Casino Jack


2010

Biographie, Komödie, Krimi, Drama

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Im Handel seit 06. 09. 2012


64%
Casino Jack wollte zu viel und überzeugt nur stellenweise als böser Schwank
Kritik von ( 238 ) am 26. 07. 2012 4 Kommentare
Irgendwann siegt die Gier. Wenn jemand wie Jack Abramoff (Kevin Spacey), ein überzeugter und mächtiger Lobbyist, tagtäglich mit Unsummen zu tun hat, wird das beruflich betriebene Aufsammeln von „Peanuts“ längst zur empfundenen Ungerechtigkeit.

Casino Jack startet mit einem minutenlangen Monolog, in dem Abramoff seine Weltsicht ungeschminkt darlegt. Es ist die Weltsicht eines gierigen Lobbyisten, der sich bewusst immer am Rande der Legalität bewegt und grundsätzlich niemals rechtfertigt. „Lobbyismus“ ist das Stichwort; bemerkenswert ist hier jedoch weniger die hochfrequentige Ereignisabfolge, sondern vielmehr die persönliche Motivation zu solchen Handlungen – zu solch einer Lebensweise. Wie sich ein moralisch fragwürdiges, situationsgebundenes Weltbild auf Dauer durchhalten lässt, veranschaulicht Casino Jack recht nachvollziehbar. Woher Abramoff und sein bester „Freund“ Michael Scanlon (Barry Pepper) ihre Motivation schöpfen, wird bald klar: Es ist die pure Gier.

Zur bösen Satire wird Casino Jack dann, wenn Abramoff von seinen gemeinnützigen Projekten spricht. Im monetären Erfolgsrausch wird der Wahnsinn jedoch nur mehr von Außenstehenden erkannt; die Protagonisten des inneren Zirkels sind zu nah am Geschehen, als dass ihnen die Dimensionen ihres Handelns noch einigermaßen klar würden. Die vereinzelten Konfrontationen der Innen- mit den Außensichten über das lustige Jonglieren mit den Millionen gehören dann auch zu den stärksten Szenen des Films.

Der zumindest von wahren Geschehnissen „inspirierte“ Film zeichnet ein weites Panorama von Lobbyismusarbeit, ohne dass viel Zeit zum Durchatmen bleibt. Nie hält sich Regisseur George Hickenlooper wirklich mit Einzelfragen auf, das stresserfüllte Leben Abramoffs sollte offenbar so auch auf dem Bildschirm vermittelt werden. Dass dies über die Lauflänge funktioniert, kann allerdings nicht behauptet werden. Die potentiell mitreißende Geschichte wird nicht als solche erzählt; auch als Satire funktioniert Casino Jack nur an manchen Stellen. Vor allem aber mangelt es dem Film aber am nötigen erzählerischen Charme.

Fazit
Weniger wäre mehr gewesen: Trotz der Bestbesetzung mit Kevin Spacey als schmierigen Lobbyisten bleibt Casino Jack im Mittelmaß stecken. Gerade wegen der Unmenge von Informationen und Insiderstorys vermag die durchaus spannende Geschichte Jack Abramoffs nie wirklich mitzureißen. Casino Jack wollte zu viel und überzeugt in dieser Weise nur stellenweise als böser Schwank.

70%

Bildqualität


Bildformat: 16:9 - 2.35:1

Das Bild ist nicht überragend, weist aber auch keine gröberen Fehler auf. Die Farben und Schwarzwerte sind durchgehend in Ordnung, die Schärfe ist an manchen Stellen aber nur Mittelmaß.
50%

Tonqualität


Folgende Tonspuren können ausgewählt werden:
● Englisch (Originalton) DTS-HD 5.1
● Deutsch DTS-HD 5.1
Der Originalton ist leider unbedingt zu bevorzugen. Die Synchronisation wirkt außer bei Kevin Spaceys gewohnter Stimme von Till Hagen inspirations- und lustlos. Einige Gags kommen so überhaupt nicht rüber, etwa, als Barry Pepper (im Original) ziemlich gekonnt eine zentrale Stelle aus Taxi Driver imitiert.
Der Raumklang ist für das Genre allerdings bemerkenswert.
25%

Bonusmaterial


Die Extras sind spärlich. Neben einer Trailershow und dem deutschen und englischen Kinotrailer zu Casino Jack sind noch Outtakes und geschnittene Szenen verfügbar. Die beiden letztgenannten Specials sind leider nicht untertitelt.

Kommentare (4)


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Filmosoph
26.07.12 - 16:05
Doch, doch! Basierend auf der "wahren" Geschichte hätte das durchaus ein vielversprechender Einblick werden können. Und die Thematik ist sowieso immer aktuell.

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Filmfreak
26.07.12 - 16:04
Du hattest dir bei dieser Thematik sicherlich auch mehr versprochen, oder Markus?

Antwort abgeben

Filmosoph
26.07.12 - 16:02
Kurzweilige Unterhaltung ist der Film dennoch!

Antwort abgeben

Filmfreak
26.07.12 - 16:01
Schade schade, habe mir von diesem Film einiges versprochen. Scheint nach deiner Kritik und deinen Erläuterungen dazu einfach nicht überzeugen zu können.

Schön lesbare Kritik von dir, Markus. Sauber!

Da wäre aufgrund der Geschichte auf jeden Fall mehr drin gewesen.

Ach ja...vielleicht einmal wenn er günstig zu haben ist.

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