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Schauspielerisch ist der Film ein Highlight. Gleichzeitig wurde ein sehr fragwürdiger Schwerpunkt im Leben der britischen (Ex-)Premierministerin gelegt
Kritik von ( 238 ) am 30. 07. 2012 4 Kommentare
„Die Zuschauer werden überrascht sein, wie unpolitisch der Film ist“, erzählt Regisseurin Phyllida Lloyd in einem Interview zu ihrem Film Die Eiserne Lady. In der Tat war das Publikum überrascht, dass das Leben der kontroversen britischen Premierministerin Margaret Thatcher als Portrait einer demenzkranken Pensionistin präsentiert wird.

Dabei war es immer die Politikern Margaret Thatcher, welche die Öffentlichkeit so polarisierte. An dieses Thema wagte sich die Regisseurin aber offensichtlich nicht heran: „Man bekommt eine Kostprobe von ihrer kompromisslosen Härte. Aber man wird nie aufgefordert, über die Politik zu urteilen.“ – Was sehr schade ist. In die gleiche Kerbe schlägt auch Meryl Streep: „Ich wollte mit diesem Film kein politisches Statement in Bezug auf Thatcher abgeben.“ Geradezu widersprüchlich aber wirkt in Kontrast hierzu ihre Aussage, dass die Filmemacher versucht hätten, „so genau wie möglich dazustellen, warum sie wegen ihrer Politik so gehasst wurde, aber auch warum viele Leute dachten sie sei großartig.“

Die Eiserne Lady ist eine Gratwanderung. Denn einerseits will der Film nicht politisch sein, andererseits kommt er nicht ganz an diesem Thema herum. Hätte Regisseurin Phyllida Lloyd ihrem Diktum: „Es geht um Macht und den Verlust von Macht“ aber konsequent gefolgt, wären immerhin die knallharten politischen Bandagen, mit denen Thatcher gerade als Frau konfrontiert war, offengelegt worden. Was nun vorliegt, ist nicht Fisch, nicht Fleisch. Die eisernen Seiten von Lady Thatcher – die Seiten also, mit denen sie ihren Beinamen „Iron“ erst erhielt und diesem alle Ehre machte – werden aber bloß angedeutet, nie konsequent durcherzählt. So wandert der Schwerpunkt auf das Alter, auf den „Verlust der Macht“, auf die Demenzkrankheit. Freilich – Demenz und Vergesslichkeit können jeden Menschen treffen. Es brauchte aber zur – zweifelsohne gelungenen – Veranschaulichung der Krankheit aber wohl kaum die Vorlage einer solch kontroversen wie interessanten Machtpolitikerin. Kurz: Der Film wird der Politikerin Margaret Thatcher in keiner Weise gerecht.
61%
Fazit:
Schauspielerisch ist der Film mit Sicherheit ein Highlight. Meryl Streeps grandiose Interpretation von Margaret Thatcher hält dem Vergleich mit dem Original in jeder Weise stand. Gleichzeitig wurde ein sehr fragwürdiger Schwerpunkt im Leben der britischen (Ex-)Premierministerin gelegt: ihr relativ hilfloses Dasein im Alter. Die Eiserne Lady weicht den schwierigen Fragen bei Margaret Thatcher bewusst aus. Aber ein bewusstes Ausweichen ist immer noch ein Ausweichen.

Die Eiserne Lady


2011

Biographie, Drama

Zur Filmseite

Im Handel seit 19. 07. 2012


55%

Bildqualität


Bildformat: 16:9 - 2.35:1

Für eine aktuelle Produktion ist das Bild wirklich enttäuschend. Bemängelt werden muss vor allem der Schärfegrad, selbst in den Nahaufnahmen. Auch wenn die Schwarzwerte gelungen sind, ändert dies nicht mehr viel am mauen Gesamteindruck.
80%

Tonqualität


Folgende Tonspuren können ausgewählt werden:
● Englisch (Originalton) Dolby Digital 5.1
● Deutsch Dolby Digital 5.1
● Deutsch DTS 5.1
Meryl Streeps fast perfekt zu bezeichnende (auch stimmliche) Imitation von Margaret Thatcher spricht für die Sichtung im Originalton. Dass die deutsche, gelungene Synchrontonspur in dts vorliegt, spricht wiederum für dieselbe. Gelungen sind auf alle Fälle beide Sprachfassungen.
40%

Bonusmaterial


An Extras liegen vor:
● Making of
● Featurettes
● Interviews mit Meryl Streep, Jim Broadbent und Phyllida Lloyd
● Wendecover und eine schöne, selten gewordene Papphülle
Das Making of bietet wirkliche Einblicke in die Herangehensweise der Filmemacher an Die Eiserne Lady. Alle weiteren Extras sind jedoch zum größten Teil redundant und daher nur mehr von geringem Interesse.

Kommentare (4)


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Filmosoph
04.08.12 - 19:27
Habe dein Kommentar gelesen Kurenschaub, und du konzentrierst dich dabei auch auf die politischen Fakten (die Politik), die der Film ja zweifelsohne bietet (werten tut er ja wie gesagt nicht). Mehr davon wär m.E. sehr wünschenswert gewesen.

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kurenschaub
04.08.12 - 18:39
meiner Meinung nach reicht die Qualität von Meryl Streep als "eiserne Lady" bei weitem aus, um dem Film eine tolle Review zu schreiben. Natürlich habe ich auch in div.Zeitungen ähnliche Ansichten wie die von Filmosoph gelesen.
Ich teile diese jedoch keinesfalls und war sehr angetan von diesem Film.
Meine Frau allerdings auch nicht!

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Filmosoph
02.08.12 - 17:16
Filmfreak
Hat es dich während der Sichtung sehr gestört, dass der Zuschauer so mit dem Krankheitsbild von Margaret Thatcher konfrontiert wurde?


Per se nicht. Die grundsätzliche Wahl des Mittels der Rückblenden ist nachvollziehbar; allerdings wäre es hier sehr wünschenswert gewesen, (viel) mehr aus der Vergangenheit als von der betrüblichen Gegenwart zu zeigen. Ihr Ehemann kommt so bspw. hauptsächlich als Imagination vor.

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Filmfreak
02.08.12 - 15:59
Deiner Kritik zu urteilen, weicht der Film in vielen Dingen bewusst oder unbewusst einfach aus.
Hat es dich während der Sichtung sehr gestört, dass der Zuschauer so mit dem Krankheitsbild von Margaret Thatcher konfrontiert wurde?

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