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Night on Earth
85.0/100

3 Bewertungen

Night on Earth

FILM • 1991 • 2 Std. 3 Min.


Regie: Jim Jarmusch

Darsteller/-innen: Gena Rowlands, Winona Ryder, Giancarlo Esposito, Roberto Benigni, Isaach De Bankole, Armin Müller-Stahl, Rosie Perez, Richard Boes

Genre: Drama, Komödie



Eine Nacht auf der Erde und die Welt hat den Taxi-Blues. Auf den Straßen der großen Städte - Los Angeles, New York, Paris, Rom, Helsinki - warten einsame Passagiere auf die Taxi Driver. Denn im nächtlichen Taxi gelten andere Gesetze als draußen bei Tag. Kleine Geschichten über einen Flötespielenden Clown, ein junges Mädchen das kein Filmstar werden will, eine selbstbewusste Blinde, einen beichtwütigen Vollblutitaliener und den schwärzesten Tag im Leben eines Menschen...Dazu durchpflügt Tom Waits die Dunkelheit mit seinem kraftvollen Organ.


Filmkommentare (2)


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8martin

8martin


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20.08.15 - 09:46
Alle fünf Episoden spielen nachts und im Innern eines Taxis, allerdings in verschiedenen Städten. Sie sind inhaltlich alle mehr oder weniger humorvoll mitunter mit einem etwas leicht melodramatischen Einschlag.
Der Knaller des Films ist die New Yorker Geschichte. Hier spielt Armin Müller-Stahl einen Taxifahrer, der kaum fahren kann und eine Verständigung im besten Denglisch versucht. Das ist zeitlose Komik, gekonnt wie selten sonst. Armin gelingt es mit Sympathie zu punkten gepaart mit der Unsicherheit eines Einwanderers. Die Sprachschwierigkeiten sind vom Feinsten, die Namensgebung ausgesucht treffend. Auf der Effektivitätsskala dicht gefolgt von der Episode vier in Rom. Hier spielt Roberto Benigni sich selbst in Höchstform. Er quasselt in seiner pornographischen Beichte Hochwürden auf dem Rücksitz buchstäblich zu Tode. Dabei ist es nicht immer leicht bei seinem Redeschwall die deutschen Untertitel mitzulesen. Die Anfangsgeschichte ist zum Aufwärmen mit der älteren Castinglady Gena Rowlands und der jungen Kette rauchenden Fahrerin Winona Rider, die nicht zum Film will. In Paris wird Isaach de Bankolé vom blinden Fahrgast Béatrice Dalle geleitet und in ein Streitgespräch verwickelt. Ihr Ausstieg setzt neben einer kleinen Überraschung noch vorübergehend Spekulationen frei. Der Schluss spielt in Helsinki. Hier wird’s kaurismäkimäßig etwas melodramatisch, ob des Elends in der Welt.
Sehr unterschiedliche Geschichten angefüllt mit liebevollen Details und ganz unterschiedlichen Formen des Humors. Die Darsteller sind einsame Klasse. Und natürlich darf Tom Waits in Abspann nicht fehlen.

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kurenschaub

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24.11.10 - 14:44
Ein sehr eigenwilliger Film.
Fünf Taxis auf fünf verschiedenen Plätzen unseres Planeten. Fünf Fahrten in die unbekannte Nacht.
Mit den verschiedensten Menschentypen, unterwegs in LA, New York, Helsinki, Paris und Rom.
Allesamt seltsame und berührende Geschichten, mal lustig, fremd, neugierig und eigenwillig, wie ich schon sagte.
Wenn Robert Benigni als Taxidriver einen Bischof zusteigen läßt und diesen nach kurzer Fahrt nötigt, sich seine Beichte anzuhören, das hat schon ein wenig mit surrealen Humor zu tun, was aber dann auf den Gottesmann an sexuellen Geständnissen und Veriirrungen massiv einprasselt, ist zum Brüllen komisch und Benigni redet den im Schockzustand bereits sterbenden Geistlichen mit seine irdischen Perversitäten buchstäblich ins Jenseits.
Eine fahlschimmrige unwirkliche Welt zieht an uns in dieser Nacht im düsteren Taxidunkel vorüber, wir sind mittendrin, fahren irgendwie mit und sind doch so weit entfernt, Gott sei Dank.
Dazu ein großer, nicht minder eigenwilliger Soundtrack von Tom Waits.

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