Die Inszenierung basiert auf einer Jugendbuchreihe und dementsprechend jugendhaft fallen auch die einzelnen Rollen aus.
Kritik von ( 286 ) am 22. 08. 2012 4 Kommentare
Info: Die Jugendbücher dazu sind mir nicht bekannt, meine Bewertung richtet sich ausschließlich auf diese Leinwandadaption. Daher kann es auch von meiner Seite keine Vergleiche dazu geben.

Der Zuschauer befindet sich zusammen mit Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence), deren Schwester Primrose (Willow Shields) und weiteren Protagonisten in einem postapokalyptischen Amerika in der Zukunft. Nordamerika wie man es bisher kannte existiert nicht mehr, daraus wurde nun der totalitäre Staat Panem. In diesem Staat herrscht und regiert das Kapitol mit eiserner Härte gegenüber dem hungernden Volk.
Um die Macht des Kapitols zu demonstrieren veranstalten sie die brutalen alljährlichen sog. „Hungerspiele“. Bei diesen Spielen werden insgesamt 24 Jugendliche bestehend aus jeweils einem Mädchen und einem Jungen aus Panems 12 Distrikten ausgelost, um sich dann in modernen „Gladiatorenkämpfen“ in der Wildnis zu bekriegen und zu töten bis nur noch einer übrig bleibt. Den Jugendlichen werden dabei unterschiedliche Waffen zu Spielbeginn auf dem Feld zur Verfügung gestellt. Jedoch muss man es erst einmal bewerkstelligen, sich mit einer Waffe auszurüsten, wenn 24 Jugendliche auf einmal aufeinander losgelassen werden, bevor diese dann in die kontrollierte Wildnis verschwinden. Da heißt es dann sehr schnell sein, sonst segnet man sofort das Zeitliche. Es gibt während dieses Spiels jedoch noch eine andere wichtige Aufgabe:
Die Protagonisten versuchen die Aufmerksamkeit sowie die Gunst von Sponsoren schon während der Feier auf sich zu lenken und diese mit ihrem Können zu überzeugen, da es die Sponsoren sind die während dem tödlichen Wettstreit die Akteure mit lebenswichtigen Dingen wie z.B. Salben oder Infos via Kapseln versorgen können.
Primrose Everdeen wurde aus ihrem Distrikt als eine mögliche Kandidatin ausgelost. Um ihre jüngere Schwester vor dieser schier unlösbaren Aufgabe zu schützen hat sich Katniss freiwillig gemeldet, da die 16-Jährige sehr gut jagen und mit Pfeil und Bogen umgehen kann. Unterstützung erhält sie von Peeta Mellark (Josh Hutcherson) der seit seiner Kindheit ein Auge auf die bezaubernde Katniss geworfen hatte. Während Katniss bei den Hungerspielen um ihr Leben kämpft, beauftragt sie Gale Hawthorne (Liam Hemsworth) in der Zwischenzeit um auf ihre Schwester draußen aufzupassen.
Bevor die tödlichen Spiele beginnen, wird jedem Team einen Trainer sowie ein sog. Kostümdesigner zur Seite gestellt. In Katniss und Peetas Fall ist dies zum einen der versoffene und meist betrunkene Haymitch Abernathy (Woody Harrelson) und Cinna (Lenny Kravitz). Auf der gemeinsamen Zugfahrt zu den Hungerspielen mit Effie Trinket (Elizabeth Banks) lernen die beiden Jugendlichen Haymitch und seine schlechten Angewohnheiten bereits kennen. Noch glaubt bei Haymitchs Anblick niemand so recht, dass er die beiden jungen Leute adäquat auf diese tödlichen Spiele vorbereiten könne.
Nachdem nun alle Vorbereitungen getroffen und die Kostüme von Cinna für die Eröffnung entworfen wurden, können die Spiele nach dem Einlaufen der Akteure beginnen. Präsident Snow (Donald Sutherland) eröffnet diese dann. Kurz bevor der tödliche Wettstreit beginnt gesteht Peeta die Liebe zu Katniss, doch das Kapitol hat sie zu Todfeinde erklärt. Katniss muss von nun auf ihre Instinkte hören:
Ist das Überleben wichtiger als die Menschlichkeit und wiegt das eigene Leben mehr als die Liebe?

Keine Frage, bei dieser Inszenierung hat man gleich eine ganze Reihe von jugendlichen Nachwuchsschauspielern zusammengetrommelt und sie zusammen mit ein paar Hochkarätern aus Hollywood vereint.
Jennifer Lawrence gibt erneut einen überzeugenden Part als Hauptdarstellerin ab und überzeugt m.E. einmal mehr in einer actionhaltigen Verfilmung. Seit ihrem Auftritt als Raven/Mystique in X-Men: Erste Entscheidung habe ich sie sowieso in mein Herz geschlossen. Aber auch Josh Hutcherson macht seine Sache sehr ordentlich. Liam Hemsworths Rolle hingegen fiel verhältnismäßig klein aus aufgrund der Geschichte. Über die Schauspieler wie Stanley Tucci, Woody Harrelson oder auch Donald Sutherland braucht man wohl kein weiteres Wort verlieren, sie interpretieren ihre jeweiligen Rollen einfach wunderbar und auch Elizabeth Banks trägt ihren Teil dazu bei, dass man sich hier auf eine tolle Inszenierung freuen darf, auch wenn man sie vielleicht nicht gleich erkennen wird. Auf ein Wort noch zu Lenny Kravitz:
Auf seinen Auftritt war ich doch mehr als gespannt, schließlich singt der gute Mann hauptberuflich und schauspielert i.d.R. nicht. Für einen Sänger hat er seine Nebenrolle als Kostümdesigner wirklich unheimlich cool und lässig rübergebracht (so wie ich es mir auch erhofft hatte), auch wenn er hier jetzt nicht die wahnsinnig ausgedehnten Dialoge zu führen hatte. Nach der Sichtung empfand ich seine Wahl als gelungen und könnte mir weitere und ausbaufähigere Rollen mit ihm vorstellen.
Zu Beginn sieht das ganze Setting des postapokalyptischen Amerikas noch nicht so futuristisch aus, wie man sich dies vielleicht vorstellt, doch dies sollte sich ändern, spätestens wenn die Protagonisten zusammen im Zug dorthin reisen. Auf einmal verwandelt sich das triste und dunkle Leinwandbild von der sehr hart arbeitenden und am Existenzminimum lebenden Bevölkerung in ein buntes und aufpoliertes Spektakel das seinesgleichen sucht. In der Metropole mangelt es an rein gar nichts. Nahrungsmittel befinden sich dort im Überfluss. Die Behausungen sind ultramodern und komfortabel eingerichtet und die Kleidung der reichen Oberschicht tanzt sofort aus der Reihe - Kontrastprogramm.

Eine Sache sollte man sich jedoch vor Augen halten:
Die Inszenierung basiert auf einer Jugendbuchreihe und dementsprechend jugendhaft fielen auch die einzelnen Rollen aus. Wer kein Problem damit hat, dass sich hier Jugendliche bzw. teilweise Kinder bekriegen, wird an diesem Film seine Freude haben. Wer auf reine „erwachsene“ Actionkost steht, sollte wohl Abstand von dieser Produktion nehmen, denn ansonsten könnte er enttäuscht werden.
Vor der Sichtung dachte ich aufgrund der FSK 12-Auswertung an eine „weichgespülte“ Verfilmung, dem ist jedoch mitnichten so. Ich war positiv überrascht von dem hier gezeigten Gewaltgrad, hätte ich so nicht erwartet. Möchte dabei nur festhalten, dass es die ganze Produktion etwas „erwachsener“ wirken lässt.
Lässt man die ganze Jugendthematik einmal außen vor, so erwartet den geneigten Cineasten mit dieser Produktion einen äußerst „erwachsenen“ Tenor mit einer dementsprechenden Message, die nicht nur zum Nachdenken anregt, sondern auch seine ruhigen und traurigen Momente bereit hält. Der Wechsel zwischen dieser Jugendbuchverfilmung und den „erwachsenen“ Aspekten hat man hierbei sehr gut getroffen. Völlig unvoreingenommen trat ich an diese Produktion heran und wurde prinzipiell positiv überrascht, auch die lange Laufzeit von knapp 2 ½ Stunden taten der Atmosphäre keinen Abbruch.
80%
Fazit:
Technisch darf man hier eine einwandfreie BD erwarten, an der es nichts auszusetzen gibt. Inhaltlich ist die Verfilmung natürlich wieder einmal Geschmacksache. Wer sich nun noch immer nicht sicher ist, ob er diese Verfilmung per Blindkauf erwerben möchte, sollte vorher einen Gang in seine Videothek unternehmen und ihn erst einmal ausleihen.
Ich freue mich schon jetzt auf das Sequel!

Die Tribute von Panem - The Hunger Games


2012

Action, Drama, Sci-Fi

Zur Filmseite

Im Handel seit 30. 08. 2012


92%

Bildqualität


Bildformat: 2,35:1 (1920x1080p / 16:9)

Am HD-Bild konnte ich absolut keine Mängel feststellen. Der Schwarz- und Kontrastwert, die Detailschärfe, die Auswahl der Farben und deren Intensität, all diese Dinge befinden sich auf einem sehr hohen technischen Stand. HD-Genuss pur!
91%

Tonqualität


-Deutsch DTS-HD Master Audio 5.1
-Englisch DTS-HD Master Audio 7.1

Untertitel: Deutsch

Der deutsche HD-Ton ist für eine aktuelle Produktion natürlich überragend auf die blaue Scheibe gepresst und lässt nahezu keine Wünsche offen, wie schon bei dem Bild. Wer der englischen Sprache mächtig ist kann dann sogar einen HD-Ton in 7.1 erleben und somit sei auch an dieser Stelle prinzipiell alles gesagt.
Zu jeder Zeit kann man den Dialogen stets folgen. In actionlastigen Szenen kommt der dynamische Raumklang und der Subwoofer sehr schön zur Geltung und zeigt sich somit immer präsent. Es rumst und kracht aus allen Boxen und Ecken. Selbstverständlich schalten sich die „hinteren“ Boxen bei den jeweiligen Musikuntermalungen gekonnt dazu und sorgen für die nötige Atmosphäre bei dieser Verfilmung.
80%

Bonusmaterial


Folgendes Bonusmaterial befindet sich auf der Special Edition:

-Die Entstehung von "Die Tribute von Panem"
-Auf dem schwarzen Teppich
-Die Mode von Panem
-Geschichten von den Tributen
-Die Tagebücher der Tribute
-Die Stunts in "Die Tribute von Panem"
-Die Nahrung von Panem
-Briefe aus dem Rosengarten
-Propaganda-Film
-Scrapbook
-Biografie
-Kinotrailer (Deutsch/Englisch)
-Weitere Highlights

Das HD Keep Case besitzt ein Wendecover und ist mit einem Schuber ausgestattet (meist nur bei der Erstauflage).

Kommentare (4)


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kurenschaub
23.08.12 - 08:20
das klingt heavy von der story her und auch für mich interessant!

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Filmosoph
22.08.12 - 18:33
Nicht umsonst steht Battle Royale auf dem Index.

Richtig und zurecht. Hätte mich aber auch schwer gewundert, wenn ein Blockbuster wie Tribute ähnlich hart gewesen wäre. Die Idee ist aber dieselbe.

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Filmfreak
22.08.12 - 17:19
Gut das du diese Sache angesprochen hast, Markus. Ich war mir am überlegen ob ich den Battle Royale-Gedanken in mein Review einbauen sollte, da mir dieser während meines Tippens auch einfiel, habe es am Ende dann jedoch gelassen. Nun kann ich diesen hier jedoch aufgreifen.

Zur Brutalität:
Da ist Kinji Fukasakus einzigartiger kontroverser Film dem hier trotzdem noch um Längen voraus bzw. brutaler. Nicht umsonst steht Battle Royale auf dem Index.

Zur Geschichte:
Es gibt hier durchaus Parallelen (gerade wenn die Kinder bzw. Jugendliche aufeinander losgehen, oder auch das abgesteckte Grundstück usw.), aber auch feine Unterschiede (hier gibt es beispielsweise kein Zeitlimit, indem sich die Jugendlichen umbringen müssen, auch können hier deren Köpfe durch eine angelegte Bombe um den Hals nicht explodieren usw.). Aber ansonsten zeigen sich hier auf alle Fälle Vergleiche auf, Markus.

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Filmosoph
22.08.12 - 17:05
Der Inhalt liest sich wie ein US-Remake von Battle Royale. Die Umsetzung liest sich auch recht brutal - trotz der FSK 12 Version...
Erkennst du hier Vergleiche?

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