Hubert und Staller - Staffel 1


2011

TV-Produktion, Krimi

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Im Handel seit 19. 07. 2012


Hubert und Staller kann in keiner Sekunde mit Innovationen aufwarten und plätschert auch sonst recht fröhlich vor sich hin
Kritik von ( 238 ) am 09. 08. 2012 2 Kommentare
Die deutschsprachige Serienlandschaft ist nicht gerade arm an Krimiserien. Auch wenn der Begriff „Einheitskost“ etwas überzogen erscheint, kann man insgesamt doch nicht von einem abwechslungsreichen Menüangebot sprechen.

Erfolge, beim Publikum wie bei der Kritik, können am ehesten noch mit regionalen Schwerpunktsetzungen erzielt werden. Es soll ja auch Serienliebhaber geben, welche den amerikanischen Massenproduktionen allesamt wenig abgewinnen können. Solch eine Schwerpunktsetzung liegt bei Hubert und Staller, angesiedelt in Oberbayern, auf jeden Fall vor. Mit einem Wort ist diese Serie wohl treffend als „bürgernah“ zu beschreiben. Nicht nur die beiden Helden, Hubert und Staller (Christian Tramitz und Helmfried von Lüttichau), geben sich in den jeweiligen Episoden immerzu bürgernah; – auch die Serie als Ganzes verkörpert gewissermaßen die ländliche Bodenständigkeit. Bei der Landschaftsbeschau wurde auch gerne mal übertrieben. Die Schwenks auf die Kühe, auf das satte Grün der Wiesen, erinnern mehr als einmal an eine naturharmonische Milchschokoladenwerbung.

Vergleichen sollte man Hubert und Staller aber weniger mit Tatort, als vielmehr mit Vier Frauen und ein Todesfall. Obwohl jede Episode mit einem Mord beginnt („Heiter bis tödlich“), kommt nie wirklich Spannung auf. Im Vordergrund steht der bayerische Charme und Witz der beiden Hauptfiguren. Diese kann man nun mögen oder nicht. Auf alle Fälle aber sind die kontrastarmen Charaktere für keine Überraschungen gut. Sie bedienen letztlich klischeehaft die ihnen bereits in der ersten Episode zugedachten Rollen – was schade ist, da hier viel (Entwicklungs-)Potential verschenkt wurde.

Nur stellenweise ist Hubert und Staller wirklich witzig. Dann etwa, wenn der markige Staller sein bestes Bairisch auspackt und sich mit Hubert ein kleines Wortgefecht liefert. – Bloß sind diese lustigen Auseinandersetzungen viel zu selten. Das mag vor allem angesichts der filmischen Vergangenheit von Christian Tramitz verwundern; doch gerade deshalb zeigt diese Krimiserie auch, wie weit er sich mittlerweile von seiner ungemein ergiebigen Zeit mit Michael „Bully“ Herbig entfernt hat. Lüttichau hat sogar einige Lacher mehr auf seiner Seite, da er Staller dialektreich, stümperhaft-bodenständig, aber immer irgendwie sympathisch verkörpert.
56%
Fazit:
Leichte Kost, erwachsen dem schönen Bayern: Hubert und Staller kann in keiner Sekunde mit Innovationen aufwarten und plätschert auch sonst recht fröhlich vor sich hin. Neben den Mängeln in der Inszenierung wurde vor allem bei den Hauptfiguren eine Menge Potential verschenkt; hier hätte es ruhig deftiger zugehen können, was die gewünschte Vorabendtauglichkeit aber verhindert haben dürfte. Wie es in diesem Genre viel besser geht, zeigte nicht zuletzt Vier Frauen und ein Todesfall. Für ein paar anspruchslose Stunden vor dem Fernsehapparat ist Hubert und Staller aber allemal gut.

80%

Bildqualität


Bildformat: 16:9 - 1.77:1

Das Bild ist auf hohem DVD-Niveau. Die Farben sind satt, auch der Schärfegrad und die Schwarzwerte sind durchwegs in Ordnung.
80%

Tonqualität


Es liegen drei deutsche Tonspuren, in Dolby Digital 2.0 und 5.1 sowie in dts, vor. Dies allein verdient für eine deutschsprachige Fernsehserie schon besonderes Lob, zumal der Ton tatsächlich fehlerfrei ist. Wie es jedoch nicht anders zu erwarten war, wird aber auch in der dts-Spur hauptsächlich die Frontbox beschallt.
55%

Bonusmaterial


Von zentralem Interesse ist hier der 80-minütige Pilotfilm zur Serie, der im TV nicht ausgestrahlt wurde. Allerdings handelt es sich lediglich um die Langversion der siebenten Episode, Puzzlespiele. Der Pilotfilm ist seltsamerweise nicht langatmiger, sondern witziger, unterhaltsamer und brutaler als die meisten Episoden. Der Grund mag darin zu suchen sein, dass der Pilotfilm ab 12 freigegeben ist, die sechzehn Episoden jedoch schon ab 6 Jahren.
Darüber hinaus finden sich als Bonusmaterial noch ein Interview mit Christian Tramitz und Helmfried von Lüttichau, sowie eine kurze Trailershow.

Kommentare (2)


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Kein Userbild
11.11.14 - 21:16
Ein ahnungsloser...sicher nicht aus Bayern....kein Sinn für das feine....

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Chev
18.09.17 - 19:32
Ha ha.
Also ich persönlich kann mich super über die beiden amüsieren. Jede Folge hat eine gute Portion Witz und vor allem Wortwitz.
Die kleinen Duelle zwischen Hubsi und seiner Exfrau sind auch immer genial.
Ich finde es schade das es immer Mordfälle sind. Etwas Abwechslung in der Kriminologie wäre meiner bescheidenen Meinung nach angebracht. Aber ich finde The Big Bang Theorie nicht witziger als Hubert & Staller.
Dauerhaft
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eichi

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