HIDE

Vier Frauen und ein Todesfall - Staffel 1


2005

TV-Produktion, Komödie, Krimi

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Im Handel seit 04. 03. 2010


86%
So muss eine schwarzhumorige Krimiserie beginnen: Rasant, spannend und witzig
Kritik von ( 238 ) am 07. 09. 2012 0 Kommentare
Wenn der stellvertretende Postenkommandant von Ilm, Paulmichl (Raimund Wallisch), einen Fall lösen will, geht er in etwa so vor: „Ich glaub‘ ja, dass der Postler der Mörder vom Landauer war.“ Gegenfrage: „Warum?“ – „Jo… der Hund vom Landauer hat ihn gebissen!“ – „Der Landauer hat ja gar keinen Hund gehabt!“

Mit der örtlichen Gendarmerie ist also bei vermeintlichen Gewaltverbrechen im Dorfe Ilm nicht zu rechnen. Nur gut, dass hier vier gediegene Frauen, Julie, Mary, die „Frau Professor“ Henni und Sabine, gleichsam die Justiz selbst in die Hand nehmen. Ausgang nimmt die „Recherche“ und Spurensuche zumeist damit, dass Julie (Adele Neuhauser) wieder einmal zum ungünstigsten Zeitpunkt ihren (General-)Verdacht nicht unterdrücken kann: „Also ich glaub‘ nicht, dass das ein Unfall war!“

Der Akzent in Vier Frauen und ein Todesfall wird eindeutig auf den (teils tiefschwarzen) Humor österreichischer Prägung gelegt. Kein Wunder, ging die Idee für die Serie ja vom Autor der Brenner-Romane, Wolf Haas, aus. Als Regisseure konnten Wolfgang Murnberger (Der Knochenmann), Harald Sicheritz (Muttertag) und Andreas Prochaska (Die unabsichtliche Entführung der Frau Elfriede Ott) gewonnen werden.

Die zehn Episoden der ersten Staffel wurden von den Krimispezialisten allesamt rasant und äußerst lebendig inszeniert; und da tummeln sich einige hochinteressante Figuren in Ilm, allen voran die von Adele Neuhauser grandios interpretierte Julie Zirbner. Sie ist der zentrale Bezugspunkt, mit ihren Nachforschungen nimmt der Fall seinen Fortlauf. Aber auch der kleinbürgerliche Habitus der anderen Dorfbewohner wird im Grundton zwar immer sympathisch, aber gnadenlos freigelegt. Die Überzeichnung und Zuspitzung der Charaktere bleibt aber alles in allem innerhalb der Grenzen der Glaubwürdigkeit. Nur der stellvertretende Postenkommandant, der in scheinbar kritischen Momenten vom gewohnten „Du“ zum „Sie“ zurückwechselt, schert hier mit seinen dilettantischen Ermittlungsmethoden manchmal aus. Aber Paulmichl steht bei den vier Frauen ohnehin auf verlorenem Posten. Da kann er auch noch so oft auf seine Gendarmerieuniform hinweisen und mehr grantig als höflich betonen: „Ich möchte die Damen darauf aufmerksam machen, sich nicht schon wieder in die Sache der Behörden einzumischen.“

Jede Episode von Vier Frauen und ein Todesfall ist zwar in sich konsistent und geschlossen, die Hauptfiguren entwickeln sich aber von Mord zu Mord und Fall zu Fall weiter. Sie werden auch gar nicht langatmig eingeführt, ihr Charakter wird aus der Handlung heraus gezeichnet.

Fazit
So muss eine schwarzhumorige Krimiserie beginnen: Rasant, spannend und witzig. Nicht kleinkariert, sondern äußerst deftig geht es in Vier Frauen und ein Todesfall zur Sache – die Fälle werden zwar alles andere als orthodox, aber immer amüsant (auf-)gelöst. Das Zwischenmenschliche kommt zumeist in der Konfrontation zum Vorschein, was ob der Menge dicker Köpfe im Dorfe Ilm zu ständigen Verwicklungen führt. Und Wortwitz fehlt dabei sowieso nie; in unnachahmlichem Eigensinn erklärt die Hobbygärtnerin Julie ihren Freundinnen dann auch schon mal: „Wer die Gurken im Supermarkt kauft, hat kein Rückgrat!“ 2007 folgte die nicht minder gelungene Staffel zwei.

65%

Bildqualität


Bildformat: 16:9 - 1.77:1

Das Bild ist nicht ganz auf dem heutigen Stand der Technik. In etlichen Szenen sind gröbere Unschärfen auszumachen, immerhin sind die Farbwerte durchwegs in Ordnung.
50%

Tonqualität


Es liegt nur eine Tonspur in Deutsch Dolby Digital 2.0 vor. Die Soundkulisse ist insgesamt nicht überragend. Die Dialoge sind immerhin sehr gut verständlich.
25%

Bonusmaterial


An Extras liegen vor:
● Diashow
● Trailershow
● Wendecover
Zumindest einige Interviews von Filmemachern und Darstellern wären wünschenswert gewesen, da die Serie mit einem hochkarätigen Cast aufwarten kann.

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