1 Kritik   2 Kommentare

Die Fremde

DEINE MEINUNG?


2010

Genre: Drama

Spieldauer: ~ 114 Minuten

Regie: Feo Aladag

Cast: Sibel Kekilli, Settar Tanriogen, Tamer Yigit, Serhad Can, Derya Alabora, Almila Bagriacik, Nizam Schiller

Kurzbeschreibung: Die 25-jährige Türkin Umay steht mit ihrem Sohn Cem in Berlin vor der Haustür ihrer Eltern. Sie hat das Leben mit ihrem Ehemann in Istanbul nicht mehr ausgehalten. Zurückhaltend wird sie aufgenommen. Schon bald entscheidet die Familie: Cem muss wieder zum Vater zurück in die Türkei. Nur so kann die Familienehre wieder hergestellt werden. Umay reagiert panisch: Niemand soll ihr ihr Kind wegnehmen. So flieht sie wieder. Sie verliebt sich neu und sucht nach einiger Zeit erneut die Annäherung an ihre Familie.


Filmkommentare (2)


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kurenschaub
20.05.13 - 21:00
Ein packendes Filmereignis, ein Drama, welches unter die Haut geht und mit einem Thema, bei dem wir alle wissen, was hier noch passieren könnte.
Uraufgeführt am 13. Feb.2010 bei den int. Filmfestspielen in Berlin und danach mehrfach saftig ausgezeichnet.
Sibel Kekilli als Umay zeigt sich gereift, spielt einfach intensiv und überzeugend, gibt ihr allerbestes und das ist in diesem Qualitätsstreifen ALLES!
Nicht alles ist perfekt in diesem Film, auch er ist nicht klischeefrei und auch er hat ein paar unergiebige Stellen in mancher Figurenzeichnung, dennoch bringt er in der Welt der integrierten Türken auch ohne feindseligen Islam und Schleiervorurteil
jede Menge Realismus in die Handlung.
Politisch korrekt, aufwühlend und mit sensibler Handschrift wird eine fesselnde Story durchgezogen, bei dem Ehrenmord ein Thema wird und sich schmerzend in`s ungeheure (Film) Geschehen einbrennt.
Subtil und dramatisch auf alle Fälle , wobei wir weit in den tief persönlichen Kampf um Selbstbestimmung einer deutsch türkischen Mutter hineinschauen dürfen.

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8martin
20.02.13 - 19:52
Einer der besten Filme über in Deutschland lebende Türken; mit einer großartigen Sibel Kekilli (Umay) in der Hauptrolle. Gleich zu Anfang spürt man an der Sprache den ‘Culture Clash‘, der die Familie spaltet: die Kids reden deutsch miteinander, die Alten türkisch. Und das geht so weiter bei der aufkommenden Problematik, wegen Umays Emanzipationsversuch. Die Mutter klammert sich an Nostalgie, der Vater ist tief in der Tradition verhaftet. Gespräch Vater – Tochter:
‘Du bist eine verheiratete Frau.‘
‘Er schlägt mich.‘
‘Er ist dein Ehemann. Heute schlägt er, morgen streichelt er dich.‘
Da tun sich unüberbrückbare Gegensätze auf, die ein versöhnliches Einlenken unmöglich machen. Das sind unterschiedliche Universen, in denen Umay und ihre Familie leben. Dabei lieben sich alle doch und gehen daran zugrunde. Die Hochzeit von Umays Schwester – mit der ganzen Hintergrundproblematik –dient als Brandbeschleuniger. Ihre Rede ist einer der Höhepunkte des Films neben den Gesprächen mit dem kleinen Cem. Das trifft den Nerv und geht zu Herzen.
Umay lebt zwischen beiden Welten. Man erwartet ein böses Ende. Doch es kommt noch schlimmer. Die symbolische Bedeutung des überraschenden Ausgangs überhöht die bloße Tragik von Schuld und Sühne und von zurückgewiesener Liebe. Es trifft Unschuldige! Eigentlich alle! Da bleiben nur Leid und Schmerz für alle Betroffenen.
Eindringlich, anrührend, hoch aktuell. Wahnsinn! Ein Muss!

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