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Früchte des Zorns




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8martin


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08.02.21 - 09:57
Hier zeigte John Ford, dass er nicht nur Western kann. Es ist sogar ein recht kapitalismuskritischer, über zwei Stunden dauernder Film geworden. Und das vom eher konservativen John Ford.
So enthält dieser Klassiker die heute immer noch gültigen Aussagen von Dumping Löhnen und Arbeitskampf und von Aufwieglern (Gewerkschaftler gab es noch nicht).
In den 30er Jahren herrschte die große Depression in Amerika. Großfamilie Joad wird von ihrem Land vertrieben und zieht mit Sack und Pack, Oma und Opa nach Westen teilweise auf der legendären Route 66 zum Obstpflücken. Sie reisen in einem optisch hervorragend umgesetzten LKW, der völlig überladen nur vom Rost zusammengehalten wird. Tausende von Arbeitssuchenden werden wie die Joads auf der Suche nach Arbeit wie die Rinder durchs Land getrieben, von angeheuerten Hilfspolizisten gegängelt, verprügelt und sogar ermordet. (Exprediger Jim, John Carradine).
Die stimmungsvolle Schilderung der Verhältnisse in s/w beeindruckt immer noch. Das hat John Steinbeck in seiner Romanvorlage aber noch konsequenter und damit viel härter durchgezogen. Der Hungertod dräut dort drastischer. Da muss die schwangere Rosasharn (Dorris Bowdon) schon lebensspendende Muttermilch opfern.
Hier genügt ein abschließendes Gespräch zwischen Mutter Joad (Oscar für Jane Darwell) und Sohn (Henry Fonda). Ihm geht der Gedanke der Gewerkschaften nicht aus dem Kopf. Weil er gesucht wird, verlässt er die Familie, um gegen die Ungleichheit und Ungerechtigkeit des Raubtierkapitalismus anzukämpfen. Mehr war in Hollywood 1940 nicht drin. Dafür ein staatliches Migrantenlager mit allen Annehmlichkeiten der Zeit.
Mutter Joad hat das letzte Wort ‘Die Reichen die kommen und gehen, sie sterben. Aber wir sind nicht totzukriegen. Uns wird es immer geben‘ und dann fügt sie den Satz hinzu, der vor der Wiedervereinigung 1990 bei uns Geschichte gemacht hat ‘Wir sind das Volk!‘.
Eine literarische Filmadaption über das zeitlose Elend der Landbevölkerung und den gnadenlosen Kampf ums Überleben. Der Titel kann Gegenstand von Interpretationen sein. Wer oder was sind denn nun die Früchte des Zorns?

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kurenschaub


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22.12.11 - 13:41
Bedrohliche Ähnlichkeiten mit unserer heutigen Zeit, kommt ebenfalls eine Weltwirtschaftskrise wie in den 30siger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts - also die große Depression.
Dieses geniale Literaturverfilmungswerk nach dem beachtlichen Buch von John Steinbeck liefert ein aufschlussreiches Szenario der damaligen Geschehnisse, gerade ein paar Jahre später in kargen Bildern, aber wuchtig erzählt von Meisterregieass John Ford. Halseinschnürend.
Ausbeutung, Erniedrigung, Unterdrückung und bittere Armut sind die Grundessenz dieser Oscar belohnten Meisterleistung,
Inmitten eines glänzend agierenden Ensembles wie Henry Fonda oder Jane Darwell befindet man sich tiefergreifend in einem höchst anspruchsvollen Zeitdokument und so wird auch der letzte "Schlummerling" der heutigen Tage brutal wachgeküsst und erahnt, welche schmerzvolle Zukunftsmusik uns vielleicht schon demnächst in`s Haus steht.

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