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Rom, offene Stadt
89.7/100

3 Bewertungen

Rom, offene Stadt

FILM • 1945 • 1 Std. 33 Min.


Regie: Roberto Rossellini

Darsteller/-innen: Anna Magnani, Marcello Pagliero, Nando Bruno, Harry Feist, Maria Michi

Genre: Drama, Krieg



Rom 1944: Hunger und Angst beherrschen die Stadt. Razzien, Verhaftungen und Folter durch die SS sind an der Tagesordnung. Mit gnadenloser Härte verfolgen die Faschisten jeden kleinsten widerstand gegen die Deutschen. Und trotz allem steht für Pina ein großer Tag bevor. Morgen wird sie ihren Verlobten Francesco heiraten. Doch der heimliche Widerständler Francesco wird am Hochzeitsmorgen von der SS verhaftet. Wahnsinnig vor Angst läuft Pina ihm hinterher und wird erschossen. Francesco gelingt zwar die Flucht vor der SS, nicht jedoch vor seinen Verrätern.


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8martin

8martin


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07.01.20 - 10:11
Rossellinis grandioses Meisterwerk ist nicht nur eine Pionierarbeit des großen Regisseurs, denn er hat zwecks Authentizität vor Ort bereits fast zeitgleich mit dem Abzug der deutschen Besatzer 1944/45 mit den Dreharbeiten begonnen. In bestechenden s/w Aufnahmen hat er ein Drehbuch, an dem auch Fellini mitgearbeitet hat, mit fantastischem Schnitt und einer gekonnten Kameraarbeit (Ubaldo Arata) beeindruckend umgesetzt. Es beginnt wie ein episodenhafter Dokumentarfilm, der durch das menschliche Leid der Zivilbevölkerung eine emotionale Überhöhung erfährt.
Auch dem italienischen Widerstand wird hier ein Denkmal gesetzt. Ein Querschnitt der römischen Gesellschaft rückt hier in den Fokus. Es sind werdenden Mütter wie Pina (Anna Magnani) und leichte, koksabhängige Mädchen wie Marina (Maria Michi), die zur Verräterin wird, bis hin zum grausamen Gesicht des NS Terrors von Ingrid (Giovanna Galletti), der Frau des SS Mannes Bergmann (Harry Feist). Beide verkörpern genial das Böse schlechthin. Aber auch kleine Buben wissen worum es geht und tun das Ihre. Auch wenn sie nur wie in der Schlussszene die Melodie eines Widerstandsliedes pfeifen.
Der Spannungsaufbau stützt sich auf die Morde, die den Plot vertiefen: ein Deserteur begeht Selbstmord, ein Sozialist wird zu Tode gefoltert, Pina auf offener Straße erschossen. Der Höhepunkt ist die Hinrichtung von Don Pietro (Aldo Fabrizi). Auf dem Weg zu seiner Hinrichtung sagt er ‘Es ist nicht schwer, gut zu sterben. Es ist schwer, gut zu leben.‘ Das italienische Erschießungskommando schießt daneben (!?) und so muss der Nazi-Skeptiker Hauptmann Hartmann (Joop van Hulzen) vollstrecken.
Hart und keineswegs geschönt brennen sich einem die s/w Bilder ins Gedächtnis und die menschliche Tragik geht in ihrer unverhofften Bedingungslosigkeit unter die Haut. Ein beeindruckendes Zeitdokument über unbekannte Helden.

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kurenschaub

kurenschaub


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30.11.10 - 13:33
Rom, so um 1944. Die Faschisten sind in der Stadt, es gibt jede Menge Verhaftungen, Verrat und Folter.
Pater Don Pietro ist auf der Seite des Widerstandes (Aldo Fabrizi), genau so wie die schwangerne Pina (Anna Magnani), die mitten auf offener Straße von SSlern erschossen wird und ihr kleiner Bub völlig geschockt es mitansehen muß.
Wir haben es hier mit einem sehr ernsten und glaubwürdigen Film zu tun, der den italienischen Überlebenskampf gegen die deutschen Nazi Besatzer in Rom zeigt.
Ja Rosselini und seine beiden Drehbuchautoren (eine davon ist Fellini) kennen keine guten Italiener und schlechte Deutsche.
Sondern nur Schweine und Aufrechte, die ohne viel Damm Damm
das Wahre zu tun bereit sind.
Deshalb ist "Roma, citta`aperta" auch ein Propagandafilm, der konkret auf das Gute und dem Idealismus im Menschen vertraut.
Eigentlich weiß niemand von uns was 100% was in Ordnung ist und was nicht, aber wenn es drauf ankommt, hat man so zu handeln, das es heldenhaft und im Charakter unerschütterlich ist.
Als der fiese Gestapo Boß Bergmann (Harry Feist) seinen "Aufständischen" gnadenlos einer Gewalt Folter Tortur unterzieht, ist das mehr als grausam.
Dieses Schlächtertum, das der SS in ihren Grundzügen so eigen wahr, kommt hier im düsteren Schwarz Weiß ekelerregend
zum Ausdruck und fast erschreckt man darüber, auch ein wenig Mitleid mit diesen rücksichtlosen und verblendeten Nazischergen zu haben, die unter dem arischen Traum der Herrenrasse " denn sie wissen nicht, was sie tun - ihre Pflicht erfüllen"!
"Es ist nicht schwer gut zu sterben, aber es ist schwer gut zu leben" offenbart uns der zum Tode verurteilte Priester Don Pietro auf seinem Weg zur Exekution und spricht damit die Grundhaltung des ganzen dunkelgrauen Filmes aus.
Keine leichte Kost!

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