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Fegefeuer der Eitelkeiten

DEINE MEINUNG?


1990

Genre: Komödie, Drama

Spieldauer: ~ 120 Minuten

Regie: Brian De Palma

Cast: Bruce Willis, Morgan J. Freeman, Tom Hanks, Kevin Dunn, Kim Cattrall, Melanie Griffith, Saul Rubinek, Beth Broderick, Clifton James, John Hancock, Donald Moffat, Barton Heyman, Alan King, Louis Giambalvo, Norman Parker

Kurzbeschreibung: Sherman McCoy ist an der Wall Street ganz oben. Seine Fahrerflucht ist deshalb ein gefundenes Fressen für Anwälte, Journalisten und Prediger. Für den Reporter Peter Fallow wird die Geschichte zum Fahrstuhl nach oben, als er erfährt, dass Sherman gar nicht am Steuer des Wagens saß. McCoy steht über Nacht ohne Haus, Ehefrau und sexhungrige Geliebte da. Ein Prozess soll ihm den Rest geben.


Filmkommentare (1)


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Filmosoph
12.01.09 - 00:56
.. nach einem Roman von Tom Wolfe, welchen ich nicht gelesen habe. Aber er ist auch nicht nötig, um diesen Film genießen zu können. Da möchte ich mal zuerst die Wahnsinnscast vorstellen: Tom Hanks, Bruce Willis, Melanie Griffith, Kim Cattrall, Morgan Freeman und F. Murray Abraham - Regie von Brian De Palma, auch keinem Unbekannten.
Der Film ist eine tiefschwarze Komödie. Oder eine Satire - jedenfalls benötigt man teils doch einen ausgeprägten Sarkasmus, um bei diesem Meisterstück lachen zu können.
Der Film beginnt mit der besten Kamerafahrt über solch eine lange Zeit, die ich je gesehen habe - alles, ohne einen einzigen Schnitt. Man erinnere sich an "GoodFellas", als Henry mit Caron in das Restaurant geht - auch alles ohne einen Schnitt. In "Fegefeuer der Eitelkeiten" wird diese schwierige Art zu Filmen perfektioniert. Als große Pluspunkte möchte ich also die brilliante Kamera vermerken, sowie die hervorragende Cast.
Wer sich schon bei "Amadeus" an Murray Abrahams Eiversucht amüsieren konnte, wird bei einer der Schlusszenen ebenfalls seine Freude haben, als er wieder den unvergesslichen Blick aufsetzt.
Der Film selbst baut offensichtlich auf einem brillianten Drehbuch, das aber auch wirklich nichts auslässt - man denke an den Sager "er könnte seiner Frau und seiner Tochter einfach sagen, dass er sie immer noch liebt, aber er war ein Master des Universum, er hatte besseres verdient" - direkt, sarkastisch - komisch. Auch Morgan Freeman sah man nie so cool, abgebrüht aber trotzdem laut.
Die erste Hälfte des Filmes ist für mich eine Köstlichkeit - nicht nur das Drehbuch, auch die Inszenierung selbst hinterlässt kein Makel. In der zweiten Hälfte schleichen sich dann aber leider wieder einige "Hollywood"-typische Merkmale ein: Etwas zu viel Moralpredigt (Freeman zum Schluss), mit sanfter Streichermusik unterlegt. Naja. Aber zum Glück wird insgesamt nicht zu dick aufgetragen, besonders das Schlusswort selbst "entschädigt uns".
Ein kleiner Filmfehler ist mir auch aufgefallen: Als der Mann von Griffith einen Herinfarkt erleidet und auf dem Tisch liegt, macht er erst 3 Sekunden später den Mund zu. Ok, das kann vorkommen.
Alles in allem gibt es aber wirklich nur marginale Kritikpunkte. "Fegefeuer der Eitelkeiten" wird alle Freunde des bitterbösen, tiefschwarzen Humor überzeugen, ohne gleich ekelig werden zu müssen. Die Komik liegt im Sarkasmus. Der Film ist auch für solche geignet, welche die üblichen Hollywood-Schinken-Komödien längst satt haben und in eine Filmwelt eintauchen wollen, die auf einee durchdachten Story steht und wo gute Schauspieler absolut nötig sind, um einen verdammt guten Film zu machen. Klare Sache: 5 Punkte.

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