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2 Kommentare

Rossini

DEINE MEINUNG?


1997

Genre: Komödie

Spieldauer: ~ 110 Minuten

Regie: Helmut Dietl

Cast: Götz George, Mario Adorf, Meret Becker, Gudrun Landgrebe, Armin Rohde, Martina Gedeck, Veronica Ferres, Heiner Lauterbach, Jan Josef Liefers, Joachim Krol, Burghart Klaußner, Hannelore Hoger, Hilde Van Mieghem

Kurzbeschreibung: Abend für Abend öffnet Wirt Paolo sein Restaurant "Rossini" für eine Gruppe illustrer Stammgäste, die es auf hemmungslos-exhibitionistische Weise zur Bühne ihrer erotischen Lust- und Trauerspiele macht. Ein Regisseur vor dem kreativen Aus. Ein Produzent vor dem finanziellen Fiasko.Eine mannstolle Journalistin, ein weltfremder Bestsellerautor, eine Schicki-Micki Zicke und viele andere. Es geht um Sex, Geld und Macht. Jeder gegen jeden. Plötzlich taucht noch eine unbekannte Schöne auf, und das Drama um Neid, Gier und (natürlich) Sex wird zur emotionalen Achterbahnfahrt in die Katastrophe...


Filmkommentare (2)


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8martin
31.03.14 - 10:48
Bis in kleine Nebenrollen ist der Film mit Promis besetzt. Und alle stehen in der Blühte der Jahre (1997). Mit ihnen und einer stimmungsvollen Atmosphäre, die besonders durch die Beleuchtung (Kerzen) betont wird, hat Helmut Dietl seinen besten Film gemacht. Das Restaurant ist ein Ort, der aus der Zeit gefallen zu sein scheint. Hier gibt es alles wie im eigenen Zuhause: Pakete, Post, Verschwiegenheit. Es geht dabei um Betrug, Eifersucht, Rivalität, sogar um Verdauungsprobleme (Gudrun Landgrebe). Und wir sehen eine handverlesene Anzahl von Vertretern des menschlichen Zoos. Man kann erkennen, dass darunter sowohl arme Tröpfe als auch Gangster zu finden sind, reife Frauen, die es nochmal brauchen und Gleichaltrige, die nicht erwachsen werden können. Alle besitzen einen gewissen Charme und bleiben sympathisch, selbst in ihrer durchgeknallten Art und Weise.
Das ganze Ensemble trägt den Film und verfügt dabei über viel Wortwitz (Drehbuch Patrick Süskind). Emotionen kommen dabei keineswegs zu kurz. Hier blieben besonders die Episoden zwischen Joachim Król und Marina Gedeck in Erinnerung oder Mario Adorf als viagra-aufgepumpter alter Anti-Held, der es noch einmal wissen will. Und dann geht es auch noch in symbolische Gefilde mit dem Auftritt von Schneewittchen (Veronika Ferres), ‘die Frau, von der alle Männer träumen‘ oder die fleischgewordene Männerfantasie. Bei ihrem Auftritt erklingt die Schneewittchen Suite, ein einschmeichelnder Ohrwurm mit Gänsehaut-Effekt. Sie verkörpert die Muse, die weitergereicht wird, weil sie von vielen benötigt wird. Das muss Götz George leidvoll erfahren. Regisseur Dietl sagt uns durch die Blume dass es keine Liebe gibt, nur Sex und Tränen, Enttäuschung und Frust. Darüber kann man streiten, über die Qualität des Filmes sicher nicht.

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kurenschaub
31.01.11 - 23:37
"Rossini" Ist eine umwerfende, brillant schräge deutsche Filmkomödie, die zu den erfolgreichsten Filmen von 1997 zählte.
Hier geht es vor allem um die Verfilmung von "Loreley," welche der menschenscheue Bucherfolgsautor Windisch geschrieben hat und keine Filmrechte hergeben will.
Die werden aber von den Medienzampanos der Stadt dringend gebraucht, allen voran Regisseur " freaky" Uhu Zigeuner (Götz George) Produzent Oskar Reiter (Heiner Lauterbach) und dem Dichter Bodo Kriegnitz (Jan Josef Liefers).
Alles trifft sich im hochrenommierten Restaurant Rossini (Mr. Paolo Rossini = Mario Adorf), eingebettet im herrlichen Soundtrack von Adriano Celentanos "Azzurro",um das Ding irgendwie auf die Beine zu stellen und unter der Schicki Micki Partie ist auch die schöne und dominante Valerie (Gudrun Landgrebe) zugegen, irgendwann taucht auch noch "Schneewittchen" (Veronica Ferres) auf, ein Weib voll begnadeten Sexappeal und sie schmeißt sich jeden an den Hals (gefinkelt) um die Hauptrolle der Lorelei zu ergattern.
Mit dabei ist auch noch die liebliche Kellerin und das Mädchen des Hauses "Serafina", welche mit absolut märchenhafter Grazie den Buchstabenveredler Windisch an die jungfräuliche Wäsche geht.
Dies brachte der zuckersüßen Martina Gedeck prompt den deutschen Filmpreis für die beste Nebendarstellerin ein.
Bei Adorf brät inzwischen Veronica Ferres gewaltig an, und punktet als Engel der Unschuld,so daß er dringend ein Potenzmittel braucht, welches er flüssig und gleich drauf mit Zäpfchen rektal im Stehen einnimmt, damit (bei seinem Alter) nur ja nichts schiefgehen kann.
Echt affengeil ist er geworden, dieser wunderbare zwischen Tragödie und Komödie spitzenmäßig und aufwendig von Helmut Dietl inszenierte Film, wobei man jede Menge geschliffener und auch ordinäre Dialoge zu hören bekommt, aber allemal pointiert und inmitten einer Welt, die nicht die unsrige zu sein scheint, so schauts vielleicht wirklich aus im Reich der Schickeria mit all diesen sexbesessenen, skurillen und komischen Gestalten, die uns ein morbides und verzehrtes Bild von Wichtigkeiten in unsere stockbiedere Wohnstube einschleusen, von solch genialen Darstellern wie Götz George - Gudrun Landgrebe - Mario Adorf - Veronica Ferres oder Heiner Lauterbach immens glaubwürdig zum Leben erweckt.
Es scheint das wie so oft auch im wirklichen Leben die Figuren beziehungsunfähig und maßlos selbstsüchtig sind.
Die abgefeimteste Rolle kommt hier zweifellos Veronica Ferres zu, welche in nahezu engelhafter Anmut ihre präzisen Vorstellungen von Karrieregeilheit konsequent verfolgt.
Ferres nackter, zugegebener Maßen wirklich aufregender Busen auf der (ausgeliehenen und in Wahrheit Mario Adorfs Domizil) Bettstatt von Götz George beflügelt die Phantasie, das sie gleichzeitig ein Edelweib, eine Heilige und eine Hure ist und Landgrebes noch immer sehr sinnliche, mondäne Ausstrahlung (hier mit fast 48) lassen in überwältigender Bildsprache diese lockende Eleganze greifbar erscheinen, wobei uns dann extrem vulgäre Sätze von ihr wie " ich will wieder scheißen können" auf den Boden der realistischen Grausamkeit zurückholen,
Ein nur allzu gemeines Produkt des hinterfotzigen auch Drehbuchautors Helmut Dietl, dennoch und überhaupt, bemerkenswert soviel gediegende Inszenierung a la Lubitsch auf den Weg zu bringen, mit der fließend weich zeichnenden Kameraarbeit von Gernot Roll und der phantastischen Leistung im sorgfältig ausgewählten Dekor mit der beeindruckender Farbgebung,
Die Kostüme sind durchaus pfiffig gewählt, sowie die stets stimmige Beleuchtung und die flotte Geschichte in einem nahezu kunstskizziertem flockig beschwingten Erzählstil und immer dem Rock`n Roll zum Wohle und der ewig wiederkehrende Seitenhieb mit Augenzwinkern auf die Glitzergesellschaft im Partytaumel und Sexrausch.
All das bringt den Streifen in die gehobene Klasse eines Filmjuwels de Luxe.
Bayrischer Filmpreis/Bambi für Heiner Lauterbach/Ernst Lubitsch Preis/ Gilde Film Preis/Deutscher Drehbuchpreis/Deutscher Filmpreis/Beste Regie/Bester Film 1997 und Goldene Leinwand!
Na dann! Lieblingsfilm!

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