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Was zu erwarten war: Die zwei Türme erzählt ebenso konsequent wie fantastisch die Geschichte der nun getrennten, aber nie gescheiterten Gemeinschaft weiter.
Kritik von ( 238 ) am 25. 07. 2012 3 Kommentare
Man kann sinnvollerweise fragen, ob es sich bei Der Herr der Ringe eigentlich um ein Buch oder um drei Bücher handelt; auf alle Fälle ist es eine Geschichte, die gleichsam dreigeteilt wurde. Die zwei Türme bildet dabei den Mittelteil der Trilogie.

Insofern handelt es sich bei Peter Jacksons zweiten Film auch nicht um eine gewöhnliche Hollywood-Fortsetzung der Art: „von allem mehr und das größer und schneller“ – wobei selten besser –, sondern um eine konsequente Weitererzählung von Die Gefährten. Die Gemeinschaft des Ringes wurde im ersten Teil versprengt, nun fährt die Erzählung von zwei relativ unabhängigen Parallelgeschichten fort. Frodo, der Ringträger, und Sam werden vom mysteriösen Geschöpf Gollum verfolgt, der sich bald aus Gier auf den Einen Ring zu erkennen gibt. Parallel dazu rüstet der mit Mordor verbündete Saruman zum großen Schlag gegen das Pferdevolk Rohan, das noch dazu von einem umnachteten König regiert wird. Es bleibt nur wenig Hoffnung für Mittelerde – dessen Bewohner sind zerstritten und können sich scheinbar nicht auf eine Einheitsfront gegen den dunklen Herrscher Sauron einigen. Aber vom geheimen Plan, den Ring im Schicksalsberg zerstören zu wollen, hat der Herr des Einen Ringes noch immer keine Kenntnis…

Dass Regisseur Peter Jackson die eingeschlagene erzählerische und bildsprachliche Linie von Die Gefährten beibehalten wird, war klar und gut so. Dennoch handelt es sich bei Die zwei Türme erzähltechnisch um einen neuen Film, der in dieser Hinsicht wohl wesentlich schwieriger als dessen unmittelbarer Vorgänger zu realisieren war. Das liegt in der Hauptsache an der Zweiteilung des Handlungsstranges. Wenn Frodo den Ring verliert, ist alles verloren; doch auch das Bündnis der zwei Türme – Mordor und Isengard – könnte unterdessen ganze Völker Mittlerdes auslöschen. Ein erzähltechnisches Gleichgewicht der beiden Handlungsstränge zu finden, war wohl die entscheidende Schwierigkeit des Films. Peter Jackson löste diese dramaturgische Schwierigkeit mit Bravour, indem er äußerst gekonnt die beiden Stränge zu einem großen Ganzen verwob.

Die zwei Türme ist nicht mehr der mystische Abenteuerfilm wie es noch Die Gefährten war; die Fortsetzung wird allmählich zu einem gigantischen Fantasy-Schlachtengetümmel, das durchaus als bahnbrechend bezeichnet werden konnte. Diese Tatsache liegt aber weniger an einer eigenmächtigen Inszenierung Peter Jacksons, sondern an der filmtechisch völlig ausgereizten Interpretation von Tolkiens Vorlage. Dennoch hat es der Mittelteil der epischen Saga am schwierigsten. Man weiß, dass alles im letzen Teil noch größer werden wird – dann nämlich, wenn Mordors letzte Maske fällt und zum entscheidenden Angriff auf Mittelerde ausholt. Die zwei Türme aber lediglich als Weichensteller für Die Rückkehr des Königs zu diskreditieren, würde aber der Qualität des Filmes in keiner Weise gerecht.
95%
Fazit:
Was zu erwarten war: Die zwei Türme erzählt ebenso konsequent wie fantastisch die Geschichte der nun getrennten, aber nie gescheiterten Gemeinschaft weiter. Auch dieser Film ist letztlich über alle Kritik erhaben; mit unglaublicher Detailtreue, einer visionären Bildersprache und rundum gelungenen Actionsequenzen ist dies wohl die beste aller möglichen Die zwei Türme-Verfilmungen.

Der Herr der Ringe 2 - Die Zwei Türme


2002

Abenteuer, Drama, Fantasy, Action

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Im Handel seit 26. 08. 2003


Kommentare (3)


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Filmosoph
25.07.12 - 21:05

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Filmfreak
25.07.12 - 21:01
eichi
so wie die fortsetzung (weitererzählung) ihr niveau halten konnte, tut es auch deine kritik. sehr schön zu lesen motiviert sie einmal mehr zu einer weiteren (von bereits vielen) hdr-sessions!

...dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Sehe das ebenso wie unser Admin! :P

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eichi
25.07.12 - 12:00
so wie die fortsetzung (weitererzählung) ihr niveau halten konnte, tut es auch deine kritik. sehr schön zu lesen motiviert sie einmal mehr zu einer weiteren (von bereits vielen) hdr-sessions!

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