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Selten wurde eine Comicverfilmung so ernst genommen und kann als wirklich spannender Thriller mit menschlicher Tiefe gesehen werden.
Kritik von ( 455 ) am 26. 07. 2012 5 Kommentare
Spoiler frei!

Mit den bisherigen beiden Batman-Filmen hat sich Christopher Nolan die Messlatte selbst sehr hochgelegt. Nicht nur die tolle Leistung von Heath Ledger und dessen tragischer Tod trugen dazu bei, dass The Dark Knight sicher als einer der besten Comicverfilmungen der Filmgeschichte eingehen wird. Die Erwartungshaltung der Fans war daher aus gutem Grund extrem hoch und die Vorfreude auf den hoffentlich würdigen Abschluss der Trilogie beinahe grenzenlos.

Spätestens nach dem bekannt wurde, dass Bane in diesem letzten Teil der neue Kontrahent von Batman sein wird, häuften sich die Diskussionen, wie weit Nolan am Ende wirklich gehen würde, war Comicfans doch bekannt, dass Bane dem dunklen Ritter schon einmal das Rückgrat gebrochen hat. Wird Nolan diese Szene für seinen Film benutzen, wird er es vielleicht sogar tatsächlich wagen, die Fledermaus am Ende den Heldentod sterben zu lassen?

Schnell wird klar, wie beinhart Bane wirklich ist. Tödliche Faustschläge und das brechen von Genicken sind da schnell Programm. Einen Vergleich mit dem Joker, dem Bösewicht aus Teil 2, sollte man hier fairerweise nicht anstellen. Bane hat schon allein durch seine Gesichtsmaske kaum die Gelegenheit für Gestik und Mimik. Lediglich die Augen bleiben für Bane-Darsteller Tom Hardy, um seiner Figur Ausdruck zu verleihen. Trotz dieser Einschränkung macht der Warrior-Darsteller das hier wirklich hervorragend. Er schafft es auch, dass man Bane nicht als hirnlosen Söldner wahrnimmt, sondern ihm durchaus auch Intelligenz attestiert. Eine weitere neue Rolle wurde an Anne Hathaway vergeben, die in hautengem Kostüm die Rolle von Selina Kyle aka Catwoman spielt. Meine anfängliche Skepsis ihr gegenüber konnte die Darstellerin schnell verflüchtigen. Nolan bringt sie als richtige Femme fatale ins Spiel, die Batman und auch Bruce Wayne durchaus ins Schwitzen bringt. Einen tollen Griff hat Nolan auch bei der Rolle von John Blake gemacht. Joseph Gordon-Levitt kann hier einmal mehr sein Schauspieltalent unter Beweis stellen. Die bereits bekannten Darsteller aus dem Franchise Morgan Freeman, Gary Oldman und Michael Caine sind natürlich auch wieder dabei haben aber im Vergleich zu den beiden Vorgängern etwas weniger Spielzeit erhalten.

Nolan schafft es natürlich auch diesmal wieder alles sehr realistisch wirken zu lassen. Aktuelle Probleme wie die Wirtschaftskrise oder auch Terrorismus finden sich auch hier wieder in der Geschichte. Dazu kommt der Score von Hans Zimmer, der mit seiner Sounduntermalung zu jeder Zeit für die richtige Stimmung sorgt.

Alles kann man aber dann doch nicht nur durch die rosarote Brille sehen. Es gibt einige Szenen, die man durchaus „nicht verstehen“ muss bzw. die man sich nach reiflicher Überlegung „kaum erklären“ kann. Je länger man über den Film nachdenkt umso mehr Szenen fallen einem ein, die durchaus als Logikfehler gesehen werden können. Doch in welchem Film hat man das nicht und gerade in einem Film um einen Comichelden sollte man diese doch recht schnell verzeihen können.
92%
Fazit:
Der würdige Abschluss einer der besten Trilogien der Filmgeschichte wurde auf alle Fälle geschafft. Der Film hätte wahrscheinlich auch bei einer noch längeren Spielzeit keine Langeweile aufkommen lassen. Man ist gefesselt von den einzelnen Szenen, erfreut sich an den grandiosen Darstellern, die hier ans Werk gehen und verlässt am Ende nach zahlreichen kaum vorhersehbaren Wendungen absolut zufrieden das Kino. Nolan hat sich mit dieser Trilogie wirklich selbst übertroffen. Selten wurde eine Comicverfilmung so ernst genommen und kann als wirklich spannender Thriller mit menschlicher Tiefe gesehen werden. Das Lob gebührt aber sicher nicht nur dem Regisseur, sondern auch den Darstellern. Hier sind wirklich wahre Meister ihres Fachs am Werk die ihr bestmöglichstes dazu beitragen, dass wir Cineasten uns an einer wahrlich grandiosen Trilogie erfreuen dürfen. Die Trilogie fand in The Dark Knight ihren absoluten Höhepunkt und mit Batman Begins bzw. The Dark Knight Rises]The Dark Knight Rises einen tollen Start bzw. ein fast perfektes Ende.

The Dark Knight Rises


Kommentare (5)


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Filmosoph
29.07.12 - 09:31
Ich für meinen Teil finde keine größeren Logikfehler im Film. Einem Regisseur wie Christopher Nolan "Logikfehler" zu attestieren, halte ich - geradeaus - für eine sehr selbstbewusste Meinung. Das gilt jetzt für das Ganze, auch für das Ende.

Wirklich kritikwürdig fand ich jetzt einzig den etwas zähen Beginn des Films. (Nach der Flugzeugszene.)

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RandyFisher
26.07.12 - 22:54
Also ich kann mich bei Banes Stimme nicht ganz so anschließen. Im ersten Moment wirkt sie zwar leicht übertrieben, dann passt sie aber auch recht gut zum Brachial-Image des Films und wirkt in Zusammenhang mit Batmans und Banes Auftritt auch wieder sehr passend.

Natürlich gab es einige Logikfehler. Ich hab mich z.b. desöfteren gefragt, warum Batman nicht einfach die Waffen von The Bat auf Bane abfeuert, statt ständig in den Nahkampf zu gehen. Immerhin gab es die Gelegenheiten dazu zu genüge und Batman war in diesen Situationen auch haushoch überlegen. Ebenso die Wandlung vom gebrechlichen Bruce Wayne zum starken Batman ging mir doch etwas zu schnell und unproblematisch.

Trotzdem muss ich sagen, dass ich die Story wiederum "übersichtlicher" und mitreißender erzählt finde. Inszenatorisch sogar teilweise besser, als im zweiten Teil. So oder so hat mich der Film sehr unterhalten und mir viel Spannung geboten. Es war mal wieder ein Erlebnis und dann kann ich wahrlich nicht von jedem Film behaupten. Ganz zu schweigen von dem treibenden Soundtrack, der enorm viel dazu beigetragen hat, das Gesamtbild abzurunden. Finde also Jürgens Bewertung vollkommen nachvollziehbar.

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eichi
26.07.12 - 14:54
Du hast sicherlich recht, Dennis. Der Film hat sicher seine Schwächen und auch einige Logikfehler, die mich aber während der Sichtung nicht weiter gestört haben. Zur Synchro von Bane - da hast du ebenfalls recht. Wie er begonnen hat zu sprechen, dachte ich ihm falschen Film zu sein. Aber im Laufe der Zeit fand ich es dann gar nicht mehr so schlimm, sondern sogar etwas "erhaben" und durch seine Maske auch durchaus "passend".

Wie von mir geschrieben, ist Teil 2 (also The Dark Knight) sicher der Höhepunkt der Trilogie. Doch vor allem durch zahlreiche Wendungen am Ende des Films fand ich auch The Dark Knight Rises richtig Klasse! Allein da man bei Batman ja von einer Comicfigur spricht, finde ich dann eben einige unschlüssige Szenen nicht so tragisch.

Der Film liefert einige Szenen, die man diskutieren könnte, doch darauf sollten wir vielleicht noch eine Zeit warten, um hier nicht zu sehr zu Spoilern.

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Fulci1978
26.07.12 - 14:42
Ich hab den ja am Dienstag zusammen mit The Dark Knight im Kino gesehen und von mir bekommt The Dark Knight Rises erstmal nur 80%... zuviel hat mich gestört, zu viele Schwächen in der Story und das schlimmste, die Synchrostimme von Bane. Gott war das ein desaster. Ging mir sein Gerede auf die Eier. Ich werde mir den nochmal anschauen, soviel ist sicher, aber ein wirklich guter und würdiger Abschluss nach einem Film wie The Dark Knight hätte anders ausschauen müssen...

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Seth0487
26.07.12 - 11:54
Jetzt wird`s aber höchste Zeit ins Kino zu kommen!!!

Übrigens eine schöne Kritik!

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