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Fliegende Fische müssen ins Meer
82.5/100

2 Bewertungen

Fliegende Fische müssen ins Meer

FILM • 2011 • 1 Std. 40 Min.


Regie: Güzin Kar

Darsteller/-innen: Meret Becker, Ruth Schwegler, Barnaby Metschurat, Elisa Schlott, Annette Corti, Alia Duncan, Mona Petri, Isabella Schmid, Joseph Sunkler, Peter Müller

Genre: Drama, Komödie



"Roberta ist die peinlichste Figur im Universum und die unfähigste Mutter aller Zeiten", so die 15-jährige Nana (Elisa Schlott), die die Vorliebe ihrer Mutter (Meret Becker) für kurze, unglückliche Liebschaften verurteilt und deshalb deren Rolle im Haus selbst übernommen hat: Sie kümmert sich um die beiden jüngeren Geschwister und verdient als Schleusenwärterin in dem kleinen Ort am Rhein den Lebensunterhalt. Als das Jugendamt damit droht, Roberta das Sorgerecht für die Kinder zu entziehen, schwört diese Besserung und Enthaltsamkeit. Nana, die überzeugt ist, dass ihre Mutter nicht lange abstinent leben kann, macht sich nun selbst auf die Suche nach einem geeigneten Mann für Roberta und einem Stiefvater für sich und ihre Geschwister. Doch dann verliebt sich Nana selbst in den Auserwählten...


Filmkommentare (2)


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kurenschaub

kurenschaub


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24.05.13 - 20:35
Ja die reizende Jugendliche Nana (Elisa Schlott) hat mit ihrer Mutter Roberta (Meret Becker) tatsächlich die Arschkarte gezogen, wie sie selbst sagt. Aber dies wird sich mit zunehmender Länge des Lustspiels mit kleinen kritischen Gesellschaftseitenhieben noch ändern. Eines vorweg - keinesfalls eine Überkomödie - sehr bemüht immerhin, kommt der Streifen ewig lang nicht auf Touren, sind die Gags zu durchsichtig, läuft das Gutgemeinte auf Schmalspur. Darstellerisch punktet meine Favoritin Elisa Schlott enorm, aber das Drehbuch gibt im Gegensatz zu Draußen am See nicht allzuviel her.
In der letzten halben Stunde wird fliegende Fische müssen ins Meer dann doch noch eine qualitätsvolle und heitere Coming of Age und bunte Familienstudie mit Charme und Esprit. Wer aber zuviel sensationelles hineindrücken will und das filmische Geschehen in die höchste Vollendung rückt, beweist ein besonders bewundernswertes cineastisches Wohlbefinden.
65% von 100 - mehr geht nicht - echt nicht!

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8martin

8martin


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04.05.13 - 19:01
Die türkisch-stämmige Schweizerin Güzin Kar hat eine der besten Sozial-Grotesken der letzten Jahre abgeliefert. Mit dem doppeldeutigen Titel weist sie den Weg, der dem Film auch noch eine Message gibt: Aufstieg durch Bildung.
Die Handlung steckt voller äußerst lustiger Ideen, die offen entwaffnenden Dialoge treffen immer auf die zwölf und kommen mal aus der makabren Ecke, mal aus der altklugen. Bei aller Skurrilität schwingt immer eine menschlich anrührende Komponente mit. Dieser Spagat macht den Charme aus, dem man sich nicht entziehen kann.
Meret Becker als total durchgeknallte Mutter Roberta ist so gut wie nie und ihre Tochter Nana (Neuentdeckung Elisa Schlott) überzeugt mit einem nicht immer leichten Part. Sie muss den Weg ins Leben erst noch finden, ihre Familie versorgen und den ersten Liebekummer verkraften. Das Geschehen wird vom ‘ Chor der Bachforellen‘, die einheitlich farbig mal rot, mal gelb sind, kommentiert. Dieser Tratschverein der einsamen Herzen des Dorfes fungiert wie der Chor im antiken Theater – nur viel lustiger. Ein anderes Beispiel für die Komik: Roberta am Fuße einer Marienstatue: ‘Ich fühl‘ mich wie ein Haufen…‘(Schnitt) Blatsch! Eine Taube lässt was fallen auf Marias Gesicht. Die schauspielerischen und optischen Höhepunkte sind die Bewerbungsgespräche Robertas, die gespielten Heiratsanzeigen möglicher Lover von ihr und Nanas Sprung von der Brücke mit symbolträchtigen Unterwasseraufnahmen.
Witzig zwischen altklug und total daneben, charmant mit einem Spritzer Lebenserfahrung und einem sinnvollen Schluss.

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