2 Kommentare

Taxi Driver

DEINE MEINUNG?


1976

Genre: Drama, Thriller

Spieldauer: ~ 110 Minuten

Regie: Martin Scorsese

Cast: Robert De Niro, Jodie Foster, Harvey Keitel, Albert Brooks, Peter Boyle, Cybill Shepherd, Victor Argo, Diahnne Abbott, Frank Adu, Gino Ardito, Leonard Harris, Garth Avery, Brenda Dickson-Weinberg, Harry Cohn, Copper Cunningham

Kurzbeschreibung: Robert de Niro spielt einen verstörten Vietnamveteranen, der jetzt in New York als Nachtschicht-Taxifahrer arbeitet. Der viele Schmutz, die Brutalität und die Unmenschlichkeit, die er erlebt hat, haben ihn zum Einzelgänger gemacht. Schwierigkeiten im Alltag und seine verbotene Beziehung zu einer 14jährigen Prostituierten (Jodie Foster) lassen ihm nur einen Ausweg: die Gewalt. Der Höhepunkt des Films ist eine der stärksten und zugleich grauenvollsten Szenen der Filmgeschichte.


Filmkommentare (2)


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8martin
27.10.15 - 19:00
Der Film ist Kult, weil er so völlig anders ist, als die Mehrzahl der damaligen (1976) Produktionen. Man erinnert sich heute noch daran und will diesen Film immer wieder mal sehen. Völlig anders sind z.B. die einzelnen Komponenten, die üblicherweise sonst einen ganzen Film ausgemacht hätten, hier aber nur ein Streiflicht bilden. Dazu hat Paul Schrader ein klasse Drehbuch geliefert, das meistens nachts spielt. Travis der Taxifahrer (Robert DeNiro) ist auf der Suche. Er baggert Betsy (Cybill Shepherd) an, er schleimt sich an den Präsidentschaftskandidaten Palantine (Leonard Harris) ran und er erleidet immer Rückschläge. Und so werden seine Aktionen immer extremer. Er bewaffnet sich bis an die Zähne bzw. bis an seinen Irokesenschopf. Ein kleiner Kurzkrimi wird eingeschoben: beim Überfall auf einen Laden rettet Travis den Besitzer und erschießt den Räuber. Aber wir bleiben nicht bei dieser Geschichte. Travis sucht weiter. Er will die Nachwuchsnutte Iris (saucool Jody Foster) retten und völlig unpassend den Kandidaten beschützen oder vielleicht auch erschießen. Fehlt noch der Kurzauftritt von Sport (Harvey Keitel), der Zuhälter von Iris. Damit beginnt die tarantinomäßig finale Endballerei. Hier nur ohne Witz und Ironie. Das bringt Scorsese selber in seinem Cameo als Fahrgast in Travis Taxi. Und wenn am Ende Travis als Held überlebt und Betsy unentgeltlich im Taxi kutschiert, ist sogar etwas Ironie dabei. Scorsese verneigt sich vor dem geneigten Publikum mit einem Lächeln. Man wundert sich darüber, was man da gerade gesehen hat. Vergessen tut man es so schnell nicht.
Der Held ist reifer geworden. Sein Alltag verläuft weiterhin eintönig und leer. Nur jetzt scheint Travis das alles zu durchschauen. Jetzt ist er nicht mehr Reaktion sondern Aktion. Also letztlich ein ungewöhnliches Coming Off Age.

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Jason
20.12.09 - 23:22
Travis Bickle (Robert De Niro) ist vom Vietnamkrieg gezeichnet. Er leidet unter Schlaflosigkeit und hat Probleme, Beziehungen zu anderen Menschen aufzubauen. Um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, nimmt er einen Job als Taxifahrer an und fährt jene Routen, für die sich andere zu schade sind. Obendrein befördert er Fahrgäste nur Nachts - Schlaf findet er ohnehin nicht. Sein Leben scheint jeglichen Sinn verloren zu haben, da trifft er auf die 14-Jährige Prostituirte Iris (Jodie Foster) und alles scheint sich zu ändern ...

... aber nicht unbedingt in eine positive Richtung. Bei Taxi Driver hat Regisseur Martin Scorsese zum zweiten Mal mit Schauspieler Robert De Niro zusammengearbeitet. Inzwischen weiß man, dass dieses Duo keine schlechten Filme macht - und dieser entspricht genau diesem Wissen. Zunächst wäre da einmal De Niro, zu dessen schauspielerischem Niveau keine weitere Worte verloren werden müssen. Der Mann, der eigenen Angaben zufolge auch ein Schnitzel spielen könnte, verkörpert den gestörten Taxifahrer Travis bis an die Grenzen der Authenzität. Das zu schaffen ist nicht unbedingt einfach, wenn man sich Travis genauer ansieht: Einerseits ist er ein Moralapostel, der die Straßen vor "menschlichem Abschaum" befreien will. Andererseits kann er ebenso ein gefühlvoller und mitfühlender wie schier mörderischer Gewalttäter sein. De Niro zeigt all seine Facetten, ohne den Charakter künstlich oder zu übertrieben darzustellen. Dabei herausgekommen sind legendäre Szenen, bei denen noch heute jeder weiß, welcher Film und welcher Schauspieler gemeint ist. Zum Beispiel das Selbstgespräch (Are you talking to me?), das Travis vor seinem Spiegel führt.

Die Szenen gäbe es aber nicht ohne die Geschichte - und die ist gewagt. Iris (gespielt von der damals erst 13-Jährigen Jodie Foster) ist eine Prostituirte und als solche natürlich nicht unbedingt glücklich. Beide - Travis und Iris - treffen aufeinander. Eine Beziehung entfacht. Eine Wut beginnt zu brodeln - in Travis. Er beginnt zu trainieren, kauft sich Waffen und will alldem ein Ende bereiten. Das, was zwischen dem Anfang und dem Ende passiert, ist aber mehr als nur die Darstellung von Aggressionen, es ist in gewisser Weise auch harsche Sozialkritik. Die fängt bei Travis an - der nicht so kaputt wäre, wäre er nicht in den Krieg gezogen -, fährt bei der minderjährigen Prostituirten fort und geht schließlich bei den Fahrgästen weiter, die teilweise unglaubliche Dinge vorhaben. Dazu gibt es eine bedrückend spannende Atmosphäre und neben De Niro eine mindestens ebenso authentische Foster, die allerdings wegen ihres jungen Alters bei der ein oder anderen Szene von ihrer älteren Schwester gedoubelt werden musste.

Also: Solide Geschichte + einer der besten Regisseure + verdammt guter Cast = ein Film, der in die Filmgeschichte eingeht. Taxi Driver ist unbedingt ein Blick wert!

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