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Die letzte Nacht des Boris Gruschenko
64.8/100

4 Bewertungen

Die letzte Nacht des Boris Gruschenko

FILM • 1975 • 1 Std. 17 Min.


Regie: Woody Allen

Darsteller/-innen: Diane Keaton, Harold Gould, Frank Adu, Tony Jay, James Tolkan, Georges Adet, Feodor Atkine, Woody Allen

Genre: Komödie, Krieg



Im Jahre 1812 schmort Boris Gruschenko, ein kleiner, schmächtiger Außenseiter, in einem französischen Kerker und wartet auf seine Hinrichtung. Die Anklage: Attentatsversuch auf Napoleon! Und während Boris seinem letzten Morgen entgegensieht, lässt er sein bisheriges Leben noch einmal Revue passieren: Er erinnert sich an seine heimliche Liebe zu Cousine Sonja, seinen Kampf mit der Tücke des Militärs, seiner zufälligen Heldentat, seinen Flug auf der Kanonenkugel und einen Idioten-Kongress. Nicht zu vergessen jene stürmische Liebesnacht mit der männermordenden Gräfin Alexandrowna die ihm neuen Lebensmut gab.


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8martin

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24.10.19 - 10:12
Der einzige Woody-Allen-Streifen, der als Kostümschinken daherkommt und folglich recht aufwendig war. Er stammt aus der Anfangsphase des Vielfilmers (1974) und hat einen gewissen Seltenheitswert. So kennt man ihn nicht.
Der Antiheld lebt im Russland der napoleonischen Kriege. Selten hat Allen echte Kampfszenen in den Fokus gestellt. Die Handlung ist eigentlich eher Nebensache. Der Titelheld (Allen) liebt seine Cousine Sonja (Dianne Keaton), seine damalige Lebensgefährtin. Der Plot kommt als Gesellschaftssatire daher mit lustigen Wortverdrehern (‘Danke euer Schmuddeligkeit!‘), bisweilen sogar sexy. Hier setzt er Olga Georges-Picot wegen ihrer Freizügigkeit ein. Die Komik reicht vom Slapstick (gegenseitige Verteilung von Kopfnüssen mit Weinflaschen) und albernen, übertriebenen Wiederholungen im Dialog bis zu Szenen die mit ihrem surrealen Touch an die Monty Python erinnern. Zusätzlichen Spaß machen die philosophisch angehauchten Dialogteile, die nichts mit der Handlung zu tun haben: es geht um Mord – Moral – Sokrates. Sie sind einfach nur lustig. Es gibt auch Ausflüge ins Reich der Geister (Untoten), die besser aussehen als zu Lebzeiten und ein Attentat auf Napoleon – d.h. auf sein Double, das natürlich misslingt. Am Ende vollführt Boris mit dem Sensenmann im weißen Gewand einen totentanzähnlichen Walzer.
Wort und Bild sind hier (1974) bereits die Grundlage für den Erfolg des Films und Woody Allen war einer, mit dem man rechnen musste.

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