Wir auf Filmempfehlung nutzen essenzielle Cookies und zwei 3rd Party Cookies. Hierzu gehören Google AdSense (Werbebanner) und Youtube-Videos (Trailer). Das war es dann auch schon wieder. Wenn das OK geht für dich, bitten wir um Dein Einverständnis:

ESSENZIELL
GOOGLE ADSENSE
Youtube



Weitere Informationen: DATENSCHUTZ  |  DISCLAIMER  |  IMPRESSUM
Unter dem Punkt Datenschutz können nachträglich Cookies auch wieder de-/aktiviert werden.
Sucker Punch - Kritik, Filmbesprechung, Review
 

DEINE Topfilme des vergangenen Kinojahres 2020!
Jetzt Abstimmen
bis 31. Januar 2021 möglich.
75%
Kritik von ( 286 ) am 04. 04. 2011 0 Kommentare
Voller Vorfreude wartete ich auf die ersten bewegten Bilder dieses neuen Action-Sci-Fi-Fantasyspektakels von Zack Snyder. Die Erwartungen nach den ersten Trailern waren für mich relativ hoch. Doch konnte der Streifen meine Erwartungen voll und ganz erfüllen für einen ersten Kinogang 2011?

Die ersten Momente liesen dabei noch keine Zweifel aufkommen, als man Babydoll in ihrem düsteren und trostlosen Alltag zu Gesicht bekommt. Sie wollte doch nur sich und ihre Schwester vor einem Übergriff ihres sadistisch veranlagten Stiefvaters schützen, musikalisch begleitet wird dieses Szenario von einer Cover-Version des Musikstücks "Sweet Dreams". Das Setting versehen mit einem dunklen, rauhen, kalten Look konnte da bei mir schon punkten. Nein, es findet in diesem Opening kaum bis nur sehr selten eine Kommunikation statt, dafür sprechen die bewegten Bilder welche in Slowmotion auf der Leinwand eingefangen wurden eine deutliche Sprache.
Eh sich Babydoll versieht, wurde sie in eine psychische Schublade geschoben und von ihrem "Alten" in eine Nervenheilanstalt gesteckt.

Dort angekommen würde auf sie ein noch schlimmeres Schicksal warten, nachdem man sie psychisch gebrandmarkt hatte. In nur fünf Tagen sollte bei Babydoll in einer der hässlichen Räume eine Lobotomie durchgeführt werden. Als der Zuschauer schon die schlimmsten Befürchtungen erahnt und die Ärzte auf Babydoll zugehen, wechselt die Kamera, den Ort und Raum sowie das Geschehen. Zack Snyders eigene Geschichte spielt sich auf drei Handlungsebenen ab:
in der schon erwähnten Nervenheilanstalt, in einem Nachtclub/Bordell und in den Tänzen von Babydoll.

In der nächsten Einstellung bekommt der Zuschauer Sweet Pea zu sehen, ebenfalls eine Patientin dieser Anstalt die Babydoll vorgestellt wird. Durch Babydolls enorme Einstellungs- und Vorstellungskraft befinden sich die Protagonisten und der Zuschauer in besagtem Bordell, dies alles geschieht nur in Babydolls Kopf und wird eben für den Zuschauer transparent auf der großen Leinwand eingefangen. Sweet Pea stellt Babydoll den Nachtclub sowie die anderen Mädels vor. In bereits erwähntem Bordell gibt es für die junge Babydoll ebenfalls ein Ultimatum:
In nur fünf Tagen, wenn der High Roller anrückt, soll dabei ihre Jungfräulichkeit verkauft werden, eine wohl offensichtliche Metapher für den Zeitpunkt der eigentlichen Lobotomie. Die jungen Tänzerinnen werden von der knallharten Dr. Gorski in ihren Choreographien gedrillt und ausgebildet um dem Publikum eine möglichst geile Show zu bieten.

Die dritte Ebene sieht dabei die atemberaubenden Tänze von Babydoll vor. Da es für Babydoll die Option einer Aufgabe nie gegeben hat und aller guten Dinge fünf sind in dieser Geschichte, tut sie sich mit vier anderen Tänzerinnen (Sweet Pea, Rocket, Blondie, Amber) zusammen und tüftelt einen Plan aus:
Babydolls hypnotisierende Tanzeinlagen sollen lediglich als Ablenkungsmanöver dienen, um fünf geheimnisvolle Dinge entwenden zu können um der Gruppe so die Flucht zu ermöglichen. Die Tänze bekommt der Zuschauer in keiner Minute zu Gesicht, stattdessen befinden sich die fünf Mädels in phantastischen Welten und Settings voller übergroßer Samurais, oder Nazischergen, ja sogar gegen Drachen und Orks müssen es die Mädels aufnehmen. Ratschläge und Tipps bekommen sie dabei immer von einem Typen, der sich der "Weise Mann" nennt...

Der Wechsel in die jeweilige Handlungsebene leitet Regisseur Zack Snyder immer wieder durch die gleichen Bilder ein. Optisch fährt die Kamera durch eine Naheinstellung auf Babdydolls Gesicht, außerdem wechselt die Farbgestaltung der Bilder, vom düsteren, grau-grünen Bild in eine farbenprächtige Bildgewalt. Inhaltlich geschieht das alles durch Sprünge von Raum und Zeit. Eine weitere tragende Rolle in dieser Geschichte spielt dabei die Erotik. Schnell wird der Zuschauer bemerken, dass die jungen Mädels allesamt nur leicht bekleidet durch die Kulissen huschen und sich dabei in der Opferrolle mächtiger böser Männer wiederfinden. Eben jene beschriebene Machtverhältnisse der Männer werden durch die Bordellwelt nochmals unterstrichen, auch dort sind die Mädchen den Männern hoffnungslos unterlegen - in den jeweiligen Actionphantasien kämpfen und metzeln die fünf Mädels dagegen ganze Gegnerhorden mühelos nieder.

Angetan war ich auf alle Fälle von dem Film, aber nicht restlos begeistert. Die dort aufkommende Bildgewalt ist mehr als fulminant, sie drückt einen förmlich in den Kinosessel, in so einer Art und Weise habe ich diese schon lange nicht mehr gesehen. Die Figuren und die jeweiligen Phantasien sind allesamt stark überzeichnet, phantastisch und natürlich übertrieben dargestellt, darüber dürften sich die meisten Actionfreunde freuen. Auch der Score konnte hierfür nicht passender ausgewählt werden und konnte bei mir vollends überzeugen. Jedoch fehlte mir ein wenig mehr Tiefgang bei der Geschichte ohne jetzt hier Spoilern zu wollen. Trotz der dargestellten emotionalen Dramaturgie von Babydoll und den anderen Mädels, konnten mich ihre Figuren nicht so berühren, wie ich es mir bei diesem Film gewünscht hätte – schade, sonst wäre es ein ganz großer Film geworden, der somit am Ende bei mir in der Bewertung ein paar Federn lassen muss.

Fazit:
Der neueste Streifen von Zack Snyder macht den mangelnden Tiefgang der Geschichte mit spektakulären Bildern und Kamerafahrten wieder wett, von denen auch ich sichtlich angetan war. Es ist unheimlich schwierig diesen Film mit anderen zu vergleichen, dafür hat er einen viel zu speziellen Stil. Für Freunde des Action- und Fantasygenres, die einen mangelnden Plotiefgang bei dieser Verfilmung in Kauf nehmen können, dafür mit einer wahren Flut an packenden Bildern belohnt werden, ist dieser im Kino mit Sicherheit eine Sichtung wert. Anspruchsvollere Freunde werden aber wohl etwas enttäuscht aus dem Kino gehen. Vielleicht tut man sich als solcher einen Gefallen, wenn man den Anspruch hierbei etwas nach unten korrigiert?


Kommentare (0)


Beitrag schreiben