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1 Kommentar

Mitten im Sturm

DEINE MEINUNG?


2009

Genre: Biographie, Drama

Spieldauer: ~ 111 Minuten

Regie: Marleen Gorris

Cast: Emily Watson, Ulrich Tukur, Benjamin Sadler, Ian Hart, Agata Buzek, Jimmy Yuill, Lena Stolze, Pam Ferris, Monica Dolan, Nick Dong-Sik

Kurzbeschreibung: Als 1935 ein Attentat auf einen Parteifunktionär verübt wird, gerät das Leben der vom Staatsapparat privilegierten Familie Ginzburgs aus den Fugen. Nachdem einer ihrer Kollegen verhaftet wird, sieht sich auch Ginzburg mit Verdächtigungen konfrontiert. Es folgten das Berufsverbot, der Ausschluss aus der KpdSU und im Februar 1937schließlich die Verhaftung. Wenige Monate später wird sie aufgrund von Zeugenaussagen wegen "Terrorismus" zu zehn Jahren Zwangsarbeit in Sibirien verurteilt. Nach Abbüßen der Strafe lässt sie sich in einem Verbannungsort nieder, wo sie gemeinsam mit dem im Zuchthaus kennen gelernten deutschen Arzt Anton Walter, ihrem Sohn und ihrer Adoptivtochter viele Jahre lebt. 1954 wird die Professorin rehabilitiert und ihre Verbannung aufgehoben. Obwohl sie wieder in die KPdSU aufgenommen wird, darf sie erst 1966 nach Moskau ziehen, wo sie bis zu ihrem Tod im Mai 1977 als Autorin von Kurzgeschichten und Essays lebt.


Filmkommentare (1)


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8martin
04.02.13 - 12:58
Der Film verdeutlicht überaus beeindruckend die Ohnmacht des Einzelnen gegenüber der Willkür des stalinistischen Systems (“Meister Schnurrbart“) und ebenso die hier gezeigten Auswüchse menschlicher Demütigungen. Besonders erstaunlich, da hier eine Professorin (Emily Watson), die eigentlich voll hinter der Ideologie von Väterchen Stalin steht, zur Haft im Gulag verurteilt wird. Da werden aus Freunden Feinde und aus Richtern Mithäftlinge. Schmerzlich auch die Trennung von Mann und Kindern. Emily Watson trägt das Geschehen. In ihrem Gesichtsausdruck versammelt sich die ganze Skala menschlicher Emotionen von laut schreiend bis stumm leidend, von Empörung und Wut, aber auch von Wärme und Mitgefühl. Das prägt den Film, in dem eine gesamteuropäische Crew (u.a. Ulrich Tukur, Ian Hart, Lena Stolze) ganz toll agiert. Der Schwerpunkt liegt auf der individuellen Problematik des Lagerlebens. Und da überzeugen die genau beobachteten zwischenmenschlichen Aspekte. Hier helfen Lyrik und die Liebe der gequälten Seele mancher Lagerinsassen. “Süß ist es zu schlafen, süßer noch ein Stein zu sein.“ Das Ende kommt dann kurz und bündig, aber wohltuend erwärmend bei der Eiseskälte dieses Wirbelwindes.

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