1 Kommentar

Purple Rose of Cairo

DEINE MEINUNG?


1985

Genre: Komödie, Fantasy, Romanze

Spieldauer: ~ 78 Minuten

Regie: Woody Allen

Cast: Dianne Wiest, Jeff Daniels, Danny Aiello, Edward Herrmann, Mia Farrow, Glenne Headly, Deborah Rush, John Wood, Irving Metzman

Kurzbeschreibung: Verzückt schaut Cecilia auf die Leinwand und himmelt, in den Kinosessel gekuschelt, ihren Star Tom Baxter, in "Purple Rose of Kairo" an. Da passiert plötzlich etwas Unglaubliches: Tom spricht sie von der Leinwand herunter an, ist völlig fasziniert davon, dass sie nun schon zum fünften Mal den Film ansieht und steigt aus dem Bild heraus zu ihr ins Parkett. Er nimmt Cecilia an der Hand und gemeinsam fliehen sie aus dem Kino. Die Verblüffung ist groß. Der Film kann ohne Tom nicht weitergehen, die Zuschauer sind total entrüstet und verlangen ihr Geld zurück. Ein Kino steht Kopf. Während sich die Leinwandfiguren mit dem Publikum streiten, bahnt sich zwischen Tom und Cecilia eine Romanze an und als dann der reale Tom Baxter aus Hollywood anreist, wird die Verwirrung noch größer. Tom will nicht auf die Leinwand zurück, und wenn überhaupt dann nur mit Cecilia. Cecilia soll sich entscheiden.


Filmkommentare (1)


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8martin
04.05.15 - 13:22
Der Film ist einer der ganz großen Geniestreiche von Woody Allen. Zunächst nimmt er eine Legende aus der Pharaonenzeit als titelgebendes Element (Filmvorlage in s/w) und dann verfolgt er konsequent, wie sich für Cecilia, einen echten Kinofan (Mia Farrow), die Erfüllung all ihrer Träume ergibt: der Held steigt von der Leinwand herab ins wirkliche Leben.
Es ist interessant zu sehen, wie sich Woody Allen durch die konkreten Situationen hindurchmogelt ohne ganz auf Logik zu verzichten, wenn z.B. der Darsteller Gil Shepherd und die Filmfigur Tom Baxter zusammentreffen. Beide von Jeff Daniels verkörpert. Der Darsteller bezahlt mit Spielgeld und blutet nicht, wenn er sich einen Kinnhaken einfängt. Aber auch der echte Schauspieler ist keine wirkliche Option, obwohl es vorübergehend mal so aussieht. Beide lieben Cecilia. Die Darsteller auf der Leinwand diskutieren mit dem Publikum. Dabei gibt es zwei Ausbrüche. Tom Baxter holt Cecilia in die Filmszene, damit die Handlung weitergehen kann und andererseits folgt er ihr ins wirkliche Leben. Mit dem Ausflug der beiden ins Bordell legt Woody Allen noch etwas intellektuell nach. Tom diskutiert passend zum Thema mit den Nutten über das Wunder der Geburt. Der Schauspieler hat doch hier eine Filmfigur in die Welt gesetzt.
Die tragfähige Basis für dieses ganze gewagte Unternehmen ist musikalisch der Dixi, zeitlich die Depression der 30er Jahre und die kaputte Ehe von Cecilia mit Monk (Danny Aiello). Mit dem großartigen, offenen Ende mit Fred Astaire und Ginger Rogers unterstreicht der Film Allens Klasse. Es ist einer seiner gelungensten Filme, in sich geschlossen und gedanklich nicht uninteressant. Ein Meisterwerk.

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