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Ein Mann zu jeder Jahreszeit

DEINE MEINUNG?


1966

Genre: Biographie, Drama

Spieldauer: ~ 116 Minuten

Regie: Fred Zinnemann

Cast: John Hurt, Susannah York, Robert Shaw, Orson Welles, Colin Blakely, Wendy Hiller, Leo McKern, Paul Scofield, Corin Redgrave, Nigel Davenport, Jack Gwillim, Cyril Luckham

Kurzbeschreibung: König Heinrich der VIII. (Robert Shaw) will sich von seiner Frau scheiden lassen, um seine Geliebte Anne Boleyn zu heiraten. Aber Thomas More (Paul Scofield), Günstling und Vertrauter des Königs, versucht ihn von seinem Vorhaben abzubringen.Eine Flut von Intrigen bricht über Thomas Moore herein, um ihn am Hofe in Ungnade zu bringen. Aber er ist standhaft bis zu seinem tragischen Ende. Dieser exzellente Literaturfilm mit Starbesetzung gewann 6 Oscars: Darunter Bester Film des Jahres, Bester Hauptdarsteller (Paul Scofield) und Beste Regie (Fred Zinnemann).


Filmkommentare (1)


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8martin
21.11.18 - 13:43
Von den vielen Filmen, die Regisseur Fred Zinnemann gemacht hat, zählt dieser hier zu drei seiner größten, der mit Recht 6 Oscars bekam (1967).
In den historischen Gefilden des 16. Jahrhunderts in England bewegen sich die Figuren in pompösen Gewändern (British Film Academy Award) an Originalschauplätzen. König Heinrich VIII. will erneut heiraten (Cameo für Vanessa Redgrave als Anne Boleyn), um die Thronfolge zu sichern.
Im fassettenreichen und genial durchkomponierten Streifen sehen wir Schauspielkunst vom allerfeinsten. Thomas Morus (Henry Scofield in der Rolle seines Lebens) vorübergehend als Kanzler und Nachfolger von Kardinal Wolsey (Orson Welles) wird zum Gegenspieler des Königs (Robert Shaw), der seine Zustimmung erzwingen will. So gerät der Plot zu einer Bloßstellung eines absolutistischen Monarchen. Wir erleben den König aus sprunghaften Kolleriger, der latent gefährlich und für den jegliche Opposition gleichbedeutend mit Hochverrat ist.
Die Familie von Thomas Morus wird teils ergreifend teils intellektuell gewieft gezeichnet. Tochter Margaret (Susannah York) steht dem Vater geistig nahe, Mutter Alice (Wendy Hiller) gibt die ‘bockige Löwin‘.
Selbst als Morus als Kanzler zurücktritt, bleibt sein Schweigen eine Gefahr für den englischen Thron. Das ist die Stunde für ehrgeizige Aufsteiger: Thomas Cromwell (Leo McKern) wird Morus einen Schauprozess machen und Richard Rich (John Hurt), der endlich einen Posten ergattert hat, wird als Zeuge ein belämmertes Bild abgeben und einen Meineid leisten. Ein Kommentar zum Abspann wird von ihrem weiteren Karriereende berichten. Die geschliffenen Dialoge beeindrucken besonders durch die Logik wenn sich Vater und Tochter sowie Ehemann und Ehefrau unterhalten. Der Abschied im Kerker berührt ohne zu übertreiben.
Das Urteil steht vorher fest. Das weiß der Zuschauer und auch der Hauptdarsteller (‘Ich bin ein toter Mann!‘). Beratung ist überflüssig. Ein starker theatralischer Schlusspunkt ist es, wenn Morus vor dem Richtblock kniet, der Scharfrichter das Beil in die Höhe reißt und man nur das Herabsausen hört, die Leinwand wird schlagartig schwarz. Grandioses Kino für die Ewigkeit.

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