1 Kommentar

Der Name der Leute

DEINE MEINUNG?


2010

Genre: Komödie

Spieldauer: ~ 100 Minuten

Regie: Michel Leclerc

Cast: Sara Forestier, Jacques Gamblin, Zinedine Soualem, Jacques Boudet, Michele Moretti, Carole Franck, Laura Genovino, Adrien Stoclet, Camille Gigot, Rose Marit

Kurzbeschreibung: Bahia Benmahmoud (Sara Forestier), Tochter eines algerischen Einwanderers und einer französischen Links-Aktivistin, ist stolz auf ihren Namen und ihre Herkunft. Alle politisch Linken sind für sie gut, während sie für alle Anderen schnell das Wort "Fascho" im Mund trägt. Um diese auf den "linken" politischen Weg zu bringen, schläft sie mit rechts gerichteten Männern, da Argumente bei diesen nicht helfen, sondern nur Sex. Arthur Martin (Jacques Gamblin), deutlich älter als sie und bekennender Anhänger des linken Politikers Lionel Jospin, zudem mit einem Allerweltsnamen versehen, passt deshalb nicht in ihre Zielgruppe, aber als sie ihn bei einem Radio-Job kennen lernt, beschließt sie spontan, auch mit ihm zu schlafen. Er weist das etwas irritiert zurück, kann sich ihrer Anziehungskraft aber nicht erwehren. Es entsteht eine seltsame Beziehung zwischen ihnen, begleitet von politischen Aktivitäten und vielen Sexualpartnern...


Filmkommentare (1)


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8martin
17.07.14 - 22:29
Die Grundidee von der linken Frau, die mit allen Faschos schläft, um die zu bekehren, ist ganz nett. Und über weite Strecken kann der Film auch unterhalten. Dabei schwankt er zwischen Sexklamauk und Ernsthaftigkeit, zwischen Lehrstück und Liebesklamotte hin und her. Manchmal geht der Tiefgang zu tief, so tief, dass er brummt. Wenn bei jüdischen Eltern nicht das Wort ‘Lager‘ oder ‘Ofen‘ verwendet werden darf, ist das weder lustig noch unterhaltsam. Sara Forestier gibt diese Bahia recht unverklemmt und hüllenlos. Sie versteht sich als politische Hure und es dauert bis fast zum Ende des Films bis der biedere Vogelseuchenforscher Arthur (Jacques Gamblin) zu ihr sagt ‘Verschwinde aus meinem Leben!‘. Das hat der Zuschauer die ganze Zeit schon gedacht. Als der Handlung der Saft ausgeht, kommen noch solche Anhängsel wie Ehe und Geburt. Das wirkt etwas aufgesetzt. Auch als Bahia nach einem Fick mit einem Araber plötzlich als Muslima mit Schleier daherkommt, beeindruckt das kaum. Eher schon die Tatsache, dass der echte Jospin als Überraschungsgast auftritt. Ein netter Einfall der Regie ist es, wenn Arthur oder Bahia als Kinder beziehungsweise Jugendliche neben sich stehen und mit sich selbst reden oder mit ihren Eltern. Die sind Einwanderer und/oder Mischlinge und haben sich in Frankreich integriert. Diese, wie es heißt, ‘hybride Vitalität‘ ist ein ehrenwerten Ansatz: Namen sind Schall und Rauch und wenn die Menschen sich öfters abstammungsmäßig vermischen würden, gäbe es nur Mischlinge. So einfach ist das. Gut gemeint ist auch daneben.

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