der Handlung schreiten zu lassen, der aus dieser Gegend stammt. Diese Schlussphase war actionreich genug und äußerst spannend. Letzten Endes kennzeichnet den Film bitterer Realismus und ein hohes Maß an Authentizität. Es ist alles andere als die üblichen amerikanischen Seifencop-Opern, die unseren Markt überschwemmen und unsere Fernsehkanäle verstopfen.

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kurenschaub
22.02.13 - 18:50
Ein englischer Thriller, indem der punkto Drogenkriminalität eher gleichgültige Nordirland Veteran Harry Brown ( Michael Caine) nach der Ermordung seines besten Freundes durch Dealer zum Rachefeind derer wird, der Ex Royal Marine hat sowas drauf!
Spannend und mit Niveau heruntergekurbelt, auch Sozialkunde im Thriller verpackt und der Hauptdarsteller ist überzeugend.

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brittlover
09.12.10 - 23:03
Als sein bester Freund von Drogengangstern gekillt wird, sieht der verbitterte Ex-Marine Harry rot!!! Teilweise etwas fragwürdig, aber top gespielt. Daher 4,5 von 5 Punkten.

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Kiddow
06.10.10 - 17:35
Dieser Film soll die brittische Antwort auf Gran Torino sein. Allerdings kann man die Steifen meiner Meinung nach nicht mit einander vergleichen. Michael Caine ist kein Clint Eastwood. Dennoch soll das auf keinen Fall bedeuten das Harry Brown weniger bietet, nein! Der Film ist wirklich sehr gut und absolut empfehlenswert.
Harry Brown lebt in einer Großstadt, allerdings eher in einem heruntergekommenen Bezirk und er ist sehr einsam. Der Witwer verharrt ein wenig in seinem Stillleben und trifft sich ab und zu mit seinem guten Freund Leonard in der Bar von Sid zum Schachspiel. Leonard ist ein wenig beängstigt, denn in seinem Viertel gerät er immer wieder in den Konflikt mit einer gewalttätigen Jugendbande. Er wird sogar von den Verbrechern terrorisiert und eines Nachts von ihnen ermordet. Die Polizei kann das allerdings nicht beweisen. Harry wacht langsam aus seiner Teilnahmslosigkeit auf und verspürt ein starkes Rachegefühl. In seinen jungen Jahre war er bei den Royal Marines und kämpfte in Nordirland. Er besorgt sich auf eine spektakuläre Art und Weise Waffen und zieht in den Vergeltungskampf. Nach all den Jahren hat er nichts verlernt und die Gangster sollten sich vor ihm in Acht nehem, denn Harry weiß wie es ist einen Menschen zu ermorden....
Der Film thematisiert vor allen die steigende Gewalt in den Großstädten und die Brutalität der jungen Menschen, die all ihre Taten als Handyvideo aufnehmen um sich auch später noch daran zu erfreuen. Die Gewalt im Film ist ein Abbild der Realität und somit dient sie nicht zum Unterhaltungszweck, sondern zeigt dem Zuschauer die Missstände auf die in manchen Stadtvierteln existiert. Authentischer und spannender Film mit einem sehr guten und überzeugenden Michael Caine.

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