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Die 120 Tage von Sodom
80.0/100

3 Bewertungen

Die 120 Tage von Sodom

FILM • 1975 • 1 Std. 52 Min.


Regie: Pier Paolo Pasolini

Darsteller/-innen: Paolo Bonacelli, Giorgio Cataldi, Umberto Paolo Quintavalle, Aldo Valletti, Caterina Boratto

Genre: Drama, Krieg, Thriller



Vier Faschisten ziehen sich mit ihren Gefangenen auf ein Schloß zurück und erniedrigen je acht Jungen und Mädchen durch immer neue perverse Einfälle: Kot essen, nackt an der Hundeleine auf allen vieren kriechend, kläffend und nach Futter schnappend, Schlucken von mit Nägeln gespicktem Pudding und diverse andere Scheußlichkeiten.


Filmkommentare (3)


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Chukky2060

Chukky2060


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05.04.18 - 18:35
Salò oder Die 120 Tage von Sodom‍ . Das Wort gefallen ist hier wohl an der falschen Stelle, aber doch hat er mich fasziniert auf eine Gewisse Art. Tabu Themen sind für mich in jeglicher Art sehr interessant gerade weil keiner darüber sprechen mag. Ich kam zu diesem Film durch das sehr gut und etwas anstrengende Buch und Grundlage des Film Die 120 Tage von Sodom‍ von Marquis de Sade‍ . Verglichen stellt das Buch eine glatte 10/10 dar während die Umsetzung von Pier Paolo Pasolini‍ nur eine 6/10 ergäbe aber hier betrachte ich nur den Film als eigenes. Kurz zusammen gefasst: Die Idee des Filmes stammt wie erwähnt vom gleichnamigen Werk. Es entstand wie auch #Marquis de Sade -Justine‍ während einer seiner Gefängnisaufenthalte (insgesamt verbrachte er 32 Jahre in versch. Haftanstalten und Psychatrien). Die Inspiration entnahm er seinen Gräueltaten wie bspw. seiner Beziehung zu einer 14 jährigen sowie abgrundtief perverse sexuellen Handlungen und Misshandlungen an Prostituierten. Das Manuskript wurde nie ausführlich beendet. Lediglich der 1. Hauptteil ist ausfühlich und der Rest im Entwurd auf einer Papierolle in 37 geschrieben. Daher kann man sich sehr gut vorstellen, dass einige Elemente des Werkes durchaus wahre Begebenheiten enthalten könnte. $Pier Paolo Pasolini‍ versuchte dieses Werk gut umzusetzen allerdings setzte er den Fokus auf die größten Perversionen des Werkes. Die Verfilmung ist im Stile von Dantes Inferno gedreht. Dies schein wenigstens etwas Struktur in den Film zu bringen, doch leider empfinde ich ihn als etwas kalt und plump. Einige Szenen wirken manchmal eher lächerlich als interessant, zumal interessant im Auge des Betrachters liegt. Allerdings ist die schauspielerische Leistung wunderbar und auch das Gefühl welches sich in einem entwickelt während der Sichtung ist unbeschreiblich. Trotz alle dem bleibt es ein provokantes und sadistisches Lebenswerk. Kein anderer Film wurde so heftig diskutiert, zerschnitten, angeklagt und verboten. Und doch sollte man ihn als Fan Kontroverser Werke mind. einmal im Auge gehabt haben. Ich empfehle dazu das wunderschöne Mediabook von Kino Kontrovers mit 23 Seitigem Booklet und vorab das Buch von Marquis de Sade‍ . GEZIELTE PROVOKATION - welche definitiv Wirkung zeigt.

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wrachris

wrachris


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21.01.17 - 10:03
Ein Fürst, ein Richter ein Bischof und ein Präsident wollen in Italien eine Orgie Ihrer sexuellen Phantasien mit Anfangs 9 jungen Mädchen und Burschen veranstalten. Unterstützt durch eine bewaffnete Garde und von 4 Edelhuren die durch ihre Geschichten aus der Vergangenheit die Obrigkeit in Stimmung bringen soll.

Die jungen sexsklaven wurden zufällig auserwählt bzw mit Gewalt von ihren Familien getrennt. Die Regeln im Hause sind einfach. Gehorsam auszuüben, keinen Wiederstand leisten und keine Gebete zu Gott, ansonsten wird die Bestrafung zum Ende hin furchtbar werden.

Pasolini hält sich an die frei erfundene literaturvorlage von de Sade und folgt demnach im Ablauf des Filmes Dantes Inferno. Hier werden die Stationen der Vorhölle wieder frei definiert und die Sexsklaven müssen 3 Stationen über sich ergehen lassen :

1) Höllenkreis der Leidenschaft
2) Höllenkreis der Scheiße
3) Höllenkreis des Blutes

Im ersten Kreis werden 2 junge darsteller Zwangsverheiratet und müssen sich ihrer quasi Hochzeitsnacht im beisen der 4 Hauptakteure hingeben, weiters werden sie durch andere Handlungen gedemütigt, erniedrigt und gefoltert.

Im 2ten Kreis geht es wie der Name schon sagt um Exkremente die durch die "richtige Zusammensetzung" als luststeigerer wirken können (so erzählte es zumindest eine der Edelhuren - und alle Erzählungen wurden hier nachgespielt).

Im 3ten Kreis geht es nun um die Bestrafung der 8 verbliebenen jungen und Mädchen die sich im Laufe der Handlungen etwas zu Schulden kommen lassen haben. 1 junge wurde bereits bei einem fluchtversuch getötet , und ein Mädchen wurde aufgrund fehlenden lernwillens bei der masturbation am Manne umgebracht.

In diesem Kreis stehen Folterungen und blutige züchtigung an der Tagesordnung.

Man merkt schon dieser Film polarisiert, schockiert und provoziert auf ganzer Ebene.

Die Darstellung von Machtausübung einflusreicher Menschen während der Zeit Mussolinis wird hier drastisch dem Zuseher auf dem Bildschirm geknallt. Das wirklich erschreckende sind nicht die Bilder ansich (jeder Beobachter wird sich wohl denken dass die Schauspieler nicht wirklich Exkremente verzehren), auch die folterszenen sind hart, jedoch aufgrund des Alters des Filmes auch nicht mit Saw oder hostel Filmen vergleichbar - logisch. Jedoch gerade die Übertreibungen bei den neuen Filmen machen diese meiner Meinung nach erträglich. Hier sieht der Zuseher nicht ganz so viel Details und genau deswegen wird es für den Cineasten authentischer und somit noch schwerer zu ertragen. Und wenn man die rosarote Brille der heutigen Zeit abnimmt, wird man feststellen dass in diesem Film vielleicht die Planung und das Ausmaß dieser Orgie übertrieben dargestellt wird, jedoch muss man sich auch im klaren sein, dass auch heute Teile solcher Darstellungen und Misshandlungen auf dieser Welt wohl noch auf der Tagesordnung stehen.

Darüber schafft es dieses Werk zum Nachdenken anzuregen und nachzudenken. Die Realität ist eben oft schwer zu begreifen jedoch beinhart in der Sache - Missbrauch durch unantastbare Machtmenschen passieren wohl in vielen Facetten, ob man die Augen nun davor verschließt oder nicht - und diese Mitteilung ist unangenehm, beinhart, blutig und menschenverachtend für die einen, die sadisten haben einstweilen ein Lächeln im Gesicht. Die SUBs betteln um den Tod, von den Peinigern hört man nur dass man sodomie an einem Menschen 100 Fach durchführen kann, die Tötung "leider" jedoch nur einmal... Diese Grenze wollten die Darsteller in diesem Film öffnen und jeden der Sklaven öfters den Tod spüren lassen.

Trotz kontroverser Ansichten ließ mich der Film nicht los und fesselte mich mit unfassbaren Bildern.

Für mich sehr gut dargestellt und leider brutal real, deswegen für mich ein Meisterwerk im mittleren Drittel!

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Knochenwald

Knochenwald


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21.09.10 - 02:20
Der Film ist wirklich ein hartes Stück Brot und nur schwer verdaulich. Es werden die letzten Ausschweifungen von Nationalsozialisten in einem kleinen italienischen Vorort kurz vor Ende des zweiten Weltkriegs verbildlicht. Bei den Eskapaden, die größtenteils aus Demütigung und Folter von Gefangenen bestehen werden die Grenzen des Ertragbaren, die man als Zuschauer mitbringt, nicht nur einmal überschritten. Man wird Zeuge wie die Opfer wie Tiere auf allen Vieren an der Kette vorgeführt werden, wie sie Exkremente verspeisen müssen und wie sie schließlich qualvoll zu Tode gefoltert werden. Richtig heftig ist hier eine Skalpierung oder auch das Verbrennen von männlichen Genitalien (am noch lebenden Mann!) zu nennen.
Der Film ist alles andere als 08/15-Unterhaltungskino, letzlich ist es eine Verbildlichung der Taten zu denen Menschen im Stande sind, die auf keine Gesetzte oder Normen mehr Rücksicht nehmen müssen und keinerlei Moral haben. Die Bestie Mensch wird hier beleuchtet; schonungslos und ohne Rücksicht auf den Zuschauer. Der Film schockiert und läßt einen nicht mehr los.

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